XcapeetXs Rückblick

Für alle Chatter, die die Lindenstraße nicht sehen konnten


Folge 709: "Der Fremde" 
(27.06.1999)

1. Szene: Iffi steht im Badezimmer und schminkt sich als Valerie hineinplatzt. Sie
entschuldigt sich und nimmt eine zerknitterte Karte aus einer Hose im Wäschekorb. Iffi
erkundigt sich, ob ihr Gabis Lippenstift stünde. Valle meint, sie könne doch eh alles
tragen und verschwindet wieder. Als ihre Schwester schon wieder draussen ist,
widerspricht Iffi ihr zunächst, kokettiert dann aber mit ihrem Spiegelbild: "...obwohl,
das sagt Heiko auch immer." Sie verlässt das Bad ebenfalls und folgt Valerie in die
Küche. Dort bemerkt Iffi, wie aufgeregt sie angesichts der erwarteten Ankunft von Heiko
und Nico sei. Valerie wendet sich, genervt von der aufgekratzten Fröhlichkeit ihrer
Schwester, dem Fernseher zu. Iffi fragt, was Valle denn für ein Geburtstagsgeschenk für
Andy hätte - als Valle wissen möchte, wieso, erinnert sie ihre Schwester daran, dass dies
Andys Geburtstag sei  [Nun ja. Laut "Universum" hat Andy Zenker am 03.07. Geburtstag, der
Donnerstag war jedoch der erste Juli.] und fügt hinzu, dass Valles Selbstmitleid langsam
nerven würde und Zorro auch nicht wiederkäme, wenn sie sich das gesamte Leid der Welt per
TV hineinzöge.  Valle greift sich daraufhin Teller und Tasse und zieht wieder ihre
"Ich-halt-das-nicht-mehr-aus-Du-kannst-mich-mal-ich-nehme-jetzt-mein-Essen-und-verschwind
e-in-mein-Zimmer"-Nummer ab. Iffi will ihr nach und bemerkt, dass man an gebrochenem
Herzen nicht sterben würde. "Das geht gar nicht, sonst wär' die halbe Menschheit schon
hops." Dies ruft Valerie nun doch zurück: "Hmja, vor allem Momo. Und Eva und Kurt
Sperling. Sag mir Bescheid, wenn ich jemand vergessen habe."

2. Szene: Indianergeheul ausstossend steckt Lea den Kopf aus ihrem Tipi - und sieht sich
Helga im rosa Bademantel und mit grossem Teddybären im Arm entgegen. Oma Beimer fordert
ihre Enkelin auf, aufzuräumen und anschliessend in die Küche zu kommen wo sie sich etwas
zu trinken machen würde. Helga geht schon mal in die Küche vor, wo Erich kaffetrinkend am
Tisch sitzt und in der Zeitung liest. Er bemerkt, dass es in Indonesien schon wieder
kriseln würde und es daher vielleicht angebracht sei, die Reisen dorthin aus dem Programm
zu nehmen. Helga kontert, dass es in Irland schliesslich auch ständig kriselt, er jedoch
ganz und gar nicht daran dächte, das Claron Bridge aus dem Programm zu streichen.
Schiller meint nicht recht gehört zu haben, doch Helga beruhigt ihn, dass dies nur ein
Scherz gewesen sei. Lea sei wieder in Ordnung, weshalb Helga problemlos ein par Stunden
ins Reisebüro gehen könne. Überdies sei das Mädchen blitzgescheit, bei Memory hätte Helga
überhaupt keine Chance mehr. "Und ihre Augen, die erinnern mich  tatsächlich an Benny."
Erich fragt, ob Helga also wirklich davon überzeugt wäre, dass Lea Bennys Tochter sei.
Sie erklärt, dass es ihr vollkommen egal sei - es erinnere sie zwar in der Tat Vieles an
dem Kind an ihren Sohn, vor allem aber liebe sie es, weswegen es keine Rolle spiele, ob
Benny tatsächlich der Vater ist. Sämtliches Gerede demnach Blut dicker wäre als Wasser
sei ohnehin Schwachsinn - "denn dann müsste Onkel Franz bei mir an erster Stelle stehen,
Gott bewahre." Lea kommt in die Küche, Helga nimmt "ihre Süsse" in den Arm und meint,
Erich möge ruhig nach Irland fahren um seine Politiker zu betutteln, sie kämen
unterdessen auch alleine zurecht. Grummelnd entgegnet Erich, dass er erstens keine
Politiker betutteln würde und es zweitens ohnehin zu spät sei. Auf Helgas Einwurf, dass
er den Zehn-Uhr-Flieger doch noch spielend erreichen könne, antwortet Schiller mit der
Feststellung, dass dies zwar möglich, der besagte Politiker allerdings schon abgereist
sei.

3. Szene: Von dräuender Musik untermalt sehen wir schwarze Herrenschuhe, die sich leise
ber Parkett bewegen. Die Kamera schwenkt durch eine eher unaufgeräumte Wohnung, bis eine
Türe geöffnet wird - im Zimmer steht Mary, telephonierend, den Rücken zur Tür. Sie
erschrickt, als sie sich des Eindringlings Gewahr wird - und teilt dies Vasily auch
vorwurfsvoll mit. Er erkundigt sich, ob dies John gewesen sei - Mary nickt und meint er
sei wütend, weil das gesammelte Geld noch nicht angekommen sei, möglicherweise hätte es
der Kurier gestohlen. Vasily zieht einen grossen Blumenstrauss hinter dem Rücken hervor
und hält ihn seiner Frau entgegen, die ihm daraufhin freudig um den Hals fällt.

4. Szene: Valle meint in einem Anflug von Selbstkritik, sie wüsste auch nicht, weshalb
sie sich Iffi gegenüber immer so ekelhaft verhalten würde, woraufhin die ihre Schwester
auffordert, endlich damit aufzuhören, allen anderen Leute die Schuld dafür zu geben dass
sie so sei wie sie nunmal ist. Valle: "Neben dir kann man doch einfach nicht bestehen.
Kuck' mal, du bist immer gut drauf, immer toll, immer hübsch." Iffi meint, sie hätte noch
nie solch einen Blödsinn vernommen - sie selbst sei halt immer mehr nach ihrem Vater
gekommen während Valerie der Liebling der Mutter war. Iffi nimmt einen Plüschfuchs vom
Bett und streicht Valle damit übers Gesicht: "Du bist immer auf ihrem Schoss rumgehopst.
Hier, ihr absolutes Süssi warst du, schmus, schmus ging das, in einer Tour." Valerie
fragt, ob Iffi noch oft an ihre Mutter dächte. Iffi lässt sich aufs Bett fallen, hält den
Handrücken an die Stirne und erklärt theatralisch "Ich denke so oft an Mutter!" Ihre
Schwester tut es ihr gleich [Vorschauphoto!], ehe Iffi meint, tatsächlich ab und zu an
sie zu denken, besonders wenn sie mit Nico nicht zurande kommt. Da betritt Oma Rosi die
Wohnung und fragt nach einer Leiter, da gleich der Elektriker kommen sollte, was nach dem
Besuch der Aufzugswartungsfirma auch dringend nötig sei. Urzula hätte in der Nacht
gewaltig eine gewischt bekommen und das Licht im Bad ging nur noch, wenn Gung sein
Nachttischlämpchen ausknippst. Iffi und Valerie schenken ihren Ausführungen wenig
Beachtung, erklären gemeinsam spazierengehen zu wollen und lassen Rosi ohne Leiter auf
dem Flur stehen.

5. Szene: Helga kleidet sich vor dem Badezimmerspiegel an während Erich im HIntergrund
duscht. Er beteuert, sein Pummelchen zu lieben und nachdem sie ihm ein Handtuch gereicht
hat, tritt er aus der Dusche und führt Helga vor den Spiegel. Er deutet auf ihr
Spiegelbild und erklärt, dass das die Frau sei, die er liebe: "Eine wundervolle, starke
Frau, eine intelligente Frau in den besten Jahren. Mit dieser Frau möchte ich endlose
Spaziergänge über gründe Hügel machen, ausgiebige irische Feste mit ihr feiern,
Reisepläne schmieden, möchte mit ihr mein Leben leben, vertehst du das. Aber irgendwie,
in letzter Zeit seit dieses Kind bei uns lebt, bist du ein bisschen anders geworden, ja?
Ich sage es dir in aller Ehrlichkeit, du entwickelst dich langsam zur Glucke, zur
Überglucke. Du bist mir irgendwie so fremd als Omi." Fröhlich erwidert Helga, dass sie
Erich liebe, aber eben auch Lea und dass sie gern Omi sei, ob er ihr dass denn nicht
einfach gönnen könne. 

6. Szene: Während auf der Kastanienstrasse ein gitarrenspielender Strassenmusiker
entlangspaziert nähert sich Momo seinem Laden. Gutgelaunt winkt er Mary zu - sie erwidert
den Gruss und hebt eine Gemuesekiste aus dem Wagen, die ihr der hinter ihr auftauchende
Vasily sogleich aus der Hand nimmt. Sie solle doch nicht so schwer tragen, falls sie
schwanger sei. Mary meint, das wäre doch noch gar nicht sicher, woraufhin sie eine
weitere Kiste aus dem Auto nimmt, doch Vasily bleibt bei seiner Meinung, bis er
schliesslich 4 Kisten vor sich herträgt. Unterdessen fährt ein weiteres Auto in die
Strasse ein, am Steuer ein junger Mann mit Brille und Kopftuch. Der Wagen hält vor dem
"Drahtesel", Nico steigt aus und läuft hinein, wo er seinem Vater freudig in die Arme
hüpft. Der Mann aus dem Auto kommt hinterher, Nico stellt ihn als Heiko vor. Momo verhält
sich reserviert, bleibt aber überraschend freundlich und locker. Er meint, er könne Nico
ruhig bei ihm im Laden lassen, wenn er gleich zu Iffi wolle. Mit Blick auf eines der
Räder meint Heiko, dieses wäre bestimmt teuer, woraufhin Momo erklärt, es handle sich um
ein "Downhill Full Suspension mit Scheibenbremsen." [aha!]. Heiko: "Und wer braucht
sowas? Ist doch ein bisschen peinlich, oder?" Momo: "Naja... wir sind in Bayern." Daran
kann bei Heiko auch ü-ber-haupt kein Zweifel aufkommen, denn in dem Moment kommt Olaf aus
seinem Laden in den "Drahtesel" und beginnt, dem Beuscher etwas Lokalkolorit zu
vermitteln: "Sie, sogn's amal... g'hert eana do die Rostlaube, die da mittn auf'm Gehweg
steht? Des kennan's vielleicht bei eana dahoam im Osten machen, in Ha-Er-Oh oder sonstwo,
aber do bei uns, da schleichen's eana, mir san do nämlich in Bayern und nirgends anders.
Verstehen Sie?" [Voiceover:] "In Madagaskar...

7. Szene: ...fahren Sie dorthin wo der Pfeffer wächst." - Helga freut sich über den ihrer
Meinung nach gelungenen Werbespruch, doch Erich interessieren andere Dinge. Er fragt, ob
Helga denn wüsste, wann Mja entlassen wird. Sie erklärt, dass sie es nicht wisse und dass
es sich auch nicht wirklich interessieren würde, woraufhin Erich meint, seiner Ansicht
nach sollte es Helga aber interessieren, denn wenn sie entlassen wird, werde sie das Kind
sofort abholen und mit ihm sonstwohin fahren - wenn sie es nicht ohnehin schon am
nächsten Tag abholen und zu sich ins Gefängnis bringen lassen würde. Dies wäre Erichs
Wunschdenken, erklärt Helga, tatsächlich wisse Maja aber sehr wohl, dass Lea es bei ihrer
Grossmutter besser hätte als im Knast, weswegen sie sie auch bei ihr lassen würde. Erich
will wissen, was wäre, sollte es doch anders kommen. Er meint, er mache sich ernsthafte
Sorgen, da Helga aufgrund des Kindes ihre Karriere vernachlässigen würde. Da hat Helga
endgültig genug und teilt ihrem Gatten mit, sein Gemeckere leid zu sein. "Ständig wirfst
du mir vor, wen und was ich alles vernachlässige, und dass es ein schrecklicher Fehler
ist, wenn ich mich um meine Enkeltochter kümmere, dabei geht es dir nur um dich! Hier
sind die Menschen die ich liebe und die mich brauchen, und das ist mir wichtiger als die
Karriere und irgendwelche Hotels. Und wenn du das nicht begreifst... dann geh doch
dorthin, wo der Pfeffer wächst. Nach Madagaskar..."

8. Szene: Heiko ist inzwischen mit Seesack und Koffer vor der Zenker'schen Wohnungstüre
angelangt, läutete jedoch vorderhand vergeblich sturm. Dafür hört ihn Röschen, die aus
ihrer Wohnung kommt und sich über den "ausnahmsweise pünktlichen" Handwerker freut. Sie
ortet jedoch ein kleines Problem: "Sie wollen doch nicht zu Zenker, sie wollen zu Koch."
Heiko wwill zwar erklären, dass er durchaus zu Zenker und nicht zu Koch möchte, er kommt
jedoch unglücklicherweise über "Aber ich..." nicht hinaus. Rosi drückt ihm seinen Koffer
in die Hand, erklärt, dass sie nur noch Licht im Flur hätte, wenn der Backofen an ist
während andererseits das Fernsehen ausginge sobald sie den Wasserkessel anschliesst, was
ja nun wirklich kein Zusatand sei und schiebt den armen Knaben in ihre Wohnung. Dort
erklärt sie, dass er mangels Leiter mit dem Hocker aus der Küche vorliebnehmen müsse -
während sie eben jenen Hocker holen geht, wagt Heiko noch einen zaghaften Versuch des
Protests, scheitert jedoch wiederum und erklimmt sodann den gereichten Hocker. Rosi
meint, er möge sich doch bitte beeilen, da ihre Nichte [Sie sagt wirklich "Nichte",
obwohl Iffi generationsmässig ihre Enkelin, tatsächlich aber überhaupt nur ihre
"Stiefenkelin" ist.] Besuch aus der Ostzone erwarte (Heiko: "Ach, aus der Ostzone?") -
und zwar ihren neuen Freund auf den sie schon so gespannt sei, ihn aber auch ganz genau
unter die Lupe nehmen werde. "Also jetzt mal dalli, dalli, dalli, junger Mann! Wie heisst
doch das Sprichwort? Frisch daran ist schnell davon!" Dann verpasst sie ihm einen Klaps
auf den Hintern und geht in die Küche - Heiko will noch einmal auf das Missverständnis
aufmerksam machen, stösst aber erneut auf taube Ohren: "Wenn Sie als Fachmann das nicht
schaffen, wer denn dann? Soll ich vielleicht einen Exorzisten oder wie seh ich das, hä?"
Sie fragt ob er Kaffee möchte und Heiko, der inzwischen offenbar resigniert hat, will
seinen mit Milch. Rosi kann es kaum fassen: "Mit Milch???" [Handwerker, die ihren Kaffee
mit Milch trinken? So vergeht der Ruhm der Welt...] 

9. Szene: Mary telephoniert im Akropolis auf englisch mit John seit 20 Minuten, wie Elena
ihrem Sohn vorwurfsvoll mitteilt. Vasily meint, John hätte sie angerufen und nicht
umgekehrt woraufhin Elena meint, dies mache keinen Unterschied, sie müssten trotzdem
zahlen [Wieso? War es ein R-Gespräch?]. Vasily: "ICH zahle." Paolo bittet darum, dass ihm
jemand helfe, im Biergarten Bestellungen aufzunehmen, da eine Busladung gekommen sei.
Mary beendet das Gespräch und berichtet Vasily, dass John mehr Geld für Waffen wolle,
obwohl er versprochen hatte, das Geld in eine Radiostation und eine Druckerei zu
investieren. "Er hat sich so verändert. Er ist so fanatisch. Was soll ich denn bloss
machen, Vasily?" Er meint, sie solle sich jedenfalls nicht aufregen und Geld für Waffen
würden sie auf keinen Fall sammeln.

10. Szene: Auch andernorts wird telephoniert - Helga erklärt einem Kunden, dass
Traveller's Cheques überall gerne genommen werden und dass sie Bargeld m ehesten vor Ort
umtauschen würde. Käthe betritt das Reisebüro, er möchte jedoch keine Reise buchen
sondern selbst etwas anbieten: "...und zwar möchte ich Sie fragen, ob Sie bei mir einen
Stuhl adoptieren wollen?" - Erich, entsetzt: "Einen WAS?!?" Käthe schildert daraufhin,
dass das Kindertheater aufgrund der gestrichenen Subventionen eben beschlossen hätte,
Patenschaften zum Preis von 100,- DM pro Vierteljahr anzubieten. Erich schaut völlig
überfordert aus der Wäsche, Helga zunächst sehr skeptisch, ehe schliesslich doch die
Begeisterung Überhand nimmt und sie sich gar nicht mehr einkriegt vor Begeisterung:
"Jaaa, das ist 'ne wunderbare Idee, hoho... also ich find' das ganz toll, dass den Leuten
was einfällt anstatt zum Jammern und immer nur Ansprüche zu stellen. Nicht wahr, Erich,
wir sind dabei!!" - Erich: "Ja sicher, ist doch WUNDERBAR... schliesslich handelt es sich
um KINDER... Theater...". Helga beginnt, in der Hadtasche nach ihrem Portemonnaie zu
kramen, findet es jedoch nicht [wenig erstaunlich, nachdem sie das Geld, dass sie in der
letzten Folge den Mäusen gab, ja auch schon lose in der Handtasche spazieren trug...]
woraufhin sie Erich bittet, Herrn Eschweiler doch 200 Mark zu geben. Erich: "Du siehst
dass ich arbeite. Gib' ihm doch 'n Traveller's Cheque, die werden überall gerne
genommen!" Entschuldigend murmelt Helga Käthe zu, dass Erich mit dem falschen Fuss zuerst
aufgestanden sei... Käthe schaut nicht gerade so drein, als würde er ihr diese Erklärung
abnehmen.

11. Szene: Rosi erklärt verwundert, dass es ihr noch nie untergekommen sei, dass ein
Handwerker ohne Werkzeug vorbeikommt und fragt Heiko, ob sie nicht doch beim Fundbüro der
U-Bahn anrufen solle - Heiko lehnt dankend ab und meint, er würde sich schon selbst darum
kümmern... Röschen äussert die Hoffnung, dass Iffis Freund auch so tüchtig sei wie der
netter Handwerker, hat jedoch gleichzeitig ernsthafte Bedenken in dieser Hinsicht. Es sei
ihr nämlich gar nicht recht, dass ihre Enkelin [im Gegensatz zur 8. Szene stimmen die
Verwandtschaftsverhältnisse jetzt halbwegs] mit einem aus den Neuen Bundesländer
herumpoussieren würde - aufgrund von angeheirateter Verwandschaft aus der Ostzone hätte
Rosi nämlich sowohl einschlägige Erfahrung als auch begründete Vorbehalte: "Ach du
grüüüner Heiland, diese eeeeeewige Nörgelei. Unbeholfen bis zum Gehtnichtmehr, aaaaber
Anspruche, das können sie stellen." Heiko lässt sich mitnichten aus der Reserve locken
und stellt nur nüchtern fest, dass es kein Wunder sei, dass man ständig eine gewischt
bekäme, da der vor ihm werkelnde Schlauberger Erde und Phase vertauscht hätte. Röschen
mutmasst gleich, dass es sich dabei ja um eine Firma aus der Ostzone gehandelt haben
könnte, und als Heiko hinzufügt, dass beim Schalter im Wohnzimmer nur die Sicherung im
Dimmer hinüber sei, kriegt sie sich gleich gar nicht mehr ein: "Ach, wie Sie das so
schnell herauuuuusgekriegt haben! Also die in der Ostzone hätten Wochen dazu gebraucht.
Die Handwerker von da drüben sind ja bekanntlich so fix wie 'ne Kontinentalverschiebung,
nicht wahr?" [Bossa, ich schlage letzteres für den Spruch der Woche vor, ja?]

12. Szene: Mary wünscht Käthe im Akropolis viel Erfolg und erklärt, auf jeden Fall einen
Stuhl adoptieren zu wollen. Elena dagegen scheint der Ansicht zu sein, dass sie in ihrem
Lokal bei weitem genug Stühle hätten, denn durch die Druchreiche will sie keifend wissen,
wozu das gut sei. Vasily will seiner Mutter beibringen, dass es nicht zu erwarten wäre,
das andere Leute spenden, wenn man seinerseits nicht zu helfen bereit sei - schliesslich
müsse man sich gegenseitig unterstützen. Als Mary meint, sie würden "den Abend" absagen,
das "es" eh keinen Zweck hätte, erkundigt sich Käthe (der schon wieder zwischen die
Fronten zu geraten droht), um welchen Abend und welchen Zewck es überhaupt ginge. Vasily
erklärt, dass sie eine Benefizveranstaltung zugunsten der Ogoni geplant hätten, Mary
jedoch Zweifel daran hätte, ob das gespendete Geld auch dem zugedachten Zweck zukommen
würde. Käthe meint, es wäre Schwachsinn, die Veranstaltung einfach abzusagen - allenfalls
müsse man warten bis der finanzielle Teil geklärt sei und das Geld erst dann überweisen,
aber auf keinen Fall absagen, da sonst die ganze Oragnisiererei für nichts und wieder
nichts gewesen wäre.

13. Szene: Nachdem Rosis Lichter anzwischen anscheinend wieder zum richtigen Zeitpunkt
angehen, ist sie dazu übergegangen, Heiko die Karten zu legen. Dabei sieht sie lauter
positive Konstellation, obschon der junge Mann manchmal etwas spontaner sein könne. Als
es an der Türe schellt, deutet Rosi nur kurz in die entsprechende Richtung und Heiko geht
brav öffnen - vor der Türe steht Iffi, bereits auf der Suche nach ihrem Freund. Die
beiden fallen einander stürmisch in die Arme Rosi: "Naja, SO spontan nun auch mal wieder
nicht! Grundguter Gott!"

14. Szene: Helga schickt sich an, das Reisebüro zu verlassen - dem nachfragenden Erich
erklärt sie, sie wolle Klausi nicht als Babysitter überstrapazieren und daher nun mit
Purzelchen auf den Kinderspielplatz. Ausserdem müsse sie noch ein Geschenk für Herrn
Zenker besorgen, der ja Geburtstag hätte. Sie fragt Erich allerdings, ob sie denn am
Abend zusammen ins Kino wollten - der jedoch gibt nur kühl zur Antwort, dass er im
Akropolis eingeladen sei und Helga daher "weder mit dem Essen noch mit sonstwas" auf ihn
zu warten brauche - sofern sie das überhaupt vorgehabt hätte. Helga: "Weisst du, was du
bist, Erich? Du bist ein Schaf.  Ein richtiges Schaf." 

15. Szene: In der Zenker'schen Küche wird gefeiert. Gabi und Valle können sich nicht
vorstellen, dass Rosi einen Mann, der an Zenkers Türe läutete tatsächlich für einen
Handwerker, der zu ihr wollte, hielt bzw. wieso sie so fest davon überzeugt war, dass er
kein Ossi sein könne. Iffi: "Weil sie wahrscheinlich gedacht hat, alle Leute aus'm Osten
sagen ständig sowas wie 'Sättigungsbeilage'." Heiko nimmt Rosi in Schutz und meint, sie
wären einander schliesslich von Anfang an sympathisch gewesen und wenn hier jemand
Vorurteile hätte, dann wäre er das, und zwar gegen Bayern. Andy nimmt Iffi zur Seite und
stellt ihr verdammten Ärger mit ihm in Aussicht, für denn Fall dass sie "den Typen"
jemals sitzenlasse.  

16. Szene: Harry trinkt im Gastgarten des Akropolis die Reste aus stehengebliebenen
Biergläser woraufhin Mary zum ihm tritt und meint, er solle so etwas nicht trinken. Paolo
kommt vorbei und sagt, dass Elena drin warten würde. Mary fordert ihn auf, Harry ein
Weissbier zu bringen und will dann ins Lokal gehen. Else kommt am Biergarten vorbei: "Des
g'freit mi... hiatz muass endlich arbeiten, die stinkfaule Negerin, die stinkfaule. Ah,
da hockt a no da Penner, pfuiteifel no amal, da graust's ma richtig, pfuiteifel,
pfuiteifel. Ja, Obdachlose und Neger soll ma net in unser Land rei'lassen - und in unser
Strass scho glei überhaupts gar net!" Harry gibt der "lecken Fregatte" den Tip zuzusehen,
dass sie Lang gewinne, woraufhin Else beinahe von einem jungen Mann über den Haufen
gerannt wird. Er hält Mary auf, die gerade zur Türe hinein will und erklärt, vom
Morgenblatt zu kommen - sein Kollege könne leider nicht, deshalb sei er wegen des
Interviews gekommen. In diesem Moment kommt auch Paolo vorbei und erinnert sie an die
wartende Elena woraufhin Mary meint, dass es im Augenblick sehr ungünstig sei, zumal sich
der Zeitungsmensch auch für den Abend angesagt hätte. Der Knabe beginnt daraufhin beinahe
zu flennen, was Mary dann doch veranlasst, ihm ein paar Minuten ihrer Zeit zu schenken.
Sie setzen sich an einen Tisch im Garten, Mary fragt stakkatoartig, ob er über die
Situation in Nigeria, die Umweltzerstörung durch die Ölkonzerne, den Widerstand der Ogoni
und Ken Saro-Wiwa Bescheid wisse, doch der "Interviewer" lächelt nur hilflos und muss
schliesslich zugeben, dass er nur Volontär in der Sportredaktion sei und von der
Situation in Nigeria keine Ahnung hat. Mary beginnt nun, in aller Kürze die wichtigsten
Fakten zusammenzufassen - sie kommt aber nicht weit, da Elena neben ihr auftaucht und
sich darüber beschwert, dass sie in der Küche wartet während ihre Schwiegertochter lieber
schwätzt anstatt ihr zur Hand zu gehen.

17. Szene: Käthe hat sich inzwischen bei den Zenkers eingefunden, wo Andy sich gerade mit
Bedauern verabschiedet - aber Scholz und Schiller würden nunmal schon im Akropolis
warten. Schon halb zur Türe draussen lässt er Käthe noch wissen, dass die Sache mit dem
Stuhl in Ordnung gehe.  Inzwischen treffen auch Momo und Nico ein, Käthe und Heiko
tauschen Theatergeschichten aus, ehe alle miteinander anstossen: "Auf die Gesundheit und
die Zukunft - schliesslich ist das immer noch das beste das wir vor uns haben", wie es
Oma Rosi so schön formuliert.

18. Szene: Im Akropolis wird an der Bar getrunken. Hajo dreht sich rum und fragt mit
nicht mehr ganz leichter Zunge , warum sie bloss so betrübt wären, "d-das ist doch 'ne
Geb-burtstagsfeier, oder was!?". Neben ihm dreht sich Erich rum und fragt auch nicht mehr
ganz nüchtern, wie alt Andy denn eigentlich werde. Als dritter zeigt Hans eine
135°-Drehung und erklärt in der Tat eher betrübt denn betrunken, er werde 52, "der junge
Hüpfer". Schliesslich vervollständigt Gung die Balletnummer an der Stange:
"Sweiundfünfsich???". Schiller stellt die Frage in den Raum, was die anderen denn machen
würden, wenn sie wieder richtig jung wären - "würdet ihr eher ein Abenteuer erleben
wollen, mit schönen Frauen und Reisen oder mehr so... trautes Heim, Glück allein...
Kinder und Frau." Hans meint, wenn er wieder jung wäre, würde er sich gar nichts
wünschen, da er dann ohnehin alles hätte, was ihm fehlt: "Schwung, Energie, Mumm, Zeit...
Zeit vor allen Dingen!" Die Kellnerin bittet die Herren daraufhin zu dem eben frei
gewordenen Tisch - Hajo bestellt die Lammkeule mit "Tsa-Tsats-tss...", Erich meint, er
hätte keinen Hunger, was Hajo wiederum blöd findet, denn "aus einem verzagten Arsch kommt
selten ein f-fröhlicher F-furz! Welcher berühmte Man hat das gesagt? Na, Gung?" - Gung:
"Aber nicht Konfuhse?!". In der Tat, es sei Martin Luther gewesen und recht hätte er
gehabt, erklärt  Hajo. Da betritt Andy die Szenerie, woraufhin die Herrenrunde zum "Viel
Glück und viel Segen"-Kanon anstimmen, in den erstaunlicherweise sämtlich anderen
Lokalbesucher fröhlich einfallen. Durch die feiernde Runde bahnt sich ein junger farbiger
Mann seinen Weg, der schliesslich in Mary zu finden scheint, wen er gesucht hat.

19. Szene: Helga sitzt alleine zu hause, Leas Teddybären im Arm und schaut sich irgendwas
mehr oder minder Dramatisches im Fernsehen an ehe sie die Glotze plötzlich ausknipst, den
Bären neben sich stellt, seufzt und aufsteht. 

20. Szene:  Auch Klaus und Flip haben inzwischen ins Akropolis gefunden. Klaus: "Flip,
hast du Geld dabei?" - Flip: "Nee, wieso? Hast du keins?". Die beiden beschliesen,
anzuschreiben. Hans ist anscheinend auf dem Weg auf die Toilett und begrüsst seinen Sohn
im Vorbeigehen flüchtig. Der Fremde fragt Mary (auf deutsch), ob sie noch mit weiteren
politischen Flüchtlingen aus Nigeria Kontakt hätte sie entgegnet, nicht zu wissen,
weshalb er sich dafür interessiere. Sie will ihn stehenlassen, doch als er noch fragt,
wer die Künstler beim Benefizkonzert nächste Woche sein werden, teilt sie ihm noch mit,
dass dies eine Überraschung sei und er schon selbst kommen müsse, um dies herauszufinden.
Er: "Worauf sie sich verlassen können." Klausi fragt, wer das sei und Vasily antwortet,
dass er sich für das Konzert interessieren würde. Er möchte seinerseits wissen, weshalb
Mary so unfreundlich zu dem Mann gewesen sei. Mary: "Irgendwas stimmt nicht mit ihm. Ich
fühle es ganz genau. Er hat kaltes Blut."

21. Szene: Helga geistert nachdenklich durch die Wohnung. Im Badezimmer kommt sie zu
stehen und betrachtet ihr Spiegelbild. 

22. Szene: Die mehr feucht- als nur fröhliche Runde im Akropolis ist mittlerweile dazu
übergegangen, Andy singend "Zum Geburtstag viel Glück" zu wünschen, ehe Erich den Chor
auf "Row, Row, Row the Boat" umdirigiert. Ausgerechnet Helga kommt dem ob der
Gesangeskünste leidenden Andy zu Hilfe. Erich lässt sich ohne ein Wort des Widerstandes
von seiner Gattin abholen und darf sich dafür zum Abschied "Auf Wiedersehen!"-Chöre
anhören und mit Bierdeckeln bewerfen lassen.

23. Szene: Draussen ist Harry von Weissbier wieder zum Korn umgeschwenkt. Erich bedankt
sich Helga und sie meint, sie hätte ihn wirklich nicht aus der Kneipe holen wollen, aber
sie hätte nunmal solche Sehnsucht nach ihm gehabt. Erich erzählt, dass ihm klar geworden
sein, wie gut er es mit ihr und seinem Leben eigentlich habe, als er vorhin mit Hans
gesprochen hatte. Es täte ihm leid, sich am Morgen so schafsmässig benommen zu haben - es
kommt zu einer gegenseitigen Entschuldigungsserie die damit endet, dass Helga ihrem Erich
einen Vorschlag unterbreitet: sollte er ihr die intensive Zeit mit Lea gönnen, so wäre
sie nachher bereit mit ihm nach Irland zu gehen so lange er möchte. Noch auf der Strasse
versinken die beiden in einen tiefen Kuss, den Harry ungerührt mit "Schlabber...
schlabber... schleck... schleck..." kommentiert.

24. Szene: Im Treppenhaus der Lindenstrasse Nr. 3 ist es duster, was auch Helga nicht
gerade zu Begeisterungsstürmen hinreisst. Erich zückt sein Feuerzeug und will seine Taube
Phantom-der-Oper-gleich zum Lift geleiten [Ja, die beiden  beginnen auch, Einschlägiges
zu singen!]. Erich öffnet die Lifttür, lässt Helga den Vortritt, dreht sich kurz um - und
vernimmt nur noch einen kurzen Schrei sowie dumpfes Poltern. Zoom auf den entsetzt mit
dem Feuerzug in den Aufzugschacht leuchtenden Erich, Schlussmusik, Abspann.

[Inserts für alle, auch für den "Reporter" und den "unbekannten Mann".]


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