Folge 707: "Liebe heißt..."
(20.06.1999)
1. Szene: Valerie deckt den Zenker'schen Frühstückstisch als Gabi die Küche betritt und
ihr Grüsse von Boris ausrichtet, der am Vortag im Café Bayer war, und seine Frau
wahnsinnig gerne wiedersehen würde. Gabi: "Er hat dir halt verziehen. Er möcht' trotz
allem wieder mit dir zusammenleben. Er liebt dich halt. Willst dich nicht doch wieder mit
ihm treffen?" Valle wirkt ganz und gar nicht interessiert, da in diesem Moment das
Telefon zu läuten beginnt, bleibt ihr eine Antwort jedoch erspart. Beim Anrufer handelt
es sich um Hans, der Valerie anscheinend darum bittet, am Nachmittag auf die Kinder
aufzupassen. Valle stimmt zu und ehe sie auflegt, erkundigt sie sich noch, ob es denn
Neuigkeiten von Zorro gäbe. Als Hans' Antwort offensichtlich positiv ausfällt, bessert
sich Valeries Laune schlagartig. Sie teilt Gabi mit, dass Zorro gleich 2 Karten
geschrieben hätte und als die nachfragt, ob sie denn tatsächlich an sie gerichtet wären,
erklärt Valle, dass sie zwar an Hans und Anna gegangen wären, was jedoch daran läge, das
Zorro die "Liebe noch geheimhalten" wolle und Hanns und Anna ja gewusst hätten, was los
war.
2. Szene: Berta liest dem sich eben rasierenden Hajo einen Brief an Manoel vor, in dem
sie ihm mitteilt, dass seine "alte Adoptivmutter" [Zitat] zu heiraten gedenke. Die
Hochzeit werde am 23.09. über die Bühne gehen [die Tatsache, dass es sich bei diesem
Datum um einen Donnerstag handelt, gibt Grund zur Annahme, dass die Festivität in der Tat
stattfinden oder aber zumindest auf dramatische Art und Weise verhindert werden wird...]
- allerdings nur im Standesamt, nicht in der Kirche. Hajo ist der Ansicht, das Berta dies
gar nicht erwähnen müsse, da dies Manoel möglicherweise vom Besuch abhalten könnte:
"Mexikaner lieben grosse, prachtvolle, bunte Feste. Und es ist ja noch gar nicht
entschieden, dass wir nur aufs Standesamt gehen." - zumal es ihm seine Mutter nie
verzeihen würde, wenn ihr Sohn nicht kirchlich heiratete. Sein Rehlein gibt zu bedenken,
dass sie sich doch einig darüber gewesen wären, dass sie nicht in weiss gehen werde,
weswegen die Kirche schonmal flachfiele. Hajo sieht die Dinge differenzierter: "Was hat
denn bitte die Farbe des Kleides mit der Kirche zu tun, hä?? Das eine ist Oberfläche und
das andere ist was Geistiges und was Geistliches. Und wenn ich schon heirate, dann möchte
ich nicht, dass der Geist zu kurz kommt." Berta, bereits einigermassen eingschnappt,
erklärt, dass sie bislang immer der Auffassung gewesen sei, das Nickis Geist in der
Beziehung mitnichten zu kurz käme.
3. Szene: Ein Tablett mit einer Sektflasche balancierend betritt Gabi Annas Zimmer im
Krankenhaus - sie erkundigt sich nach ihrem Befinden und erblickt dann Martin: "Oh Gott,
ist der süüüüsss!". Ihre Cousine bestätigt dies, um dann hinzuzufügen: "Er macht alles,
was andere Babies auch machen." Gabi fordert Anna auf, auf ihn anzustossen, doch die
nimmt das Glas nur zögernd und meint, sie dürfe eigentlich noch nicht - auch wenn ihr der
Arzt bestätigt hätte, die Embolie der Vorwoche gut überstanden zu haben. Sie sagt, dass
Gabi die erste wäre, die sie überhaupt ins Zimmer gelassen hätte und dass sie sich selbst
kaum noch kennen würde. Gabi meint, dies wäre gar kein Wunder: "vorige Woche, da warst ja
auch mehr tot als lebendig."Anna: "Vielleicht wär' ich tatsächlich drübergegangen - wenn
Tom nicht grad dagewesen wäre." Als Gabi berichtet, dass Hans erzählt habe, dass Tom
zuhause wieder ganz lieb sei und sie sich keine Sorgen um ihn zu machen brauche, beginnt
Anna zu weinen. Sie ersucht Gabi, Martin hinauszufahren, damit er nicht zu schreien
beginnen: "Es reicht, wenn ich die ganze Zeit heul'." Gabi kommt der Bitte nach, während
Anna weitere Tränen über ihr Kopfkissen vergiesst.
4. Szene: Klausi erkundigt sich beim frühstückmachenden Flip angesichts der 4 Gedecke, ob
er denn tatsächlich mit Momos Erscheinen rechne. Flip kann sich dies ebensowenig
vorstellen wie Klaus - auch wenn Eva Momo zu ein paar Abschiedsworten überreden wollte.
Klausi: "Die paar Worte schafft der nie. Und das finde ich auch ganz gut so - deinem
Vater darf man nicht verzeihen.". Sein Mitbewohner pflichtet ihm bei: das gleiche habe er
zu seiner Mutter auch gesagt, die jedoch hätte gemeint, sie könnte Kurt vielleicht doch
verzeihen - nur ob sie auch wieder mit ihm leben könne, das hätte sie noch nicht sagen
können. Klausi will wissen, weshalb sie dann mit ihm nach Afrika ginge - Flip: "Ja mein
Gott, frag sie das doch selber, ich weiss es nicht. Weil sie verzweifelt ist, weil sie
keine Perspektive hat, weil sie keine Arbeit hat, keinen Liebhaber - da klammert sie sich
halt wieder an Kurt." Als Klausi feststellt, dass die ganze Situation ziemlich scheisse
ist, erklingt die Türglocke. Klaus öffnet, lässt Kurt und Eva ein und verschwindet
gleichzeitig selbst aus der Wohnung. Eva meint, es sähe beinahe so aus, als würde er vor
ihnen fliehen, und Flip muss ihr zu stimmen: "Es sieht nicht nur so aus... es ist auch
so."
5. Szene: Berta, mittlerweile wieder besser gelaunt, verkündet, dass sie schon längst weg
sein müsse, Nicki vorher aber noch etwas zeigen wolle. Er meint, dass die Horowitz sie
schon nicht fressen werde. Berta: "Na sie nicht, aber er. Er wird immer unausstehlicher."
Sie hält Hajo eine Zeitschrift unter die Nase, in der offenbar Lady Dis Hochzeitskleid
abgebildet ist, und bedauert, dass man es nicht kaufen könne, da es nun einer
"amerikanischen Mieze" gehört. Hajo, mit beleidigtem Unterton: "Wie schön, dass wir
wenigstens etwas gemeinsam schön finden." Berta stellt halbwegs amüsiert klar, dass sie
doch keine Fremde für ihn sei, nur weil sie gegen kirchliche Trauungen ist. Sie haucht
ein Küsschen in seine Richtung, geht und lässt einen nachdenklichen Hajo zurück.
6. Szene: Eva bittet Kurt, sich nicht aufzuregen, da Flip nur sagen würde, was alle
sagen. Eben dies, meint Kurt, würde ihn ja gerade aufregen, da er sich gerade von seinem
Sohn ein wenig Verständnis erwartet hätte. Dies wiederum kann Flip nicht so recht
nachvollziehen, was er seinem Vater auch lautstark klarzumachen versucht: "Warum das
denn? Momo ist mir trotz aller Schwierigkeiten, die ich mit ihm hatte und auch immer noch
habe, tausendmal näher als du es bist! Und er hat nie jemand belogen oder betrogen, er
ist hier eindeutig das Opfer - und du hast ihm nicht ein einziges Mal die Möglichkeit
gegeben, sich zu wehren. Und Eva probiert jetzt auch noch, ein paar versöhnliche
Abschiedsworte von ihm zu bekommen! Da krieg' ich doch das kalte Kotzen! Lasst ihn doch
endlich mal zufrieden!!" Ebenso lautstark will Kurt daraufhin wissen, wie er Momo den in
Frieden lassen solle, wo es doch ständig Krieg mit ihm gebe - Flip entgegnet, dass Kurt
noch nicht einmal gemerkt hätte, dass der Krieg längst vorbei sei, da Kurt für seinen
Sohn mausetot wäre. Eva fragt Flip, ob er seinem Vater denn auch die Hand zum Abschied
verweigern würde. Der erklärt nur, dass er zwar ein Abschiedsfrühstück bereitet, jedoch
keine Lust auf pathetische Lügen hätte. "Und wenn du dich wegen deiner
Perspektivlosigkeit hinter einem Pathos oder einer angeblich wiederauferstandenen Liebe
verstecken willst, dann ist das dein Bier, Eva." Kurt packt Flip nun an den Schultern und
fordert seinen Sohn auf, ihm gut zuzuhören. "'Vergebung' klingt für dich vielleicht
pathetisch. Aber für mich... ja, für mich ist es die einzige Chance, euch zu beweisen,
dass ich trotz allem wieder euer Vater bin. (Pause) Und dass ich euch ein guter Vater
sein will." Mit bebenden Lippen und brechender Stimme erwidert Flip, dass sie aber keinen
mehr bräuchten. "Du hast uns schliesslich selbst zur Selbstständigkeit gezwungen...
(Pause) Kann ich euch... ja nur noch... viel, viel Glück wünschen." Damit nimmt er seine
Jacke und verlässt die Wohnung ohne ein weiteres Wort oder auch nur einen Blick zurück.
7. Szene: Hajo beobachtet das Modell, an dem er gerade arbeitet durch einen Feldstecher,
während er telephoniert - anscheinend mit einem ehemaligen Kollegen aus Polizei-Zeiten.
Er fragt, wie denn seine Chancen stünden - zwar wisser er, dass sein Gesprächspartner
"das" nicht dürfe, aber bei "diesem Rossini" handle es sich um einen "hochbegabten
Jungen" [!] mit dem eine Freundin von ihnen ein Geschäft eröffnen wolle. Die Person am
anderen Ende der Leitung konnte Fausto inzwischen aber ohnehin schon ausfindig machen,
was Hajo erfreut zur Kenntnis nimmt. Hajo bedankt sich, verspricht, seine Quelle nicht zu
verraten und erzählt dann auch noch kurz von seinen eigenen Plänen für die nähere
Zukunft: "B-Berta und ich heiraten d-demnächst in diesem Theater."
8. Szene: Valerie hat im Café Bayer nicht nur (wie verabredet) den Zieglerbeimer'schen
Wohnungsschlüssel vorgefunden, sondern auch Söphchen, was so nicht ausgemacht war. Die
beiden betreten nun die Wohnung und Sophie hebt ein Blatt Papier auf, das auf dem
Fussboden liegt, und beginnt, ihr davon vorzulesen: "Liebe Valerie! Das sind die letzten
Lebenszeichen...". Die "liebe Valerie" nimmt ihr den Zettel und die beiden darunter
verborgenen Postkarten unsanft ab und fängt selbst an zu lesen, als Söphchen fragt, ob
Valle ihr was zu essen machen würde. Als die brüsk verneint, verkündet Sophie, dass sie
"aba Hunga" hätte und reisst Valerie dabei zu Boden. Quengelnd erklärt sie, Nudeln zu
wollen, ehe sie sich bockig in die Ecke setzt.
9. Szene: Momo räumt gerade die Räder vor den Laden, als seine Mutter vorbeikommt, um
sich von ihm zu verabschieden. Eva: "Ich möchte dir adé sagen!" - Momo, nach einer Weile:
"Adé." Eva meint, Momo könne doch zumindest zum Abschied ein paar Worte mit seinem Vater
wechseln. Damit weckt sie zwar Emotionen bei ihrem Sohn, jedoch keine positiven. Er
stellt klar, dass dies für ihn nicht in Frage käme und sie dies auch wisse.Eva möchte
wissen, ob er es noch immer als Verrat empfinde, dass sie mit Kurt gehen würde. Momo:
"Ich werfe dir deine Schwäche nicht vor, dazu habe ich kein Recht." Sie erklärt, sich die
Sache gut überlegt zu haben. Momo: "Ich habe gesagt ich mache dir keinen Vorwurf. Ich
habe nur Mitleid mit dir und mit Sicherheit keine Möglichkeit, dir zu helfen." Eva
widerspricht ihm - Momos Möglichkeit ihr zu helfen bestpnde darin, Kurt zu vergeben.
10. Szene: Söphchen sieht sich im Fernsehen den "kleinen Eisbär" (mit ziemlicher
Lautstärke) an, während Valerie am Telefon bei der Auslandsauskunft nach der Nummer eines
Hotels in Perth fragt. Es läutet an der Türe, Valle öffnet und Lisa tritt ein. ("Da
staunste, was? Deine Stiefmutter hat mir gesagt wo du bist!") Valerie hat jedoch keine
Zeit, sich darüber zu wundern, da sie nach Beendigung des Telephonats zunächst Sophie die
Fernbedienung entreisst, und der Kleinen genervt mitteilt, dass sie Kinder momentan "nur
ganz schwer ertragen" könne [Wieso erklärt sie sich dann überhaupt bereit, auf Sophie
aufzupassen - noch BEVOR sie wusste, dass neben dem Kind auch Post von Zorro auf sie
warten würde?]. Sie schiebt Söphchen in ihr Zimmer und wendet sich dann Lisa zu, der sie
Zorros Karten zeigt. Lisa beginnt halblaut zu lesen: "Lieber Hans! Alles geht
roadmoviemässig [?] toll. Ich geniesse meine Freiheit. Im Hotel hier gibt's einen
barmherzigen Portier, Jimmy, der mich umsonst wohnen lässt. Ansonsten ernähre ich mich
von Gratiszucker auf den Kaffeetischen - habe kräftig zugenommen dabei." Valle spricht
die letzten Worte mit und fragt dann, ob Lisa gut Englisch könne. Die meint es ginge so,
woraufhin ihr Valerie das Telephon sowie den Zettel mit der Nummer in die Hand drückt.
Unterdessen macht sich Söphchen wieder bemerkbar, wird jedoch von ihrer Babysitterin
potwendend wieder in ihr Zimmer zurückgeschoben - dabei teilt ihr Valerie mit, dass Lisa
gleich mit ihr spielen und bei ihr bleiben würde, bis Tom und Sarah zurückkämen. Lisa
fragt, ob Valle denn noch wegwolle und die meint, sie würde es einfach nicht mehr
schaffen und Lisa täte ihr einen Riesengefallen. Die sagt zu und hat mittlerweile
jemanden am anderen Ende der Leitung: "Äh, hallo? Do I speak to Mister Jimmy? My name is
Valerie. Do you know Mister Zorro? (...) Yes, a German... how do you say 'freak'? (...)
Ach so, sie sprechen deutsch!" Daraufhin greift sich (die echte) Valerie den Hörer und
fragt, ob denn ein Franz Joseph Pichelsteiner noch dort wohnen würde. Sie erfährt jedoch,
dass er bereits abgereist und mit dem Frachter "Lion of Patagua" nach Wellington,
Neuseeland unterwegs sei. Während Valle noch überlegt, wie lange man wohl von Australien
nach Neuseeland brauche, äussert Lisa andere bedenken: "Sag mal, hast du eigentlich
bemerkt, dass dein Freund dich auf den Postkarten gar nicht erwähnt?"
11. Szene: Isolde betrachtet ein Photo, dass unter anderem Fausto zeigt, als es an der
Türe schellt. Es ist Scholz, der mehr oder weniger gute Nachrichten bringt. Zwar habe er
Fausto aufgespürt und dazu lediglich ein Ortsgespräch führen müssen, doch der Gesuchte
befinde sich im Gefängnis in Stadelheim. Als Isolde nachfragt, ob Hajo denn sicher sei,
erwidert der tatsächlich "Polizeicomputer lügen selten." Fausto hätte jedenfalls ein
Verkehrsdelikt begangen und konnte oder wollte dafür nicht zahlen, weswegen er nun die
Geldstrafe nun absitzen würde.Isolde weiss nun nicht, ob sie erleichtert oder sauer sein
soll und Hajo meint, als Geschäftspartner wäre der Mann jedenfalls mit Vorsicht zu
geniessen. Isolde: "Ich habe wenig Lust, Ihnen zu erläutern, warum ich mich schon wieder
auf ihn eingelassen habe. Aber.. Sie haben vielleicht recht, Vorsicht ist geboten. Und
das werde ich ihm auch gleich sagen."
12. Szene: Iffi betritt mit Sack und Pack das Haus Lindenstrasse 3 und obwohl sie
eigentlich lange genug dort gewohnt hatte, um es besser zu wissen, steigt sie tatsächlich
in den Lift. Prompt geht das Licht aus, sobald sich die Türe geschlossen hat. Es flucht
jemand auf Polnisch, Iffi ruft um Hilfe, eine Gestalt schwingt sich von oben in den
Innenraum des Lifts. Iffi erschrickt natürlich - aber der selbe Arbeiter, der Hajo vor
einer Woche noch nicht einmal erklären konnte, dass er den Auftrag hätte, den Lift zu
reparieren, kann Iffi in zumindest verständlich Deutsch darüber informieren, dass
entweder sein Kollege schon wieder Mist gebaut oder aber sie das Warnschild übersehen
hätte, in jedem Falle sollte der Lift nicht betreten werden. Nach einigem heftigen
An-die-Wände-Pochen öffnet der zweite Arbeiter die Tür von aussen, der erste entschuldigt
sich vielmals bei Iffi und trägt den Rucksack des "Fräuleins" nach oben.
13. Szene: Isolde erklärt dem Gefängnisportier, dass sie Fausto Rossini besuchen möchte -
der Porter antwortet, dass sie spät dran sei, da die Beuschszeit nur noch eine halbe
Stunde andauern würde.
14. Szene: Iffi und ihr polnischer Gepäckträger sind mittlerweile vor der Zenker'schen
Tür angekommen. Sie bedankt sich bei ihm, er geht in die Mittagspause. Iffi läutet an, es
tut sich jdoch rein gar nichts, woraufhin sie der Wohnung den Rücken kehrt.
15. Szene: Kurt liest sich soeben den Brief durch, den er an Flip geschrieben hat, als es
an der Türe klingelt. Er macht auf - und sieht sich der ziemlich überraschten Iffi
gegenüber, die er rasch hineinbittet. Die beiden wissen sichtlich nicht, wie sie sich
verhalten sollen, eine gewisse Spannung entsteht, die durch stockenden Smalltalk
überbrückt wird.
16. Szene: Der Portier von vorhin [oder sein Zwillingsbruder...? :P] führt nun Fausto von
seiner Zelle in den Besuchsraum. Auf dem Weg dorthin regt sich Fausto mächtig über die
kulinarischen Genüsse auf, die ihm in diesem Domizil geboten werden. Der
Gefängnisbedienstete zeigt sich jedoch nicht sonderlich beeindruckt von Faustos
Ankündigung, in Hungerstreik zu treten und den Küchenchef zu verklagen.
17. Szene: Eva kommt nach Hause - da die Wohnungstüre nur angelehnt ist, ist gut zu
verstehen, wie sich Kurt mit Iffi unterhält. Eva bleibt unentdeckt in der Türe stehen und
hört, wie Kurt erzählt, wie froh er gewesen sei, einen Anlass gefunden zu haben, nach
Deutschland zurückzukommen. Iffi erkundigt sich nach dem Anlass, winkt jedoch rasch ab,
als Kurt ansetzt, Evas Geschichte zu erzählen: "Jaja, davon hab ich gehört. Du wurdest ja
auch reichlich zitiert." Als Iffi fragt, ob sich sein Besuch den gelohnt hätte, schnellt
Eva hinter der Türe hervor wie ein Schachtelteufelchen: "DAS will ich wohl meinen. Oder,
Kurt?" Der pflichtet ihr bei und fügt für Iffi hinzu, dass Eva mit ihm nach Afrika ginge.
Die gerät dadurch einigermassen ins Schleudern: "Ach du meine Güte. Wie's gerade passt,
hä? Das find' ich jetzt echt krass... ich glaub' ich werd' nicht mehr. Schöne Reise
wünsch' ich." Sie greift sich ihre Siebensachen und geht.
18. Szene: "Hättest du das jemals gedacht, Iffi Zenker?" murmelt sie vor der Türe, als
neben ihr wieer der Pole auftaucht und fragt, ob sie etwa von ihm spreche und ob er ihr
helfen solle. Iffi verneint das erste und bejaht das zweite. Sie gibt ihm Rucksack und
Korb und die beidenbegeben sich wieder treppab.
19. Szene: Valerie telephoniert schon wieder und pafft dazu eine Zigarette. Es läutet,
sie öffnet, schenkt ihrer Schwester aber keine weitere Aufmerksamkeit, da sie gerade
dabei ist, mit einer kruden Mischung aus Englisch und Deutsch den Löwen von Patagua
ausfindig zu machen. Iffi bedankt sich bei dem Polen, der erklärt, noch eine Woche hier
zu sein [14 Tage um einen Aufzug zu reparieren???], wie lange sie denn bliebe. Irritiert
antwortet Iffi, dass sie das noch gar nicht so genau wisse. Sie legt ihr Gepäck ab, nimmt
Valerie die Zigarette ab, macht einen Zug, hustet ein bisschen, gibt die Zigarette
zurück. Valerie legt schliesslich auf und bemerkt säuerlich, dass man ihr auch früher
hätte sagen können, dass es in Wellington jetzt mitten in der Nacht sei. Dann fragt
Valle, wo denn Iffis Typ sei - Iffi: "Was'n für ein Typ?". Darauf Valle: "Na dieser
Heiko. Ich dachte, das (deutet Richtung Tür) wär' er eben gewesen." Iffi verneint
amüsiert, nimmt Valerie noch einmal die Fluppe ab und drückt sie im Aschenbecher aus ehe
es doch noch zu einer schwesterlichen Begrüssungsumarmung kommt.
20. Szene: Fausto kommt im Besuchsraum an und fragt die dort wartende Isolde, wie sie ihn
gefunden hätte. Sie: "Ich bin offensichtlich ihr schlechtes Gewissen und das folgt ihnen
überall hin." Sie will wissen, weswegen er im Gefängnis ist. Fausto: "Das Leben ist
ungerecht. Ich habe nur ganz kleine Unfall mit Auto gehabt. Ja... und muss neun Wochen
sitzen. Andere machen Grosskarambolage mit viele Tote und sitze nie. Und es war keine
Absicht von mir." Gemeldet habe er sich nicht, weil er sich vor ihr geschämt hätte und
gehofft, sie würde nie etwas davon erfahren, schliesslich würde er in 5 Wochen ohnehin
entlassen. Angst hätte er gehabt: "Ein Knastbruder! Als Partner. Das hätten sie sowieso
abgelehnt. Und was hätte ich dann machen sollen mit meine Talent? Mit nasse Handtuch
vielleicht totschlagen meine Phantasie?" Isolde erklärt, der Knastbruder habe durchaus
richtig vermutet - sie werde versuchen, einen anderen Partner zu finden. Fausto springt
auf, zieht die Jacke aus, rollt den Ärmel hoch und zeigt ihr ein Tattoo auf dem Oberarm -
eine Rose mit "Casarotti"-Band drumrum. Isolde zeigt sich nicht eben beeindruckt und
verabschiedet sich. Fausto ruft ihr nach: "Wer sind sie denn? Ein Racheengel? Gekommen um
zu strafen?" Sie dreht sich in der Türe noch kurz um, ehe sie den Raum wortlos verlässt.
21. Szene: Eva und Kurt verlassen das Haus Lindenstrasse 3, vor dem gerade ein Taxi
vorfährt. Sie fragt, ob er wirklich glaube, dass sie die richtige Entscheidung getroffen
hätten. Er sagt, er hätte sie am Morgen gefragt, ob sie ihn denn liebe, worauf sie noch
immer nicht geantwortet hätte. Eva: "Dich zu lieben heisst noch lange nicht, auch
miteinander leben zu können." Kurt meint, bis die Maschine tatsächlich abhebt, hätte sie
ja noch eine Menge Zeit, um sich alles noch einmal zu überlegen. Als Kurt in den Wagen
steigen will, trifft sich sein Blick mit dem von Iffi, die in diesem Moment aus der
Haustür tritt. Er steigt ein, der Wagen fährt ab, Iffi schaut dem Taxi nach. Else taucht
neben ihr auf: "Do schaug her. Jetzt schickt's ihn wieder hoam, ihren Ehemaligen, ihren
Ex wia ma heutzutag sagt." Das Taxi fährt mittlerweile durch die Kastanienstrasse, am
"Drahtesel" vorbei, aus dem Momo soeben wieder ein "Fahhrad" auf den Gehsteig schiebt.
Eva kurbelt die Scheibe hinunter und ruft ihm Abschiedsworte zu, doch er starrt dem Wagen
nur stumm nach. In der Lindenstrasse ist Else inzwischen eingefallen, wer da eigentlich
neben ihr steht: "Jaja, sag amal, wos tuast'n du überhaupts do, i hob ma denkt du bist in
der ehemaligen DDR?" Iffi lässt Else links liegen, macht ein paar Schritte die Strasse
hinuter, der Richtung des Taxis folgendend: "Auf Nimmerwiedersehen, Drecksack! Auf
Nimmerwiedersehen, alle beide! Auf Nimmer... wiedersehen."
22. Szene: Während Isolde im Gefängnis von einem anderen Wärter treppauf begleitet wird,
folgt ihr der von vorhin, und gibt ihr schliesslich ein paar Blätter Papier von Fausto -
er lasse ihr ausrichten, sie möge das lesen um zu sehen, dass er sich keine Geschichten
ausgedacht hätte.
23. Szene: Beim Zenker'schen Abendessen erkundigt sich Gabi, ob es am Theater denn keinen
Kündigungsschutz gäbe. Iffi meint, den gebe es zwar, sie hätte jedoch darauf verzichtet,
um ihrem Heiko eventuelle Schwierigekeiten zu ersparen, zumal sie ja auch keine gelernte
Kraft sei. Sie würde daher gerne in der Lindenstrasse bleiben. Valle: "Ja, aber Nico kann
ich im Augenblick überhaupt nicht ertragen." - Andy: "Aber dieser Augenblick ist doch
sicher begrenzt, wie jeder Augenblick..." Iffi erzählt, dass sie ohnehin erst zu dritt
Urlaub machen wollten, ehe sie dann wieder den Fahrradladen übernehmen wolle. Momo könnte
dann auch endlich sein Psychologiestudium beginnen. Überdies hoffe Iffi, dass auch Heiko
bald nach München käme. Valle: "Was denn noch alles? Die Wohnung ist eh schon viel zu
klein! Und ein fremder Mann kommt mir überhaupt nicht hier ins Haus!!" - Iffi: "Also
irgendwie hatte ich ja gehofft, dass deine Hysterie mit dem Baby abgegangen ist,
aber...". Gabi versucht noch, Iffi einzubremsen, doch zu spät. Valle nimmt ihren Teller
und verschwindet in ihr Zimmer, Andy will ihr nach, doch er bekommt nur noch die Tür vor
der Nase zugeschlagen. Valerie fragt das Zorrophoto auf dem Altar, ob es "das eben"
mitbekommen hätte. "Die werden schon merken, wer hier das Sagen hat. Wer bin ich denn?"
24. Szene: Isolde tastet sich durch ihre dunkle Wohnung, dazu hören wir die Stimme von
Fausto, wie er gerade seine tagebuchartigen Nachrichten an Isolde verfasst, in denen er
zu beichten versucht, dass es eigentlich gar nicht viel zu beichten gibt. "Fausto,
Fausto" hauchend schmilzt die Pavarotti fast dahin.
25. Szene: Andy ist abends bereits beim Fernsehen eingeschlafen, Gabi ist nahe dran,
merkt dies aber noch rechtzeitig. Sie steht auf, weckt ihren Mann und beschliesst, doch
schlafenzugehen. Sie fragt, ob er denn glaube, dass Valerie imme rnoch schmollt, klopft
an ihre Türe und will ihr eine gute Nacht wünschen, muss jedoch feststellen, dass das
Zimmer leer ist. Sie fragt Andy, ob er denn gemerkt hätte, dass Valle weggegangen sei,
doch auch ihm ist dies völlig entgangen. Sie gehen ins Zimmer, Gabi entdeckt, dass Zorros
Photo aus dem Rahmen auf dem Altar verschwunden ist. Auf dem Tisch entdeckt Andy einen
Brief: "Lieber Daddy, liebe Gabi! Iffi kann sich getrost in der ganzen Wohnung
breitmachen, mit oder ohne ihren St... Ich gehe auf die Suche nach Zorro, ich weiss, dass
er in Wellington, Neuseeland angekommen ist. Ich werde ihn finden. Eure Valerie." Zoom
auf Gabi, Schlussmusik, Abspann.
|