Folge 710: "Hoher Besuch" (11.07.1999) 1. Szene: Sarah putzt sich die Zähne und fragt dabei den hektisch das Badezimmer durchstöbernden Hans, weshalb denn Martin schon wieder die ganze Nacht hindurch geschrien hätte. Der weiss darauf jedoch ebenso wenig eine Antwort wie auf Söphchens quengelnde Frage, ob sie denn nun zu Hause bleiben dürfe. Hans ist angesichts des nicht aufzufindenden Fieberthermometers der Verzweiflung nahe und bittet Sarah, sich selbst um ihr Frühstück zu kümmern, da er noch das Baby füttern müsse. Als Sarah wissen will, ob ihre Mutter denn "schon wieder so schlapp drauf" sei, entgegnet er, dass er ihr schon hundertmal gesagt hätte, dass Anna nicht schlapp drauf ist, sondern eine Depression hat. Söpchen hebt zaghaft den Klodeckel, beugt sich vornüber und wimmert, dass ihr so schlecht sei und sie gleich wieder kotzen müsse. Hans eilt zu ihr, wird jedoch gleich wieder von der Tür abgelenkt, an der jemand Sturm klingelt. Noch immer Martins Milchflasche in der Hand geht er aufmachen - und sieht sich seinem Sohn Tom gegenüber, der sich gerade den Pullover über den Kopf zieht und verkündet, nur mal eben einen neuen zu holen und gleich wieder weg zu sein. Hans will wissen, wieso Tom erst jetzt käme, wo ihm ausdrücklich verboten worden sei, schon wieder bei Backhaus zu übernachten. Sarah beschwert sich darüber, dass weder Milch noch Brot im Hause seien während sich im Hintergrund ihre Schwester erleichtert, der sich daher die Frage, was man denn nun frühstücken solle, eher nicht stellt. Dafür teilt sie ihrem Vater verzweifelt mit, wohl ein bisschen neben das Klo gekotzt zu haben... Hans schickt sie ins Bett, während Tom sich den Schulranzen geholt hat und schon wieder fast zur Türe draussen ist. Hans geht ihm nach und fragt ihn, weshalb Toms Pullover nach Bier stinken würde: "Wie bitteschön kommt Bier an deinen Pullover?" - Tom, aufmüpfig: "Frag' es doch selbst!" Nachdem Tom weg, Söphchen in ihrem Zimmer und Sarah vermutlich doch frühstückenderweise in der Küche ist, geht Hans ins Schlafzimmer, wo Anna im Bett liegt und teilnahmslos in die Gegend starrt. Er tritt zu ihr und bittet sie, Martin zu füttern, da er noch bei Sophie Fieber messen müsse. Sie wendet den Blick ab und schweigt. Hans geht vor ihr in die Knie, erklärt, dass er nicht schon wieder einen Tag freinehmen könne und setzt sich dann zu ihr aufs Bett, wo er sich dann doch anders entscheidet: "Ach, was solls. Sollen die doch einen Tag ohne mich klarkommen." 2. Szene: Mary betritt das eigene Schlafzimmer und betrachtet den schlafenden Vasily. Als sie sich zu ihm legen will, dreht sich ihr Mann aber blitzschnell um und fragt gutgelaunt, wo sie gewesen sei: "Ist dir schlecht? Dann bist du schwanger, schwanger, schwanger...." Er nimmt sie in den Arm und als sie erklärt, nicht schwanger zu sein, horcht er an ihrem Bauch. Sie stellt die Möglichkeit in den Raum, vielleicht nie mehr ein Kind bekommen zu können, doch davon will Vasily nichts hören. Er legt den Zeigefinger auf die Lippen und meint, an so etwas dürfe sie nicht einmal denken. Er will fortfahren, sie zu liebkosen, doch Mary dreht sich weg und verspricht, gleich an diesem Tag noch einen Arzttermin zu vereinbaren. 3. Szene: Selbiges tut offenbar auch jemand anders gerade, zumindest führt Berta in der Praxis ein entsprechende Telephongespräch, als Helga gerade aus dem Behandlungszimmer kommt und sich bei Dagdelen bedankt, der ihr gute Besserung wünscht. Gleichzeitig betritt Hans den Raum und seine bis zum Boden hängenden Mundwinkel entgehen seiner Exfrau nicht: "Hans! Wie siehst du denn aus? Das ist ja furchtbar." Die einstige Taube hat zwar nur ein Pflaster auf der Stirne kleben, ersucht Hans aber dennoch, ihr in die Jacke zu helfen. Er kommt der Bitte nach, sie erklärt, sie wäre froh noch am Leben zu sein: "Fall du mal in so einen Aufzugsschacht!". Hans erklärt er würde den Teufel tun, zumal es ihm ein Rätsel sei, wie man in solch ein grosses Loch fallen könne. Das erläutert Helga leider nicht, stattdessen berichtet sie dass die Versicherung wenigstens zahlen würde, was sie ihr aber auch geraten haben wolle andernfalls hätte sie der Aufzugswartungsfirma die Anwälte auf den Hals gehetzt, wo die Platzwunde doch genausogut ein Schädelbasisbruch hätte sein können. "Und dann hier, meine Beinverletzungen! Und die Schürfwunden!". Hans winkt ab und will zum Doc, doch Helga ruft ihn zurück und erkundigt sich, ob es Anna denn inzwischen besser ginge. Da kommt Ahmet aus dem Behandlungszimmer und Hans zu Hilfe indem er ihn hineinbittet. Helga rät zu Johanniskraut: "Das hilft doch bei Eintrübungen jeder Art!" 4. Szene: Wenn Schwangerschaft erwünscht ist, helfe dagegen Folsäure, wie der Gynäkologe ausführt und gibt Mary eine Packung. Er teilt ihr desweiteren mit, dass ihr Körper die schweren Strapazen während der Zeit in Nigeria erstaunlich gut verkraftet hätte und es daher keinen Grund zur Sorge gebe. Mary möchte wissen, wieso es dann nicht klappt, wenn sie doch kerngesund sei und einer weiteren Schwangerschaft nichts im Wege stünde. Die Natur liesse sich eben nicht so leicht in die Karten sehen, meint der Arzt, weswegen Geduld gefragt sei. Ausserdem solle sie sich selbst etwas Gutes tun, etwa mit Freunden zu Picknicken, ins Kino zu gehen oder sich Blumen zu kaufen. "'Der Geist schafft sich den Körper' sagt Aristoteles, verstehen Sie?"- Mary: "Und, was sagt Aristoteles noch?" 5. Szene: Doktor Dagdelen jedenfalls sagt, dass er Hans etwas Pflanzliches für den Brechreiz seiner Tochter und für ihn selbst ein hochdosiertes Multivitaminpräparat gegen die Müdigkeit verschreiben werde. Für Anna könne er im Moment allerdings nichts tun - postnatale Depressionen treten relativ häufig auf und sind hormonell bedingt. Sie können zwar dauern und belastend sein, doch mehr Sorgen mache sich Dagdelen um Hans, bei dem er ein diffuses Herznebengeräusch ausgemacht hat. Er wolle ihm zwar keine Angst machen, doch aufgrund seiner "momentanen physischen Prädispostion" sowie der extrem negativen Belastungen seiner gegenwärtigen Lebenssituation halte er ihn für einen potentiellen Herzinfarktkandidaten, der nicht nur einen Kardiologen aufsuchen, sondern sich vor allem schonen solle. Hans will wissen, wie er das anstellen solle - eine Antwort weiss Ahmet nicht, er meint nur, Hans solle nicht vergessen, dass er nicht mehr der Jüngste sei. 6. Szene: Im Schuhladen scheinen die Nerven blank zu liegen. Pia meint lautstark, der "Süsse" möge mal runterschalten, Olaf will ebenso lautstark wissen, wer denn die depperte Idee gehabt hätte mit dem Sado-Maso-Krempel: "Die ganzn Investitionen, alles für'n Arsch!". Pia: "Stimmt! Deine Idee ist das nicht gewesen, aber du hast ja sowieso keine Phantasie ... nirgends." Olaf scheint von diesem Nachsatz dort getroffen wo's wehtut, sie dreht sich weg, entschuldigt sich für den "kleinen Scherz am Morgen" und meint, dass es so aber wirklich nicht weitergehen könne. Nervös fischt sie eine Zigarette aus der Packung. "Das was du hier in 'ner Woche rausholst, habe ich früher in 'ner Nacht gemacht... locker. Das langweilt mich, verstehste? Ich brauche Geld... und so'n Mickerscheiss, das interessiert doch keinen." Daher müssten sie umsatteln, auf Mode: "Elegante Schuhe, High Heels, City Slipper, Outdoor-Ware für den sportlichen Herren." Damit reicht es Olaf, der bis dahin wortlos zugehört hatte und er will wissen, ob man Pia eventuell ins Hirn geschissen und nicht umgerührt hätte: "Eleganz, do bei uns in der Lindenstrasse... Eleganz, ha!" Pia erinnert den "Seppelkopp" daran, aufzupassen wie er mit ihr rede, da sie sonst die längste Zeit Partner gewesen seien. 7. Szene: Mit vollem Einkaufskorb, Klopapier und Sprudelkiste verlässt Hans gerade den Supermarkt als Mary des Weges kommt. Sie fragt Hans, wie es dem Baby ginge und ob er und Anna am Abend zur Lesung kämen. Hans wirkt nicht sehr überzeugt, doch Mary duldet keinen Widerspruch. Sie drückt Hans den Strauss Blumen in die Hand, den sie sich anscheinend dem Rat des Gynäkologen folgend gekauft hat, bittet Hans, ihn Anna zu geben und ihr neben lieben Grüssen auch auszurichten, dass sie sehr böse würde, sollten sie am Abend nicht dabei sein. 8. Szene: Else taucht ihm Schuhladen auf und wedelt mit einem Brief vor der Nase ihres "Buam" herum - "von dem Waffenschieber, dem windigen!", ob er noch immer Kontakt mit ihm hätte? Olaf lässte sowohl seine Mutter als auch Pia wissen, dass sie dies nichts anginge un ein bisschen Privatleben schliesslich auch sein müsse. Er schiebt Else zur Ladentür raus und den Brief in die Hosentasche und bietet dem soeben das Haus betretenden Hans Hilfe bei dessen Schlepperei an. 9. Szene: Irgendwo im Treppenhaus müssen Hans Sprudelkiste und Klopapier abhandengekommen sein, jedenfalls hat er sie nicht mehr dabei, als er in der Wohnung die Tür hinter sich ins Schloss fallen lässt. Er sieht zunächst nach Anna, die inzwischen auf dem Sofa schläft, und legt die Blumen vor ihr auf den Tisch. Dann folgt er Söpchens Stimme - er findet sie im Schlafzimmer wo sie auf dem Bett sitzt und dem neben ihr liegenden Martin von einem grossen und einem kleinen Hasen vorliest. Er betrachtet die Kinder gerührt bis Sophie auf ihn aufmerksam wird. Sie erzählt, dass Anna die ganze Zeit geweint hätte - und Martin auch, weswegen sie ihm etwas vorgelesen hat. 10. Szene: Vasily, Elena, Mary und ein farbiger Mann sind damit beschäftigt, die Bühne des Akropolis mit einer nigerianischen Flagge zu dekorieren. Elena redet dabei schnell, griechisch und ohne Untertitel. 4 weitere Farbige betreten das Lokal, einer davon trägt eine Trommel - sie begrüssen die Anwesenden mit Handschlag. Kurz darauf betritt Harry das Lokal und fragt, was denn hier los sei. Vasily erklärt, dass sie hohen Besuch erwarten würden und fragt, ob er denn zur Feier des Tages einen Ouzo auf Kosten des Hauses möchte. Harry lehnt überraschenderweise ab - es sei zwar nett gedacht, aber "heute feiern alle, 's is' irgendwie beschissen, hab' schon 'n richtichen Sammelkater." Auch Mary begrüsst ihn und freut sich über seine Anwesenheit. Brummend meint Harry dies sei ganz selbstverständlich und lässt die internationale Solidarität hochleben. 11. Szene: Olaf zieht sich auf das stille Örtchen zurück und beginnt, Ollis Brief zu lesen. Aus dem geht hervor, dass Olli seinen Kumpanen im gerade stattgefundenen Prozess nicht verpfiffen, sondern vielmehr die Schuld auf sich genommen hat in dem er angab, die Granaten nur aus Quatsch geklaut zu haben. "Auf jeden Fall habe ich verschwiegen, dass DU quasi mein Auftraggeber damals warst. Hätte ich ausgepackt, wärst du jetzt in Teufels Küche, hä? Ist dir klar... überleg' dir schon mal, wie du mir dafür danken kannst, Alter. Ich melde mich. Olli. P.S.: Diesen Brief hat ein Kumpel von mir rausgeschmuggelt, der entlassen worden ist." Natürlich steckt Olaf den Brief nicht wieder ein und kommt schon gar nicht auf die Idee, ihn in kleine Teile zu zerfetzen und sofort im Klo runterzuspülen - nein, er deponiert ihn auf dem Spülungskasten, wo er ihn sicher hinter 2 Klopapierrollen verbirgt... 12. Szene: Hans stattet Backhaus einen Besuch ab. Der ist darüber ganz und gar nicht überrascht sondern meint im Gegenteil, dass er ihn schon früher erwartet habe - ob sich Hans denn gar keine Sorgen um seinen Sohn gemacht hätte? "Sie kennen mich doch eigentlich gar nicht." [das fällt ihm jetzt ein, nachdem Tom schon mehrfach bei ihm übernachtet und auch sonst viel Zeit mit ihm verbracht hat und es nicht nur einmal zu einer Konfrontation zwischen ihm und Hans kam?] Er bittet Hans in die Küche. Der entgegnet, dass sie einander zwar schon einige Male begegnet wären, Backhaus aber durchaus recht habe. Backhaus schenkt für Hans und sich Mineralwasser ein. Hans: "Wir machen uns grosse Sorgen um Tom ... es gehen wilde Gerüchte über Sie herum. Sie werden verstehen, dass meine Frau und ich gerne wissen möchten, was daran wahr ist ... Sie sind zur See gefahren? ... Und es ist auch wahr, dass Sie im Gefängnis waren?" Backhaus hat sich inzwischen zu Hns an den Tisch gesetzt. Die Wahrheit sei so eine Sache, befindet er. Er sei wegen Brandstiftung mit Todesfolge zu 10 Jahren Haft verurteilt worden, wovon er 8 abgesessen habe, die restlichen beiden auf Bewährung. "Ich bin also wieder ein "ordentliches Mitglied der Gesellschaft" ... verantworten muss ich meine Tat jetzt nur noch vor mir selbst, Herr Beimer." Hans bringt zur Sprache, dass sich Tom in letzter Zeit heimlich Horrorfilme ansehen würde und erzählt hätte, dass ihm Backhaus "Gruselgeschichten mit Geistern, Klabautermännern und Dämonen und so'n Quatsch. Stimmt das?" Backhaus nickt dezent, woraufhin Hans deutlicher wird. "Der Junge hat Alpträume. Er steigert sich da dermassen rein, dass er manchmal nicht mehr unterscheiden kann was wahr ist und was nicht!" Backhaus: "Wie sollte er auch?" Für Hans stünde zwar fest, dass es keine Hexen und Dämonen gibt - vor kaum 300 Jahren hätte hier, in Europa, jedoch eine andere Wahrheit Gültigkeit besessen und man wäre gehängt worden, hätte man nicht an "sowas" geglaubt. "Man riskiert Kopf und Kragen, Herr Beimer, wenn man nicht die Wahrheit benutzt, die gerade in Mode ist." In diesem Moment beginnt ein Handy zu läuten - Backhaus steht auf un dreht Hans den Rücken zu während der mit Söphchen telephoniert. Er verspricht ihr, gleich zu kommen und trägt ihr auf, dies auch Anna mitzuteilen. Bevor er Hans gehen lässt, möchte Backhaus noch "etwas tun, das Ihnen die Sorge um Tom ein wenig nimmt." Backhaus schlägt Hans vor, einen Pakt zu schliessen - oder ein Bündnis einzugehen, falls Hans diese Wortwahl lieber sei. "Wir beide, Sie und ich, geben Tom das beste was wir haben. Liebe zur Wahrheit. Toleranz. Selbstverantwortung. Ich... mag Ihren Sohn, Herr Beimer, und ich würde niemals ihm absichtlich etwas antun." 13. Szene: Olaf kommt (offenbar aus dem Supermarkt) in den Schuhladen und fragt Pia, ob sie auch Senf zu ihrer anständigen Brotzeit wolle. Die sitzt auf dem Ladentisch, fächert sich mit dem Brief Luft zu und meint, sie würde lieber wissen, was dieser Olli von Olaf wolle. Kling fallen beinahe Äuglein raus, erbost will er wissen wo Pia den Brief herhätte. Olaf greift nach dem Schreiben doch Pia kann es schnell genug wegziehen. Sie verlangt, zum Essen ausgeführt und dabei "ganz, ganz genau" darüber aufgeklärt zu werden, was damals mit Olli gelaufen sei. 14. Szene: Im Akropolis wird bereits afrikanisch musiziert und getanzt - und nicht nur Mary, Vasily und Paolo tanzen mit, auch Elena ist mit grosser Begeisterung mittendrin statt nur dabei [vielleicht, weil sie sich an die Sirtaki-Abende in alten Lindenstrassen-Zeiten erinnert fühlt?] Auch Harry beobachtet die Szene - zwar schnippt er zur Musik mit den Fingern, gleichzeitig brummelt er aber "Das spinnt doch, das Personal...". Die Türe geht auf, Harry dreht sich um - und muss sich vor Schreck gleich hinsetzen, scheint er doch soeben noch einmal zur Türe hereingekommen zu sein, wenn auch besser frisiert und mit schwarzem Jacket. 15. Szene: Während das Personal drinnen zur Generalprobe tanzt läuft im Gastgarten anscheinend ungerührt der Betrieb weiter. Jedenfalls nehmen Pia und Olaf an einem der Tische platz, die umliegenden sind bereits besetzt. Pia möchte nun wissen, wie das damals mit Olli und den Granaten war, wird jedoch schon in ihrer Frage durch Flip unterbrochen, der sich über den Zaun lehnt und sich erkundigt, ob die beiden Canan gesehen hätten. Da eine vernünftige Antwort ausbleibt (Olaf: "Häh?") winkt Flip ab und geht weiter in Richtung Lokal. Pia formuliert ihre Frage zu Ende und Olaf setzt gerade zu einer vermutlich angeberischen Antwort an, als nun Canan über den Zaun fragt, ob die beiden vielleicht Klaus Beimer gesehen hätten. Eine ordentliche Antwort bleibt wiederum aus (Olaf: "Wos?"), woraufhin auch Canan weitereilt. Olaf erzählt nun, dass das Geschäft mit den Waffen gerade erst in der Anlaufphase gewesen sei, es aber ausreichend Kundschaft gegeben hätte - schon alleine die ganze Bande im Alpenverein. Nun ist Klausi an der Reihe, über den Zaun zu grüssen - er kommt aber gar nicht dazu nach jemandem zu fragen, da ihn Olaf gleich wissen lässt, dass die anderen im Akropolis seien und er nun in Ruhe gelassen zu werden wünsche. 16. Szene: Hans berichtet Anna, dass Backhaus zwar ein komischer Typ sei und sie ihn wohl besser im Auge behalten, aber zumindest Sorgen bräuchten sie sich seiner Meinung nach keine mehr zu machen. Dann drückt er seine Vorfreude auf den Abend aus - doch seine matte Schöne meint nur, sie würde nicht mitgehen. Hans ist schwer enttäuscht, doch Anna ist nicht zum Einlenken zu bewegen. "Ich kann nicht, Hans, ich... ich kann das alles nicht mehr, ich will einfach nur meine Ruhe haben. Ist das so schwer zu verstehen." Sie verlässt die Küche, im Hintergrund hört man Martin schreien. Hans bleibt alleine zurück, nimmt die Brille ab, Tränen treten in seine Augen. 17. Szene: Im Akropolis wurde ein Tisch mit Büchern Ken Saro-Wiwas aufgestellt, deren Erlös den Bewohnern des Niger-Deltas zugute kommt, wie ein handgeschriebenes Schild verkündet. Paolo bringt Herrn Rowohlt ein Glas Wein und zieht dann die Kellnerin Larissa von seiner Seite weg: "Willst du ihm jetzt jeden Schluck in den Hals starren oder willst du vielleicht mal zur Abwechslung was arbeiten?" Sie meint, sie müsse ihm noch sagen, wie gut sie seine Übersetzungen findet und will zurück, doch Paolo packt sie wiederum am Arm: "Komm jetzt, er braucht keine verzickten Literatur-Groupies." Rowohlt ist inzwischen zu einer anderen Erkenntnis gekommen: "Erinnert mich fatal an die griechische Kneipe in dieser Endlosserie." Penner Harry ist von seinem Ebenbild wenig angetan: "Labersack! Klugscheisser!" Mary teilt Rowohlt mit, dass er einem "Stammgast" sehr ähnlich sehe - der wirft einen Blick in Harrys Richtung, was den aber noch weniger freut: "Glotz' mich bloss nicht so an, Fuzzi! Ich brauch' kein doppeltes Lottchen." Rowohlt zeigt sich verwundert: "Höchst seltsam... hier sieht es aus wie im Fernsehen, ich sehe aus wie ein Penner..." - Mary: "Tja, die Wahrheit übertrift alle Phantasie". Elena kommt vorbei und will wissen, wer solchen Unsinn verzapfen würde. Rowohlt: "Aristoteles?" Elena: "Aristoteles? [erfreut:] Oh, Aristotéles!" 18. Szene: Backhaus schenkt sich ein Glas Bier ein. Tom trägt es zum Küchentisch und bemerkt dabei, es gemein zu finden, dass Kinder kein Bier bekämen. Früher sei das anders gewesen, meint Backhaus, aber damals waren Kinder auch noch keine Kinder. Tom versteht natürlich nur Bahnhof, also muss Backhaus weiter ausholen. "Erste Lektion. Hörst du zu?" Tom salutiert, Backhaus erzählt, dass der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen vor der industriellen Revolution lediglih in der Oberschicht ernstgenommen wurde. Ansonsten mussten Kinder arbeiten wie Erwachsene, wurden vor Gericht bestraft wie Erwachsene - und sie durften eben auch Bier trinken wie Erwachsene. Er prostet Tom zu, nimmt einen Schluck. Tom: "Echt? Cool!" Backhaus: "Zweite Lektion. Hörst du zu?" Tom salutiert abermals, Backhaus führt weiter aus, dass die Kindheit daher im Grunde genommen eine Erfindung der Dampfmaschine sei, da Kinder erst seit der Industriellen Revolution geschützt werden, spielen und in die Schule gehen dürfen. Tom: "Willste mich verarschen oder woher weisste sowas alles?" Backhaus meint, er hätte in den letzten Jahren eben genug Zeit gehabt um zu lesen. Doch darum geht es Tom letzlich gar nicht: "Also... krieg' ich jetzt 'n Schluck Bier oder nich'?" - Backhaus: "Du weisst, dass Alkohol schädlich ist. Deine Hirnzellen werden..." - weiter kommt er nicht, Tom meint, er wisse Bescheid: "Aber von einem Bier werd' ich ja nun nicht gleich malle-malle werden, oder?" [ähm... dem muss doch vorher schon wer Bier gegeben haben...] Backhaus schenkt ihm ein dreiviertel Glas ein, sieht Tom mit ernstem Blick eindringlich an: "Es ist deine Entscheidung. Prost." 19. Szene: Die Kamera folgt im mittlerweile gut gefüllten Akropolis einem Tablett mit Sektgläsern. Klaus lehnt ab, sein Vater jedoch greift zu und beantwortet Klausi Frage nach Anna betrübt damit, dass sie einfach nicht zu überreden gewesen sei. Gung springt von seinem Tisch auf und holt sich ein Glas. Berta, Käthe und Hajo greifen ebefalls zu, Berta erwähnt dabei, "schon immer ein Fan von Herrn Rowohlt" gewesen zu sein. Käthe möchte noch einmal seine Stühle aufs Tapet bringen. Ahmet holt 2 Gläsern, von denen er eines an Isolde weitergibt, die bemerkt dass es wirklich enorm sei, was die junge Frau Sarikakis da auf die Beine gestellt hat. Urzula und Harry sitzen an der Theke und verzichten auf (weiteren) Sekt, Helga, Erich, Gabi und Andi stehen nebendran - Helga und die Zenkers greifen zu und Helga erzählt erneut, dass ihre Platzwunde ebensogut ein Schädelbasisbruch hätte sein können. Erich, der kein Sektglas erwischt hat, bremst sein Pummelchen ein und fordert sie auf sich an den Tisch zu setzen. Drssler und Frau Horowitz winken ab, Vasily nimmt zuletzt ein Glas und gibt es seiner Frau, die auf der Bühne steht. Sie bedankt sich für das zahlreiche Erscheinen und die Anteilnahme am Schicksal Nigerias, stellt Herrn Rowohlt vor und erklärt, wer Ken Saro-Wiwa war, dessen Texte an diesem Abend gelesen werden. Herr Rowohlt schlurft auf die Bühne, nimmt am Tisch Platz und beginnt, aus Briefen und Gedichten zu lesen, die Saro-Wiwa kurz vor seinem Tod verfasst hat . Nachdem Rowohlt begonnen hat, betritt auch der unbekannte Farbige aus der letzten Folge das Lokal. 20. Szene: Olaf und Pia liegen nebeneinander im Bett. Unwillig grunzend dreht sich Olaf herum und drückt seinen Unmut darüber aus, dass Pia schon wieder im Schlafzimmer raucht. "Mhm... 'ne gute Nummer bräucht' ich." Olaf versteht dies als Handlungsaufruf, doch Pia hatte eigentlich was anderes im Sinn: "Telephonsex, verstehste? (...) Da rollt der Rubel nämlich minütlich." Olaf ist gleich Feuer und Flamme und kündigt an, "das ganze Telephong'raffel" selbst zu installieren - die Hilfe von Agnes, über die Pia die Geschichte abzuwickeln gedachte, sei jedenfalls nicht nötig. Pia: "Ich frach' mich nua... wenn wir die Agnes schon nicht brauchen... wozu brauch' ich dann dich?" 21. Szene: Herr Rowohlt liest weiter. Der unbekannte Fremde ist unterdessen dazu übergegangen, Photos zu knipsen - von Rowohlt, von Mary, von farbigen Gästen, von Vasily. 22. Szene: Tom ist mit Fernbedienung und Bierflasche im Arm auf dem Backhaus'schen Sofa eingeschlafen. Backhaus nimmt ihm beides aus dem Arm, streicht ihm über den Kopf und schaltet den Fernseher aus. Auf dem Schachbrett, das auf dem Tisch steht, zieht er einen weissen Bauern von D2 nach D3. Er schaltet das Licht aus und verlässt das Zimmer. Tom dreht sich rum und kuschelt sich tiefer in die Decke. 23. Szene: Im Akropolis wird nicht mehr gelesen sondern getanzt. Klaus fragt seinen "Paps", ob denn alles klar sei. Hans, mit schwerer Zunge: "Paps? Das hat Benni früher auch immer gesagt." Klausi will wissen, ob Hans getrunken hätte und ob er ihm vielleicht etwas zu essen holen solle. Hans: "Nur weil ich an Benni denke? Glaubste ich denk nur an ihn, wenn ich besoffen bin?" Rob, der die Veranstaltung anscheinend gemeinsam mit Mary organisiert hat, ist inzwischen eingefallen, woher er den "Unbekannten" kennt. Er teilt mit, dass dieser bei der nigerianischen Botschaft arbeite und Kontakte zur nigerianischen Geheimpolizei SSS habe. Die beiden gehen zu ihm und fordern den Film ein. Als er antwortet, gar nicht daran zu denken, ihn herzugeben, nimmt Vasily den Mann in den Schwitzkasten und Rob versucht, sich die Kamera zu schnappen. Sie drängen den Mann in Richtung Tür, wo bereits Helga wartet und mit ihrer Handtasche nach dem Fremden zu schlagen beginnt. Der Mann meint, es würde ihnen noch leidtun, doch Vasily befördert ihn zur Türe hinaus und sagt, ihm könne er drohen soviel er wolle, ihm könne er nichts. Der Spitzel dreht sich um: "Das werden wir noch sehen, was ich Ihnen alles kann. Und vor allem... Ihrer Frau!" Schwenk auf Vasily und Mary, Schlussmusik, Abspann. [Abspann mit allen, die dabei waren - inkl. Rob, Larissa, Spitzel und Harry Rowohlt (als Harry Rowohlt). Tanja stand auch im Abspann, gesehen habe ich sie in der Folge nicht - aber vielleicht ist sie mir einfach in einer der Akropolis-Szenen entgangen. Ach ja, und Ahmet Dagdelen ist vor Listra-Abspann-Gnaden noch immer kein Doktor...] |