Folge 708: "Streßsymptome"
(27.06.1999)
1. Szene: Helga misst bei Lea Fieber, ihr Augenbrauenhochziehen nach dem Blick auf's
Thermometer lässt vermuten, dass es der Kleinen auch schon besser ging. Erich kommt mir
Schürze um und Tablett in der Hand ins Zimmer und fordert die "barmherzige Schwester"
auf, Pause zu machen und frühstücken zu kommen. Sie ziehen sich ins Schlafzimmer zurück,
wo sie es sich auf dem Bett mit "duftendem Kaffee, goldenem Toast, Ingwermarmelade und
einem Viereinhalb-Minuten-Ei" gemütlich machen. Als Helga dazu einen Blick auf
(englischsprachige) Zeitung wirft, deutet Erich auf ein Photo und erklärt, dass dieser
Mann, der Aussenminister (wovon?) demnächst zu Gast im Claron Bridge wäre - "ein
hochkarätiger Mann mit tollen Beziehungen zu Managern in grossen Konzernen." Helga ist
nicht wirklich beeindruckt - für sie sieht der Politiker aus wie ein "Zillertaler
Schürzenjäger" und Erichs Einwurf, dass es sich dabei aber um den heimlichen Drahtzieher
in seiner Partei handle, bestätigt sie nur in ihrem Vorurteil, "dass Zillertaler
Schürzenjäger immer ein bisschen aussehen wie Drahtzieher." Nichtsdestotrotz würde er auf
seine Einladung hin eine Woche lang kostenlos im Claron Bridge residieren, entgegnet
Erich, wofür Helga noch weniger Verständnis aufbringt: "Wo er doch so hochkarätig ist, da
schiebst Du ihm noch was hinten rein." Erich versucht zu erläutern, dass er das Niveau
des Hotels heben wolle, was nun mal nur mit Prominenz ginge - und wenn der Aufenthalt dem
Minister und seinem Tross gefiele, dann würde das weitere gutbetuchte Kunden bringen.
Helga: "Was heisst das, "ICH will das Image des Claron Bridge heben"? Heisst das, du
willst tatsächlich leibhaftig und persönlich dastehen, Händchen schütteln und
Willkommensdienerchen machen? Sag mal, du willst doch nicht schon wieder nach Irland?"
2. Szene: Ludwig gleitet in der Küche ein Steingutteller aus der Hand und zerbirst auf
dem Boden. In diesem Moment klopft es an der Türe, woraufhin Ludwig Scherben Scherben
sein lässt und nach draussen rollt. Vor der Türe steht Frau Horowitz, in der Hand einen
Kochtopf. Ludwig meint, er hätte schon befürchtet, der morgendliche Besuch wäre Tanjas
Therapeutin, die sich offensichtlich auch angesagt hat. Die Horowitz nimmt den Deckel ab,
hält Dressler den Pott unter die Nase und erklärt, dass er die frischen Weisswürste nur
warmzumachen brauche, sie aber nicht kochen dürfe, da sie sonst ihren Geschmack
verlieren. Er stellt fest, dass die Sprechstunde ohnehin erst in einer halben Stunde
beginnt, weswegen ihr ja reichlich Zeit bliebe, um noch "ein Käffchen" mit ihm zu
trinken. Sie schiebt ihn in die Küche, wo er den Weisswursttopf auf dem Herd parkt und
mit mässiger Begeisterung kundttut, "die Dinger" vermutlich überhaupt nicht
hinunterzubekommen - "aber vielleicht mag ja Tanjas Therapeutin diese Spezialtät". Frau
Horowitz fragt nach, was es denn mit Tanjas Therapeutin auf sich hätte und Ludwig
antwortet, dass Tanja für ein paar Tage weggefahren sei und ihre Therapeutin ihn allem
Anschein nach verhören wolle - "vielleicht hat Tanja ihr ja schreckliche Dinge über mich
erzählt." Die Horowitz kann sich die schrecklichen Dinge im Zusammenhang mit dem Doc
nicht so recht vorstellen, gibt ihm aber den dennoch den Tip, einfach die Anzwort zu
verweigern, sollte die Dame zu aufdringlich werden und zu viel wissen wollen - oder sie
überhaupt gleich wieder nach Hause schicken, wo er doch nach vorne schauen und
optimistisch sein Leben planen wollte, anstatt in der Vergangenheit herumzukramen.
Dressler scheint diesem Vorschlag gegenüber nicht direkt abgeneigt.
3. Szene: Die Mäuse laufen schultaschenbewehrt durch die Strauchansammlung [die
österreichische Bezeichnung dafür wäre "Beserlpark", hochdeutsche Äquivalent dazu fällt
mir augenblicklich leider keines ein] auf der Kastanienstrasse und unterhalten sich dabei
über ihr jüngestes Geschwisterchen.Auf die Meldung einer seiner Schwestern, Babies würden
ohnehin die meiste Zeit schlafen, wendet Tom ein, dass dies vielleicht bei ihrem nicht so
wäre - sie dürfe schliesslich nicht vergessen, dass es nicht ganz normal sei. Söphchen
verkündet daraufhin trotzig, dass es "aba ganz schön" gewesen sei als sie es gesehen hat.
Tom will wissen, weshalb Anna dann die ganze Zeit geweint hätte, als sie vor 2 Tagen zu
Besuch waren. Sophie läuft unterdessen im wahrsten Sinne des Wortes Helga in die Arme,
die sich erkundigt, ob sie denn jetzt schon ganz alleine zum Bus gingen [das will ich
aber stark hoffen, Sarah wird immerhin bald 12, Tom in Kürze 10 Jahre alt]. Sarah: "Ja,
der Papa ist doch im Krankenhaus, die Mama abholen, die kommen doch gleich!" Helga meint,
da hätten sie sich bestimmt etwas ganz Tolles ausgedacht um sie zu empfangen, doch die
Kinder verneinen überrascht und wollen dann weiter zum Bus. Helga eilt ihnen hinterher
und sagt, dass sie sie ja auch noch am nächsten Tag überraschen könnten. Als Sophie davon
ganz und gar nicht überzeugt ist ("Moagen sind sie ja schon daaaaaa!") fügt Oma Beimer
hinzu, dass dies doch nichts machen würde, da eine Überraschung immer eine Überraschung
bliebe. Sie drückt Tom 2 zusammengefaltete Scheine in die Hand und trägt den Kindern auf,
im neuen Dekorationsgeschäft in der Kastanienstrasse etwas Schönes auszusuchen, ehe sie
sie schliesslich in Richtung Bus loswuseln lässt.
4. Szene: Frau Horowitz geht an die Dressler'sche Türe und sieht sich Berta gegenüber,
die sich sichtlich darüber wundert, wer ihr da gerade aufgemacht hat. Hinter Berta steht
eine zweite Frau, die sie als Frau Dr. Merck vorstellt, die den Doktor sprechen möchte.
Die Horowitz führt sie zu Ludwig, geht aber nicht ins Zimmer. Draussen fragt Berta
pikiert, ob sie denn wisse, wie spät es sei. Horowitz bejaht und ersucht Berta, sie nicht
bei Dagdelen zu verraten - sie würde ihm etwas von Stau oder ähnlichem erzählen. In dem
Moment erinnert sie sich an die Weisswürste und lässt Berta auf dem Flur stehen.
Inzwischen kommt der Doc angerollt, der sich freut, doch richtig gehört zu haben ("Ihre
Stimme ist so unverkennbar wie Ihr Klavierspiel!") und meint, sein Nachfolger solle
seiner lieben Tauchlehrerin wegen der kleinen Verspätung "nicht gleich den Kopp
abreissen" (letzteres verdeutlicht durch eine schön drastische Handbewegung). Berta,
trocken: "Oh, sie stand doch im Stau." Dressler ergänzt, dass sie ihm zudem noch eine
bayrische Delikatesse mitgebracht hätte und fragt die zurückkehrende Horowitz sogleich,
wo die "angeblich so köstlichen Würstchen" denn nun abgeblieben wäre. "Verkocht und
leicht verbrannt" lautet die Antwort, worüber sich der Doc nicht allzu sehr zu grämen
scheint. Nachdem sich Dressler mit der Therapeutin zurückgezogen hat erkundigt sich
Berta, was Frau Horowitz den über 2 Stunden mit dem Seniorchef gemacht hätte. Horowitz:
"Unter anderem über's Tauchen geredet..." - Berta, skeptisch: "Tauchen?" [ach, so nennt
man das heutzutage...]. Die Horowitz nickt, ehe die beiden Damen die Wohnung verlassen.
[Schnitt auf die sich schliessende, braune Tür.]
5. Szene: [Schnitt auf eine sich öffnende, weisse Tür.] Eine Schwester führt Hans in eine
Ärztezimmer, in dem Anna und der Arzt bereits auf ihn warten. Ausser der äusserlich
erkennbaren Lidfalte wären an Martins Verhalten zunächst keine Unterschiede zu anderen
Kindern bemrkbar, erklärt der Arzt - es handle sich im Gegenteil um ein recht munteres
Kerlchen. Hans schaut halbwegs erleichtert drein, Anna eher bedrückt. Ausser beim EKG sei
nichts Signifikantes festgestellt worden, führt der Doktor weiter aus, ein leichter
Fehler beim Schliessen der linken Herzklappe sei nachgewiesen, sollte aber keine zu
grossen Sorgen bereiten, auch wenn regelmässige Untersuchungen natürlich dennoch
angebracht wären. Das Telephon lenkt den Mediziner ab, Anna steht auf und geht aus dem
Raum - angeblich um ihre Tasche zu holen. Hans will ihr nach, doch der Arzt hält ihn
zurück. Unter 4 Augen fragt er nach, ob Anna denn bei früheren Geburten auch postnatal
depressiv gewesen sei. Überrascht verneint Hans und erfährt, dass diese Art der
Depression nicht unüblich sei und nichts mit der Behinderung des Kindes zu tun habe.
Seine Frau brauche jedoch verstärkte Zuwendung und Geduld, es gebe in der Klinik auch
entsprechenede Gesprächskreise. Hans verspricht, sich darum zu kümmern und verabschiedet
sich, der Arzt wünscht ihm viel Glück.
6. Szene: Erich telephoniert im Reisebüro auf Englisch [ohne Untertitel] und bestellt
dabei 15 Kästen Champagner ("...and I do not want German Sekt!"), schliesslich handle es
sich um den Aussenminister. Klausi steckt den Kopf zur Türe rein und will angesichts des
telephonierenden Schiller schon wieder gehen, der winkt ihn jedoch zurück. Nachdem das
Gespräch beendet ist, erkundigt sich Klaus, wo eigentlich seine Mutter sei. Erich: "Sie
ist zuhause, Lea hat Schnupfen. Deine Mutter ist in letzter Zeit nicht sehr leicht." -
Klaus, knochentrocken [und mit Verdacht auf den Spruch der Woche]: "Ja, 95 Kilo oder
mehr." Als Klausi aber hinzusetzt, dass er sich für Erichs Probleme mit Helga nicht
wirklich zuständig fühlt, kommt Erich zum eigentlichen Grund, aus dem er Klausi
anscheinendum ein Gespräch gebeten hatte. Er möchte wissen, ob Klausi Maja früher schon
gekannt habe und als sein Stiefsohn antwortet, dass er sie 3 oder 4 mal gesehen hätte,
fragt Schiller weiter, ob Benny sie Klausis Meinung nach geliebt hätte. Klaus: "Ich denk
schon, waren ja dauernd zusammen, hatten ja auch ne Riesenwohnung in Schwabing." Mit 7
bis 8 anderen Leuten hätten sie diese Wohnung in der Agnesstrasse bewohnt, unten hätte
sich ein kleiner Italiener namens "Da Punto" befunden. Erich boxt Klaus
väterlich-aufmunternd auf die Schulter und möchte wissen, was dann das Besondere an Maja
gewesen sei. Klausi: "Sieht man doch. Ich mein', sie ist schön, sie ist sexy - ich war
sogar richtig neidisch am Anfang. Nur damals hatte ich auch noch Angst vor schönen
Frauen." Erich bedankt sich bei Klausi und wünscht ihm einen schönen Tag. Nachdem er zur
Türe draussen ist greift er zum Telefon und ruft anscheinend bei der Auskunft an, wo er
nach der "Gaststätte" Da Punto in der Agnesstrasse fragt...
7. Szene: Anna und Hans kommen mit Martin nach Hause und werden von den Mäusen mit
"Willkommen Martin"-Schild empfangen. Nacheinander treten Tom, Sarah und Sophie mit
Blumensträusschen an Martins Tragekorb und begrüssen ihren Bruder (besonders nett Sarahs
Spruch: "Ich habe mir schon immer einen zweiten Bruder gewünscht, damit Tom jemanden hat
zum Spielen und ich mehr meine Ruhe." Hans freut sich über die nette Geste der Kinder,
doch Anna beginnt den Braten zu riechen und will wissen, weshalb die Kinder überhaupt zu
Hause wären, wo es noch nicht einmal 12 Uhr sei und sie in der Schule sein müssten. An
sie hätten doch "das alles hier" machen müssen, erklärt Tom und zeigt dabei auf die
aufgehängten Heliumballons. Er fügt an, dass es Tante Helgas Idee gewesen sei ("...ist
doch ganz schön, oder?") und Sarah ergänzt, dass sie ihnen 40 DM gegeben hätte. Verärgert
stellt Anna die Frage in den Raum, weshalb sich Helga immer in ihr Leben einmischen müsse
und ob sie den Mäusen auch noch diktiert hätte, was sie sagen sollten. Sarah antwortet
gekränkt, dass sich das jeder von ihnen selbst überlegt hätte ("...du bist gemein,
Mama!") und läuft weinend auf ihr Zimmer. Sophie möchte von ihrem Vater wissen, was Anna
denn hätte, doch Hans meint nur, sie mögen ihre Mutter einfach ein bisschen in Ruhe
lassen.
8. Szene: Frau Birkhahn und Röschen sitzen im Wartezimmer der Arztpraxis - die Birkhahn
vertreibt sich die Zeit mit einem Kreuzworträtsel und stellt dabei die Frage nach "ejnem
Flejschjericht mit 8 Buchstaben", die sich gleich selbst damit beantwortet, dass es sich
dabei um eine Bullette handeln könnte. Oma Rosi ist anderer Meinung: "'Ne Bullette heisst
aber Frikadelle!". Darauf Frau Birkhahn: "Klops. Kenigsberjer Klops ist der
Oberbegriff.". Rosi gibt sich noch nicht geschlagen: "Es kann natürlich auch ein
Pflanzerl sein. So wie der Berliner ja auch ein Pfannkuchen sein kann obwohl er
eigentlich gar kein Pfannkuchen ist." Die wiederum kann Frau Birkhahn nicht
nachvollziehen: "Ejn Pfannkuchen ist ejn Pfannkuchen, ejal wo er herkommt." Dann wechselt
sie das Thema, gesucht wird nun eine Fernsehserie mit 13 Buchstaben. Die beiden sehen
einander an, halten einen Moment lang inne, ehe Rosi schliesslich erklärt, sich immer nur
den Alfred Biolek anzusehen, da man da so schön alles nachkochen könne. Dressler kommt
ins Wartezimmer, ersucht die Damen, sich auch jene Serien anzusehen, die seinem
Berufsstand gewidmet sind, scherzt ein bisschen mit ihnen und rollt dann weiter. Er
überreicht Frau Horowitz den Weisswursttopf und fragt dann, ob sie nicht gleich jetzt mit
ihrem "kleinen Tauchabenteuer" beginnen könnten.
9. Szene: Erich hängt nachwievor am Telefon, wo er sich nun nach Maja Starck erkundigt.
Als die Person am anderen Ende der Leitung anscheinend erklärt, dass die verzogen wäre,
fragt Schiller, ob der Gesprächspartner vielleicht eine Idee hätte, wie er sie dennoch
finden könne, woraufhin er die Adresse und/oder Telephonnummer von Maja Mutter bekommt.
Inzwischen betritt Hans mit Dreissigtageregenwetter-Gesicht das Reisebüro. Er erkundigt
sich, ob Helga denn gar nicht hier wäre und als Erich wie schon zuvor seinem Sohn auch
Hans erklärt, dass sie zuhause ihre Enkeltochter hütet, meint Hans, dies wäre vielleicht
auch besser, er hätte sich ohnehin nur beklagen wollen. Er erzählt von der Anstiftung zum
Schuleschwänzen, was Erich durchaus erheitert ("Das finde ich schon wieder gut... doch,
Mutter Beimer entpuppt sich als Anarchistin!") Hans kann darüber allerdings gar nicht
lachen - er, der seine Exfrau noch vor 14 Tagen spätnachts zum Kinderhüten beordert hat,
will nun wissen, weshalb sie sich ständing in das Zieglerbeimer'sche Leben einmischen
müsse und lässt ihr ausrichten, dass das Fass nun voll sei. Er drückt Erich 2 Zwanziger
in die Hand und macht sich weiter auf den Weg ins Amt.
10. Szene: Zuvor schaut er aber noch im Café Bayer vorbei, wo er eine Semmel ersteht und
Gabi bitte, nachher bei Anna vorbeizuschauen. Als er wieder weg ist, meint sie der
Kellnerin (Elvira?) gegenüber, es wäre schön, wie sehr er sich über seinen Sohn freut,
nachdem er und Anna sich die Entscheidung zunächst so schwer gemacht hatten. "Und der
Papst will seine Gläubigen einfach allein lassen bei so einer wichtigen Entscheidung,
sowas von weltfremd." lautet die Antwort und Gabi sagt, auch sie könne nicht verstehen,
weshalb die katholische Kirche die Chance nicht nutzt in der Schwangerenberatung zum
Leben zu raten. "Ich bin so froh, dass sich endlich einmal ein paar Katholiken gegen den
Papst stellen, Zeit wurd's."
11. Szene: Frau Dr. Merck meint, Ludwig sei für Tanja nie Liebhaber gewesen, sondern
stets nur jemand, der Liebe haben wollte - "mit anderen Worten: Sex mit einer doch
wesentlich jüngeren Frau." Als Dressler fragt, ob Tanja das so gesagt hätte, muss die
Therapeutin verneinen, setzt aber hinzu, dass sie es vermuten würde. Verärgert fordert
der Doc sie auf, dann doch zu sagen, was Tanja tatsächlich gesagt hätte, denn "mit diesem
verschlüsselten Getue kommen wir bestimmt nicht weiter." Über Sex oder Liebe hätten sie
überhaupt noch nicht gesprochen, meint Frau Dr. Merck, und als Lou wissen will, weshalb
sie dann den ganzen Morgen ausschliesslich darüber reden würde, erklärt sie, dass er
davon ausgehen könne, dass sie Tanja helfen wolle. Dressler verschränkt die Arme über der
Brust und verkündet, ohne Tanjas Beisein nichts mehr zu sagen. Dies wäre bestimmt der
beste weg, sie wolle jedoch nichts überstürzen, meint die Therapeutin und bittet den
Doktor, ihr ein Taxi zu rufen. Das könne sie auch selbst, sagt der und deutet aufs
Telephon. Als sie nun also zum Telefon geht, möchte er wissen, weshalb sie beispielsweise
nicht gefragt hätte, wie es denn überhaupt dazu gekommen sei, dass er sich in Tanja
verliebt hätte. Süffisant entgegnet sie nur, er würde doch ohne Tanja nichts mehr sagen
sollen.
12. Szene: Gabi besucht Anna, die sich ins Bett zurückgezogen hat. Sie gibt ihr ein
Geschenk für das sich Anna zwar bedankt, es aber dennoch achtlos neben sich aufs Bett
wirft. Gabi fragt, wo denn Martin sei und als Anna antwortet, dass er in seinem Zimmer
schlafen würde, will Gabi aufstehen und nach ihm sehen. Anna hält sie jedoch zurück und
bittet sie, Martin doch schlafen zu lassen ("...weil, wenn er aufwacht dann schreit er so
laut.") Gabi bleibt also bei ihrer Cousine am Bett sitzen und angelt nach dem Geschenk,
dass sie ihr nun ein zweites Mal in die Hand drückt. Es sei auch von Valerie, von der sie
auch einen schönen Gruss ausrichten solle. Anna meint, Hans hätte erzählt das Valerie
nach Australien oder Neuseeland aufgebrochen sei um nach Zorro zu suchen - Gabi erzählt,
dass das "dumme Ding" doch in der Tat mit 600,- DM und fast nichts auf dem Konto Hals
über Kopf nach Neuseeland wollte. Anna meint, sie sei halt in Zorro verliebt und als Gabi
fragt, ob Anna denn glaube, dass Zorro auch in Valerie verliebt sei, beginnt im
Hintergrund Martin Laut zu geben. Gabi fragt, ob sie ihn holen solle. anna winkt ab, hält
sich die Ohren zu und fragt, ob Gabi denn nicht auch fände, dass Martin ganz besonders
laut schreit - "so anklagend irgendwie, so gar nicht wie ein Baby." Gabi ist viel mehr
der Meinung, dass er sich bemerkbar macht wie ein ganz normales Kind und fragt Anna
vorwurfsvoll, ob sie sich nicht zumindest ein bisschen darüber freuen könne, dass er so
lebendig sei.
13. Szene: Rosi und Frau Birkhahn haben ihre Rätselpartie inzwischen ins Akropolis
verlagert. Die Frage nach dem "Bewegungselement für Zeitmesser" mit 5 Buchstaben kann
Rosi souverän mit "Unruh" beantworten, schliesslich war sie lange genug mit einem
Uhrmacher verheiratet. Dressler und die Horowitz betreten das Lokal, nach erfolgreichem
Tauchgang in den "Abgründen des Schwimmbades" wie er freudig verkündet. Der Doc kommt
gerade recht um den beiden rätseligen Damen den "Sinus" als lateinische Bezichnung für
die Nebenhöhlen zu liefern, ehe er ihnen noch "veel Verniejen" wünscht. Frau Birkhahn
wirft dann die Frage auf, was sie denn nun mit dem Rätsel machen sollten und Rosi sagt,
ihretwegen könne sie es abschicken. Die Birkhahn fragt Rosi, ob sie denn auch eine
Briefmarke hätte, was tatsächlich der Fall ist. Es gebe schliesslich schöne Reisen zu
gewinnen, für 2 Personen nach Paris oder ins Allgäu. Rosi besteht nun darauf, ebenfalls
mit auf den Absender zu kommen, wenn sie schon die Briefmarke spendiert. Frau Birkhahn
ist davon nicht sonderlich angetan ("Herrjott, eine Person sollte doch jeniejen!"), aber
Rosi denkt gar nicht daran klein beizugeben ("...Sie meinetwegen auch, aber auf je-den
Fall ich!"). Frau Birkhahn: "Ich hab' jarnicht jewusst, dass Sie so happich sind!"
14. Szene: Nun stattet auch Helga den Zieglerbeimers einen Besuch ab. Sarah öffnet ihr
und erzählt, dass sie gerade eine Überraschungstorte gebacken hätten. Helga will wissen,
weshalb die Kinder denn erzählt hätten, dass sie sie zum Schuleschwänzen angestiftet
hätte, wo sie doch klar und deutlich gesagt hat, dass sie ihre Überraschung am
darauffolgenden Tag stattfinden lassen sollten. Sie fragt weiter, ob die Mutter denn noch
schläft, woraufhin Anna zur Küchentür reinkommt wie das Skelett in der Geisterbahn: "Sie
hat geschlafen, vielen Dank!" Sarah macht die Tür sofort wieder zu, um die
Tortenüberraschung nicht zu verderben, woraufhin Helga Anna hinaus folgt um zu beteuern,
dass es ihr leid täte und sie es doch nur lieb gemeint hätte. Anna will davon gar nichts
hören, erklärt dass Helga "das alles einen Scheissdreck" angeht und zeigt ihr dann auch
noch unmissverständlich den Weg zur Tür.
15. Szene: Erich ist inzwischen bei Majas Mutter eingetroffen, die ihn ins Haus bittet.
Die gute Dame wirkt mehr als nur ein bisschen angeheitert als sie Erich an der Hand ins
Haus führt und erklärt, sie hoffe dass sich ihre Tochter ihm gegenüber anständig benommen
habe - mit ihrer Mutter würde sie nämlich schon lange nicht mehr reden ("...und deswegen
fällt mir zu dieser Tageszeit entweder die Decke auf den Kopf oder das Glas aus der
Hand..."). Sie bietet Schiller zuerst einen Drink an, fordert ihn dann auf, Platz zu
nehmen, ehe sie ihm einen Umschlag mit Photos gibt. "Sie wollten was über unsere kleine
Biene Maja erfahren. Wie die Lichtbilder da unschwer verraten, handelt es sich um ein
Geschöpf, das fleissig von Blüte zu Blüte gesurrt ist."
16. Szene: Hans kommt gut gelaunt nach Hause, seine heiteren Worte der Begrüssung bleiben
jedoch vorderhand unbeantwortet. Die Kinder haben sich nachwievor in der Küche
verbarrikadiert, wie er feststellen muss, und verkünden durch die Türe, noch nicht ganz
fertig zu sein. Das ginge schon seit 2 Stunden so, erklärt Anna, die plötzlich neben Hans
auftaucht, und sie hätte solchen Durst. Das könne doch kein Problem sein, entgegnet Hans,
die Kinder könnten ihr doch etwas zu trinken geben. "Könnense nich', ich will Orangensaft
und der ist alle und ich hatte keine Lust einkaufen zu gehen." [Ob es eine
unverantwortebare Anforderung wäre, Kinder im Alter von 12, 10 und 8 Jahren zum
Supermarkt zu schicken?] Hans ärgert sich, schon wieder vergessen zu haben, dass er
eiegtnlich einkaufen gehen wollte - er erklärt, noch kurz nach dem Baby zu sehen und
danach den Orangensaft für seine Schöne zu organisieren. Die hat sich inzwischen wieder
auf das Bett gesetzt und starrt ins Leere. "Ich weiss nicht, was mit mir los ist, Hans,
ich geh' irgendwie rückwärts oder irgendwie bergab. ich hab' zu nix mehr Lust, noch nicht
einmal dich zu umarmen."
17. Szene: Während Erich die Bilder anschaut, führt Majas Mutter einen nicht
uninteressanten Monolog: "Eines Abends hat sie es wenigstens fertiggebracht, ihrem Vater
die Wahrheit zu sagen. Das habe ich nie geschafft. Aber sie - sie war rücksichtslos gegen
sich selbst. Man könnte es natürlich auch Egoismus nennen. Aber dass ich mich nie getraut
habe, meinem Mann zu sagen, was ich von ihm halte, hat ja nun auch wieder was mit
Egoismus zu tun. Oder mit Selbstschutz, ganz wie sie wollen. Jedenfalls hat sie sich
total von ihm gelöst, von einem Tag auf den anderen. Kein Geld mehr akzeptiert und das
von ihm so heiss verlangte Architekturstudium trotz bester Leistungen einfach
hingeschmissen. So, zack!, weg damit. Tja... im Gefängnis ist ja nun Nachdenken und ein
züchtiges Leben angesagt."
18. Szene: Luftballonschwenkend holen die Mäuse Anna aus dem Schlafzimmer in die Küche
(Tom: "Da erwartet dich die gröööösste Überraschung aller Zeiten!"). Dort angelangt ist
Anna nicht in der Lage, so etwas wie Freude aufzubringen. "Ich weiss ihr habt es
wahnsinnig lieb gemeint, aber... hättet ihr es nicht bei einer Überraschung belassen
können?"
19. Szene: Hans sitzt im Akropolis an der Theke - vor sich hat er zwar eine Flasche
Orangensaft stehen. aber nachdem die wohl für seine Schöne gedacht ist, spricht er selbst
lieber dem Roten zu. Mary meint, Annas Angst bliebe bestimmt nicht lange bestehen und sie
würde sie am nächsten Tag besuchen. Hans meint, sie solle sich lieber noch etwas mehr
Zeit lassen, da im Moment noch alles sehr anstregend für Anna sei. Mary fragt, ob sie
denn stillt und Hans gibt zur Antwort, dass Anna gesagt hätte, sie habe nicht genügend
Milch. Mary bedauert dies: "Bei uns zu Hause heisst es, dass es nichts Besseres auf der
Welt gibt als die Muttermilch." Hans deutet auf das Glas in seiner Hand: "Doch... hier,
der kleine Rote. (...) Nicht besser, vielleicht, aber genau das richtige im Moment." Er
trinkt aus, nimmt den Orangensaft, verabschiedet sich, vergisst beinahe seine Brille und
schlurft schliesslich von dannen.
20. Szene: Die Horowitz geht von der Praxis hoch zur Dressler'schen Wohnung. Auf dem Weg
liest seine eine Nachricht von Tanja an Ludwig, in der sie ihm mitteilt, von Frau Dr.
Merck vom wenig erfolgreichen Gespräch der beiden erfahren zu haben. Die Therapeutin
hätte aber viel Geduld und würde wieder mit ihm reden wollen, sobald er dazu bereit sei.
Gemeinsam in Therapie zu gehen könne nur ein Ziel sein, wäre aber noch sehr weit weg.
Frau Horowitz ist inzwischen oben angelangt, gibt dem Doc das "Fax" [gefaltet und im
Kuvert?] und wünscht ihm eine gute Nacht. Er wirft einen Blick auf das Fax, schaut dann
aber Frau Horowitz nach, wobei sie eine gewisse Faszination auf seinem Gesicht
abzeichnet.
21. Szene: Hans ist wieder daheim, findet seine Frau in der Küche sitzend vor. Anklagend
fragt sie, wo er so lange abgeblieben sei. Mit schwerer Zunge erklärt er, dass der
Supermarkt bereits geschlossen gehabt hätte, weswegen er den Orangensaft im Akrpolis
holen musste wobei er ein wenig mit Mary ins Plaudern geraten sei. Er erzählt, dass Mary
sie gerne besuchen würde. Anna, gereizt: "Was heisst den 'würde'?" Hans meint, dass sie
halt wisse, dass Anna in den ersten Tagen noch viel Ruhe bräuchte. Anna: "AHA! Und
deshalb lässt du mich auch allein die ganze Zeit hier, weil ich meine Ruhe brauche.
Allein mit deiner durchgeknallten Exgattin und allein mit den Kindern!" Er will ihr
Orangensaft einschenken, doch sie beginnt zu zittern, weswegen er ein wenig verschüttet,
was Anna endgültig dazu veranlasst, aufzuspringen und ins Schlafzimmer zu laufen. Er ruft
ihr nach, dass es die Kinder gut meinen würden und er ebenso, dass er sich die Lunge aus
Leib rennt, um ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen, weswegen sie ihn noch lange
nicht anschreien müsse, wenn er einmal nur 2 Worte mit ihrer Freundin wechselt.
22. Szene: Hansemanns durchgeknallte Exgattin betrachtet unterdessen in der Küche
eingehend die Photos, die Majas Mutter Schiller offensichtlich mitgegeben hat, während
der im Wohnzimmer Zeitung liest. Helga fordert ihn auf, etwas zu essen - "oder hat dir
Frau Starck während deines viereinhalbstündigen Besuchs auch etwas zu essen gemacht?".
Erich entgegnet, dass er weder jetzt noch später mit ihr essen würde, wenn helga ihm
weiter unterstellt, nur "einen bösen Komplott" gegen Maja schmieden zu wollen. Sein
Pummelchen meint, er möge nicht übertreiben, sie wolle ihm ja glauben, dass er Majas
Mutter nur besucht hätte, um seinen Entschluss, nicht nach Irland zu gehen, "auf
gesunde... auf, sagen-wir-mal, betonierte Füsse zu stellen." So sei es ja auch, sagt
Schiller - er werde hierbleiben und einsehen, dass es eine wunderbare und riesige Sache
sei, ein Enkelkind zu haben - sobald es eben bewiesen sei, dass es sich bei Lea
tatsächlich um Helgas Enkeltochter handelt. Bisher, und gerade an diesem Abend, hätte er
aber seine Zweifel daran, denn auch Helga könne wohl kaum behaupten, dass die Photos, die
Maja mit verschiedenen Männern zeigen, getürkt seien. Helga: "Herrgott, Maja war ein
junges, lebenslustiges Mädchen!" Erich: "Für die Art 'Lebenslust' benütze den Mutter den
Begriff... nymphomanisch!" Helag widerspricht energisch - so sei Maja nicht gewesen, die
Mutter sei nur eifersüchtig auf ihre hübsche, begehrte Tochter. Man kenne das doch aus
diesen Kreisen, wo die Frauen nichts anderes zu tun hätten, als Hof zu halten und von
einer Schönheitsoperation zur nächsten zu hechten. Erich fragt Helga "ganz offiziell" ob
sie, wenn es sich herausstellen sollte, dass Lea nicht Bennys Tochter ist, bereit sei,
das Kind zu vergessen und mit ihm nach Irland zu gehen. "Ja oder nein?!" Tzoom auf Helga,
Schlussmusik, Abspann.
[Abspann mit Frau Birkhahn, Frau Starck, Frau Dr. Merck sowie dem Professor (aus dem
Krankenhaus), aber auch Ahmet Dagdelen, der in der Folge nicht zu sehen war (und noch
immer ohne Doktortitel geführt wird!)]
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