XcapeetXs Rückblick

Für alle Chatter, die die Lindenstraße nicht sehen konnten


Folge 706: "Geburtstagskinder"
(13.06.1999)

1. Szene: Hans rennt spätnachts oder frühmorgens, die genaue Uhrzeit ist leider nicht
feststellbar, auf dem Flur auf und ab und ist gleichzeitig damit beschäftigt zu
telephonieren, zu fluchen und sich anzuziehen. Seiner sich gerade im Schlafzimmer unter
Wehen aufrichtenden Schönen teilt er mit, dass er in der WG niemanden erreichen würde,
wegwegen ihm nur noch eine einfiele, die sich um Sarah und Söphchen kümmern könnte. Anna
berichtet, den Mäusen einen Brief geschrieben zu haben und reklamiert dann ihren
Mutterpass. Hans macht sich hektisch auf die Suche [mit Verdacht auf den Spruch der
Folge: "Verdammt noch mal, ich hab einfach nicht daran gedacht, dass Babies mitten in der
Nacht kommen, Mensch!"] und will wissen, ob der denn unbedingt nötig wäre, in der Klinik
hätten sie doch sämtliche Daten. Anna meint, bei einer normalen Geburt wäre er vielleicht
nicht unbedingt nötig, in ihrem Falle aber... Hans findet das Teil, hält es triumphierend
in die Höhe und greift dann wieder zum Telefon, um Helga anzurufen: "Sie muss uns einfach
helfen. Ihr bleibt ja gar nichts anderes übrig!" - Anna: "Sie muss!? Da schwillt doch
deiner ehemaligen Taube die Mutterbrust wenn sie herkommen kann und rumschnüffeln."

2. Szene: Prompt wird die ehemalige Taube durch heftiges Telephonklingeln aus dem Schlaf
gerissen, woraufhin sie ihrerseits versucht, Erich zu wecken ("Erich! Hörst du nicht?
Willst du nicht rangehen?") - da der sich jedoch gar nicht beeindrucken lässt und
seelenruhig weitersägt, wälzt sich Helga doch aus dem Bett und eilt zum Fernsprecher. Als
sie sich meldet, kann ihr ihr Exmann anscheinend in Sekundenbruchteilen klarmachen, worum
es geht ("Ja?... Hans! Aber natürlich kümmere ich mich um die Kinder!") woraufhin er
anscheinend sofort wieder auflegt, da Helgas nachfragendes "Hans?" unbeantwortet bleibt
und sie auflegt. Auf dem Rückweg ins Schlafzimmer stolpert sie beinahe über eine
Schachtel, wodurch Erich nun doch noch in einen halbschlafähnlichen Zustand versetzt
wird. Sein Pummelchen berichtet, dass bei Anna die Wehen eingesetzt hätten und sie sich
um die Kinder kümmern würde, während Hans seine Frau ins Spital bringt. Sie geht ins
Badezimmer um sich frisch zu machen und wünscht Anna dabei eine leichte Geburt: "Also
wenn ich mir vorstelle, vor der Geburt schon zu wissen, dass mein Kind behindert ist...
das ist ja furchtbar! Arme Anna... man weiss ja auch überhaupt nicht, ob dieses Würmchen
lebensfähig ist... Erich?" Der jedoch schnarcht schon wieder, was ihm ein verächtliches
"häh... Männer!" einbringt.

3. Szene: Während Berta noch schläft erwacht Hajo und schaut dabei noch zerknitterter als
sonst. Er fischt eine leere Flasche aus dem Sektkübel auf dem Nachtkästchen und hält sie
an die Stirn um seinem offensichtlich gewaltigen Kater etwas Linderung zu verschaffen.

4. Szene: Söphchen bemüht sich, den Brief an die Mäuse zu lesen, während Sarah den
Frühstückstisch deckt. Obwohl mehrere Stunden vergangen sein dürften, seit Helga durch
Hansemanns Anruf aus dem Schlaf gerissen wurde, taucht sie jetzt erst im
Zieglerbeimer'schen Heim auf. Sie fragt die Mädchen, ob sie schon gefrühstückt hätten,
und als Sarah verneint, schickt sie sie, Tom zu wecken. Söphchens lakonisches "der ist
nicht da" interpretiert Helga so, dass er in die Klinik mitgefahren sei, woraufhin sie
bemängelt, dass er doch in die Schule müsse. Sarah und Söphchen klären sie über seinen
tatsächlichen Verbleib auf, was Helga jedoch nicht so recht glauben will: "Ausgezogen?
Ja, aber so'n kleiner Junge kann doch nicht einfach ausziehen." - Sarah: "Doch. Papa ist
auch schon ganz böse deshalb. Aber wir sind dafür ganz lieb zum Baby wenn es kommt. Auch
wenn es eine komische Zunge haben wird, hat die Mama gesagt."

5. Szene: Carsten bringt den Müll zur Tonne, vor der Harry pennt. Carsten: "Heh! Müssen
Sie unbedingt vor den Mülltonnen liegen?" - Harry: "Is' was, Doc?". Als Carsten die
Mülltonne lautstark schliesst und zurückschiebt, fragt Harry empört, ob er sich zu Hause
auch so benehmen würde.

6. Szene: Helga legt ein gewaltiges Arbeitstempo vor, denn nachdem sie mit Sarah und
Söphchen gefrühstückt und sie zum Bus gebracht hat, hat sie bereits die eigene Küche mit
ca. 12 Kilo Girlanden, Papierschlangen und ähnlichen Kindergeburtstagsutensilien
geschmückt hat. Erich ist darob wenig begeistert: "...kann ich ja gleich nach Irland
zurückgehen, wenn sich hier alles nur um die Kinder dreht." - Helga: "Was gibt es denn
Besseres und Schöneres als Kinder und eine Familie, hm?" Er könne ihr wohl kaum verübeln,
dass sie sich um Hans gekümmert habe. Erich ist der Ansicht, dass es schön und gut wäre,
"abundzu den Opa zu spielen", es jedoch auch noch andere Dinge im Leben gebe,
Claronbridge etwa: "...will ja auch gehegt und gepflegt werden. Das ist genauso wie ein
Kind, das braucht auch Liebe um zu wachsen und zu gedeihen." Helga erinnert ihn daran,
dass auch das Reisebüro seine Fürsorge nötig hätte: "Hier wirst du gebraucht, hier machen
wir gute Geschäfte, hier verdienen wir gutes Geld." Erich wendet grummelnd ein, dass sie
in Irland ebenso gute Geschäfte machen würden. Mit den "modernen Kommunikationsmitteln"
könne er das Hotel auch von München aus beaufsichtigen, meint Helga. Erich sieht das
anders: "Beaufsichtigen ist was Anderes... ich möchte da sein, bei den Mensch, vor Ort,
möchte alles... leiten, mich um alles kümmern." Helga erklärt, seine ewigen komischen
Irlandschwärmereien satt zu sein. Es läutet an der Türe, Onkel Franz begehrt Einlass.
Erich meint, komisch wäre höchstens sie. Die beiden Geschäfte liessen sich wunderbar
miteinander verbinden, wenn Helga etwas mehr mitarbeiten würde - aber sie ziehe es ja
vor, sich um die Kinder fremder Leute zu kümmern. Helga erinnert ihren Gatten daran, dass
es sich bei Lea immerhin um ihre Enkeltochter handle. 

7. Szene: Hajo liegt noch schlafend im Bett, Berta ist bereits angezogen und verkündet
loszumüssen, da sie noch Rezeptblöcke zu besorgen hätte. Sie klettert zu ihm ins Bett
drückt ihm einige Küsse auf Schulter und Nacken. "Die Nacht war wunderschön... du warst
wunderbar." Sie will gehen, kuschelt sich dann aber doch noch einmal an ihn und flüstert
ihm folgendes zu...: "Weisst du was, Nicki? Wir sollten endlich heiraten." Dann geht sie
wirklich und wirkt fast ein bisschen überrascht ob der eigenen Courage.

8. Szene: Helga und Erich singen Lea ein "Happy Birthday", Onkel Franz bleibt beharrlich
bei "Alles Gute zum Geburtstag" - natürlich gleichzeitig. Nachdem alle gratuliert haben
und Lea die 3 Kerzen ausgeblasen hat, nimmt Erich Helga beiseite um ihr zu sagen, dass er
sie liebe, aber auch so gerne nach Irland möchte: "Und zwar mit dir. Nur mit dir. Und
wenn Lea für dich so wichtig ist, dann nehmen wir sie eben mit." Helga sagt, sie würde
ihn ja verstehen, aber Lea mitzunehmen ginge doch schon wegen Maja nicht und ausserdem
wäre es unternehmerischer Schwachsinn, das Reisebüro in München aufzugeben. Erich ist
anderer Auffassung: unternehmerischer Schwachsinn wäre es vielmehr, "Shännän" überhaupt
zu beschäftigen, denn wenn Helga regelmässig mitarbeiten würde, wäre sie völlig
überflüssig. Und da ihr Vertrag jetzt auslaufe, wäre es der richtige Zeitpunkt, um diesen
Zustand zu ändern. Helga denkt gar nicht daran, dies einfach so hinzunehmen: "Ich werde
ihren Vertrag verlängern, auf unbestimmt Zeit. Dschännän muss doch auch wissen, woran sie
ist und... du magst das nur nicht weil du sie nicht magst." Erich macht sich auf den Weg
ins Reisebüro, Helga erinnert ihn daran, dass sie später kommen würde, da sie noch zu
Maja muss.

9. Szene: Hajo wäscht sich gerade und unterhält sich dabei bestens mit seinem
Spiegelbild: "Geburtstagsfeier... ich weiss nicht mal mehr, o-ob ich nun mit Berta...
oder nich'... doch... im B-Bett.". Es klingelt an der Türe, Hajo lässt den Waschlappen
ins bereits gut gefüllte Becken fallen und geht aufmachen, den Hahn dreht er natürlich
nicht zu. An der Türe ist Isolde, die den tropfnassen Scholz zunächst einmal fragt, ob
sie ihn denn geweckt habe ["Nein, ich w-war schon auf"... und ich dachte schon, sein
Wasserbett wäre leck gewesen...]. Dann überreicht sie ihm ein schmales schwarzes
Schächtelchen - sein Geburtstagsgeschenk, das sie am Vortag in der Handtasche vergessen
hatte. Hajo erkundigt sich, wann die Gäste denn die Feier verlassen hätten - Isolde
meint, dies wäre gegen Mitternacht der Fall gewesen, ehe sie ihm den Rat gibt, seine
Erinnerungen zu sortieren und ihm gute Besserung wünscht. Sie will gehen doch er hält sie
zurück und möchte wissen, ob sie denn eine Ahnung hätte, wer denn heiraten wolle.
"Rehlein... B-Berta hat heute Morgen irgendwas von heiraten gesagt, aber ich hab'
vergessen, wer heiratet und ob ich ein Geschenk besorgen soll." Isolde kann ihm da aber
auch nicht helfen: "Ja, Herr Scholz, wir sind alle nicht mehr die Jüngsten, wir haben
gestern immerhin ihren fünfundfünfzigsten Geburtstag gefeiert... ja, und ob nun mit oder
ohne Alkohol, denken sie einfach gar nicht mehr darüber nach." Sie geht und Hajo gerät
kurz in Selbstzweifel ("getrunken und vergessen... hoffentlich v-verzeiht Berta mir das
noch mal"), ehe er die drohende Überschwemmung im Badezimmer gerade noch verhindern kann.

10. Szene: Canan hängt im Reisebüro, wie mit Helga abgesprochen, die Plakate für die
Türkei-Sonderangebote auf, was sie auch Erich erklärt als der wissen will, was sie denn
da täte. Er weiss von diesen "Specials" nichts und bezweifelt, dass sich mit
Billig-Busreisen in die Türkei gute Geschäfte machen lassen, weswegen er lieber "seriöse
Specials wie Irland und andere Länder" affichiert sähe. Natürlich hätte er auch nichts
gegen Reisen in die Türkei, aber dann doch bitte nur für solvente Kunden. Damit gerät er
bei Canan an die Richtige: sie greift sich ein zusammengerolltes Plakat und klopft
Schiller - immerhin ihr Chef - zweimal unsanft in die Seite. "Was wollen sie denn damit
sagen? Häh? Häh? Dass alle Türken arm sind und sich nur Billig-Busreisen leisten können?
Und überhaupt: ist es denn eine Schande, arm zu sein? Meinen Sie nicht, dass ich auch
viel lieber teure Reisen verkaufe? Vielleicht leistet sich auch mal ein türkischer
Müllmann eine teure Flugreise heim. Kann doch sein, oder?" Erich reagiert zunächst
einigermassen amüsiert, stimmt ihr dann durchaus ernsthaft zu. Sie brauche deshalb aber
nicht gleich aufzubrausen. Canan sieht dies anders, denn nur weil die türkische Währung
nicht so stark sei würde Erich alle Türken für arm erklären, was ja schon fast
rassistisch sei. Erich kann kaum glauben, was er sich da anhören muss und beeilt sich
klarzustellen, dass er dies keineswegs so gemeint hätte. Dschannan: "Ja. Meinen
vielleicht. Aber gesagt haben sie etwas Anderes." Sie nimmt ein dünnes Büchlein von ihrem
Schreibtisch und drückt es ihm in die Hand, um sich damit eine Meinung zu bilden. "Dann
erfahren sie zum Beispiel, dass es in der Türkei mehr Hochschulprfessorinen gibt als ein
Deutschland." Besserwisserisches Kopfnicken.

11. Szene: Hajo verlässt gerade seiner Wohnung, vor der bereits drei Metallbalken an die
Wand gelehnt sind als ein Arbeiter mit einem vierten solchen Balken die Treppen hoch- und
an Hajo vorbeikommt. Er beschwert sich darüber, dass dies fast ins Auge gegangen wäre,
doch der Arbeiter gibt nur zur Antwort, dass er nichts verstehen würde. Auf Polnisch
setzt er [wie wir den Untertiteln entnehmen] hinzu, dass er und sein Kollege den Auftrag
hätten, die Ösen [des Lifts] zu reparieren. Hajo fordert ihn auf, die Balken zu
entfernen, da es sich dabei um versuchte Körperverletzung handle. Der Arbeiter,
nachwievor auf Polnisch: "Deutsche! Immer nur meckern aber uns schlecht bezahlen." Als
Hajo noch einmal feststellt, dass dies so nicht ginge, weist der Arbeiter erneut darauf
hin, dass sie die Arbeit doch noch fertigmachen müssten - leider wiederum auf Polnisch.
Vom Treppenabsatz aus stellt Else auf gewohnt sachliche Weise fest, dass die "Pollacken"
eben so wären: "stinkfaul und Ordnung hams a koane. (...) Aber unsere Leit nehmen's
d'Arbeit weg." Als Scholz' erneute Bitte, die Sachen wegzuräumen, wieder nicht fruchtet,
zeigt ihm Else, wie die Dinge laufen, indem sie mit der Polizei droht. Als der Arbeiter
daraufhin tatsächlich Anstalten macht, der Aufforderung nachzukommen, ist Else stolz wie
Oskar.

12. Szene: Da Helga nun mit Lea im Gefängnis eingetroffen ist, hören wir erneut "Happy
Birthday", gesungen diesmal von Maja, dem Gefängnispfarrer und der Erzieherin aus der
Mutter-Kind-Abteilung, die Helga sodann die Einrichtungen zeigen möchte, um Maja dadurch
ein wenig Zeit mit Lea zu verschaffen. Helgas Blick vermag sich kaum von ihrer Enkelin zu
lösen.

13. Szene: Hajo besucht Berta in der Praxis und zeigt ihr Isoldes Geburtstagsgeschenk,
ein elegantes Schreibgerät. Berta möchte wissen, ob er nur deshalb vorbeikäme und Hajo
gibt zu dass er tatsächlich einen anderen Grund hatte. Sie habe ihn am Morgen etwas
gefragt, was er vergessen hätte - "und Isolde sagt, sie wird auch immer vergesslicher."
Berta meint, sie hätte nicht gedacht, dass er sie überhaupt gehört hätte. Hajo: "Do-doch,
du hast irgendwas von heiraten gesagt, aber ich hab's vergessen. W-wer will denn
heiraten?" Berta reicht ihm Stift und Block, damit er sich in Ruhe alles aufschreiben
könne und sagt dann seelenruhig: "Ich habe dich gefragt, ob du mich heiraten willst."
Hajo schreibt zunächst mit: "Ich...", ehe er doch mitkriegt, was sein Rehlein da gerade
von sich gegeben hat. Sie setzt hinzu: "Das wär doch nach so langer Zeit ganz hübsch!"

14. Szene: Harry sitzt neben dem Eingang des Hauses Lindenstrasse Nr. 3 und entnimmt dem
Horoskop einer Second Hand-Zeitung, dass er etwas für seine Gesundheit tun möge. In dem
Moment kommt Hajo aus Dresslers Haus, stösst einen Freudenschrei aus, läuft die Strasse
entlang, schwingt sich um einen Laternenpfahl, küsst einen verdutzten Rauchfangkehrer auf
die Backe und will ins Haus gehen. Als Harry fragt: "Gene Kelly, was?" setzt sich Hajo zu
ihm und erzählt, dass Berta und er heiraten würden. Harry: "In dem Alter?" Scholz bejaht
freudig und nimmt einen Schluck von Harrys Kurzem.

15. Szene: Der überaus nervöse Hans bittet einen ebenfalls auf der Entbindungsstation
wartenden jungen Mann um eine Zigarette. Carsten betritt die Station [na klar... wieviele
Krankenhäuser gibt es in München eigentlich?] und erzählt, dass er Anna auf der Liste
gesehen hätte, ehe er ihn auf das Rauchverbot hinweist. Hans erkundigt sich, ob Carsten
denn etwas über den Verlauf der Operation wisse - er macht sich aufgrund des
Kaiserschnittes Sorgen. Carsten versucht ihn zu beruhigen, dass dies ein reiner
Routineeingriff sei, und als er hinzufügt, dass er es schon mitbekommen würde, wenn etwas
wäre, lässt sich Hans doch zu einem Kaffee eine Etage höher überreden.

16. Szene: Isolde läutet bei Hajo an - er bittet sie herein und sagt, er müsse er ihr
etwas zeigen bzw. sie etwas hören lassen. In der Küche greift er zu seinem Bass und
erklärt, er hätte etwas komponiert. Nachdem er zwei Akkorde gespielt hat, findet Isolde
es bereits "sehr schön". Scholz erklärt, dass es für sein Rehlein wäre, da sie beide
demnächst heiraten würden. Isolde gratuliert. Hajo: "Vielleicht fällt ihnen noch 'n
hübscher Text dazu ein?" Isolde verspricht, darüber nachzudenken [oh-oh! Mir schwant
Übles!] und geht dann auf den tatsächlichen Grund ihres Besuchs ein. Sie erkundigt sich,
ob Hajo Zeit hätte, einen Auftrag für sie zu übernehmen. Sie würde am 29.07. das
Casarotti wiedereröffnen wollen wofür sie bereits "Publikationen" vorbereitet,
Pressetermine ausgemacht hätte usw. - doch Fausto wäre nachwievor unauffindbar und sie
würde ihn einfach brauchen. Hajo nimmt den Auftrag an, sie gibt ihm Faustos Adresse und
verabschiedet sich. 

17. Szene: Tom beschäftigt sich in Backhaus' Küche mit einem Comic. Als er Backhaus und
Sarah nahen hört, schiebt er rasch ein Heft mit Schularbeiten darüber. Sarah berichtet
fröhlich von den Ereignissen des Tages und will ihm Annas Brief vorlesen, doch er blockt
ab und erklärt, er müsse Hausaufgaben machen. Sarah zieht unverichteter Dinge wieder ab,
weigert sich jedoch auch, den Brief dazulassen, als Tom ohne grosse Begeisterung danach
verlangt. Als Backhaus fragt, ob Tom denn gar nicht wissen wolle, wie es seiner Mutter
geht, gibt der schliesslich zu, dass es daheim bestimmt auch "cool" sei - dennoch würde
er nicht zurückgehen, da er sich nicht von Hans erpressen lassen wolle. Backhaus stellt
die Frage in den Raum, ob es sich dabei wirklich um Erpressung handle. Ausserdem hätte
Tom seinem Vater inzwischen bewiesen, dass er stark wäre. Unter Umständen könne er nun
den Beweis folgen lassen, nachgeben zu können oder auf seine Gefühle zu hören.

18. Szene: Im Krankenhaus kommt der junge Mann von vorhin wieder an Hans vorbei, bereits
mit seinem Baby im Arm. Er gibt Hans das Zigarettenpäckchen und meint, die brauche er
jetzt nicht mehr. Hans will sich eine anstecken, als ihm Hebamme mitteilt, dass alles in
Ordnung sei - es ginge Anna gut, obwohl sie noch nicht bei Bewusstsein sei und der Kleine
wäre ebenfalls wohlauf und lebensfähig. Ersten Einschätzungen zufolge wäre das Down
Syndrom nur mittelschwer, weitere Behinderungen nicht zu erwarten. Hans tritt vorsichtig
ein und betrachtet zunächst seinen jüngsten Sohn [der natürlich gar nicht wie ein
Neugeborenes aussieht, aber das war auch nicht wirklich zu erwarten..], dann seine Frau,
der er einen Kuss auf die Stirn haucht.

19. Szene: Hajo betritt ein fremdes Haus, offensichtlich jenes, in dem Fausto wohnt. Er
nimmt einen Brief aus dem überquellenden Rossini'schen Briefkasten und beginnt, sich
etwas abzuschreiben, als von der Kellerstiege aus jemand nach Herrn Schulz fragt. Hajo
nennt tatsächlich seinen richtigen Namen [verdeckte Ermittlung, was?]. Der Hausmeister
kommt auf ihn zu und meint, er hätte gedacht, er wäre Herr Schulz, der wegen der
klemmenden Briefkästen kommen sollte. Hajo erklärt, dass er auf der Suche nach Fausto
Rossini sei und der Hausmeister meint, er wüsste auch gern, wo der stecke - er wäre
nämlich seit einiger Zeit verschwunden und wisse vermutlich auch warum. "Drei
Monatsmieten Rückstand... und dann dieser Gestank hier im Haus." Hajo nimmt die gesamten
Post aus dem Kasten, der Hausmeister nimmt sie an sich. Scholz fragt, ob er den wisse, wo
Fausto sei. Der Mann verneint kategorisch, wirft einen Blick treppauf und fügt dann
verschwörerisch hinzu: "aber wenn Sie ihn wirklich suchen... dann nehmen sie doch diese
ganze Post da mit und wenn sie ihn vielleicht gefunden haben, dann sagen sie mir, wo der
Kerl steckt." Hajo nimmt die Post und geht, der Hausbesorger blickt ihm nach.

20. Szene: Lea spaziert mit einem aufgespannten Hein Blöd-Schirm durch die Wohnung, Helga
näht als Schiller nach Hause kommt - überraschend früh. Oma Beimer fragt, weshalb er
schon zurück sei und Erich antwortet verärgert, dass Canan das ganze Reisebüro mit
Türkei-Specials plakatierte während er nur in der Gegend rumstünde. Onkel Franz pflichtet
Erich bei - er hätte die Plakate auch schon gesehen, ob das denn Helgas Idee gewesen
wäre? "Ja, soweit sind wir schon. Dass du dich in die Dienste dieser Türken setzt.
Imbissstuben, Gemüsehandel und jetzt auch noch Reisebüros. Alle unsere Geschäfte
übernehmen sie. Wenn das so weitergeht haben wir bald gar nichts mehr zu sagen." Helga
stellt fest, dass Onkel Franz mal wieder zu weit geht, doch Erich erklärt, dass es ihm
reiche, wenn er sich nun schon als Rassist beschimpfen lassen müsse: "Ich gehe jetzt und
unterstütze die Griechen!" Sprach's und ward in Richtung Akropolis verschwunden...

21. Szene: Anna hat ihren Sohn im Arm und verspricht ihm, dass sie es schon irgendwie
schaffen werden. Backhaus und Tom schieben ihre Köpfe durch die Tür - der Knabe wagt sich
ans Bett seiner Mutter und Backhaus zieht sich lächelnd zurück. Vorsichtig streicht Tom
seinem Brüderchen über den Kopf.

22. Szene: Hajo führt sein Rehlein an den Tisch mit dem Verlobungsessen - inklusive
Jahrgangschampagner. Er berichtet ihr von Isoldes Auftrag, Fausto zu suchen: "Fausto hat
immense Schulden und ausserdem ist er in diese Halbwelt verwickelt. Vielleicht ist er für
immer abgetaucht. Angeblich braucht sie ihn zur Restauranteröffnung, aber ich glaube,
dass sie in ihn verliebt ist." - Berta: "Natürlich ist sie in ihn verliebt. So wie ich in
dich!" Die beiden tollen ein wenig in der Küche umher, und in der Tat, sie wirken sehr
verliebt.

23. Szene: Helga bearbeitet den Abfluss der Badewanne mit einem Saugnapf ["Extraktor!",
würde Hansemann wohl sagen...], als Erich heimkehrt. Er fragt, ob sie den gewusst hätte,
dass die Wahllokale am Sonntag bis 21:00 Uhr geöffnet hätten. Sie bejaht, schliesslich
wäre Europawah. Sie hätte sich mit Marlene um 20:00 zur Wahl verabredet und hinterher
wollten sie ins Kino gehen. Helga möchte von Erich wissen, ob er im Akropolis Hans
getroffen hätte - da ja derzeit niemand für ihn koche hätte sie gedacht, er würde
vielleicht dort etwas zu Essen holen. Er hätte im übrigen angerufen, mit dem Baby sei
alles in Ordnung. "Dass er sich so freuen kann...". Doch Erichs Blick zeugt nicht gerade
von Verständnis für Helgas intensive Beschäftigung mit den Sorgen und Freuden seines
Vorgängers.

24. Szene: Die Hebamme will Tom aus Annas Zimmer holen, doch seine Mutter bittet um
weitere 5 Minuten, die sie auch zugestanden bekommen. Tom entschuldigt sich für sein
Benehmen und verspricht, ganz lieb zum Baby zu sein. "Er ist 004. Wir, wir sind schon
drei. Und er ist 004." In dem Moment setzen bei Anna offenbar Atmungsschwierigkeiten ein,
sie kollabiert. Tom läuft hinaus und ruft "Hilfe! Hilfe! Meine Mama stirbt!". Die Kamera
blickt Tom nach, der den Flur hinunterläuft, Schlussmusik, Abspann.

[- Laut offziellem Rückblick soll "der Spross Martin heissen". Dies mag sein, kam in
dieser Folge jedoch mit keinem Wort zur Sprache. - Die Erzieherin, der Gefängnispfarrer,
einer der beiden polnischen Arbeiter, der Hausmeister sowie die Hebamme finden Erwähnung
im Abspann, Harry und Maja aber nicht!]


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