Folge 705: "Ein bayrischer Tag" [Titel wird im Vorspann nicht eingeblendet!] (06.06.1999) 1. Szene: Gabi schreckt aus dem Schlaf hoch, klettert über den brummenden Andy aus dem Bett und will das Schlafzimmer verlassen - als sie die Tür hinter sich zuziehen will, weckt deren Quietschen Andy, der sie daran erinnert, dass sie doch gar nicht ins Geschäft müsse. Dem stimmt Gabi zwar zu, erklärt aber, dass sie in die Kirche wolle. Andy möge weiterschlafen und dann die quietschenden Scharniere ölen. Andys stöhnende Unmutsäusserung veranlasst Gabi hinzuzufügen, dass sie extra in die Frühmesse gehen würde, um rechtzeitig zu Valeries Rückkehr wieder daheim zu sein. Die käme doch aber erst um zwei, ruft Andy ihr nach, was Gabi überrascht, da Valle um halb zehn abgeholt werden sollte. Als Andy erklärt, dass seine Tochter am Vortag angerufen hätte um ihm mitzuteilen, dass sie um 14 Uhr abgeholt zu werden wünsche, ist es um Gabis Kirchgangsabsichten vorerst geschehen und sie wirft sich schleunigst zu ihrem Gatten unter die Bettdecke: "Warum sagst'n das net früher? Wo wir eh so wenig Zeit haben miteinander, weil du immer schon beim Fernsehen einschläfst." 2. Szene: Lisa betritt Valeries Zimmer um ihr das Frühstück zu bringen, wünscht ihr mit sanfter Stimme einen guten Morgen und erkundigt sich, ob sie denn gut geschlafen hätte. Valle kommt gutgelaunt aus der Badenische ihres Zimmers und bemerkt, dass Lisa die Morgenarie der Schwestern bereits so perfekt singen würde, dass man glauben könne, sie würde seit 30 Jahren in diesem Beruf tätig sein. Lisa meint, sie würde noch üben - und demonstriert fröhlich: "Wie füüüühlen wir uns denn heute, Frau Zenker?". Frau Zenker [die meines Erachtens trotz allem noch Frau Ecker heissen müsste] erwidert, dass es ihr ausgezeichnet ginge und sie nach unten zum Kiosk gehen wolle, um Zeitungen zu holen. Schwester Lisa erinnert sie daran, dass es Feiertag wäre und der Kiosk daher zu hätte. Sie erkundigt sich, ob Valerie denn noch in die Kapelle mitkäme, ehe sie dann entlassen würde, doch Valle meint, dort wäre sie doch schon gewesen, er würde so nach Tod riechen. Lisa korrigiert, dass dies nicht etwa der Geruch von Tod, sondern jener von Weihrauch wäre. Valerie will wissen, ob Lisa denn für die Kapelle frei bekommen würde, und als diese erwidert, dass sie sich bei der Stationsschwester abmelden müsse, fragt sie weiter, ob sie ihr denn dann einen Teil der kostbaren Freizeit opfern würde. Als sie ihr eröffnet, dass sie so gerne noch einmal hoch auf die Entbindungsstation wolle - "da, wo die vielen Babies sind" - erklärt Lisa zögernd, dass dies nicht ginge, da nur die Mütter der Neugeborenen hineindürften. 3. Szene: Hans lässt mehrere Eier in einen Wassertopf gleiten und erzählt dabei überschwenglich von den Freuden einer Prozession mit ihren hunderten "Fahnen und Farben und Trachten und Pferden natürlich und... äh... das heisst, das weiss ich jetzt gar nicht, ob da auch Musik mitmarschiert. Anna! Ist bei einer Frohnleichnamsprozession auch Musik mit dabei?". Sarah stochert wenig beeindruckt in ihrem Müsli und eklärt, dass es ihr völlig egal wäre, ob da auch Musik dabei wäre, und Tom, der gerade die Küche betritt, pflichtet ihr bei, sie beide würden ohnehin nicht mitgehen. Walter hätte nämlich gesagt, dass so eine Prozession ohnehin nur eine Modeschau für Priester wäre, und Sarah ergänzt, dass Hans und Anna ja noch Söphchen als Familienteil hätte. Hans, nachwievor guter Dinge, stellt klar, dass es dabei gar darum ginge, Familienlebensgefühl zu erzeugen, sondern um die Tradition, die die Kinder kennenlernen sollten. Darüberhinaus möge Herr Backhaus besser überlegen, was er Tag für Tag so absondere. Sie hätten bereits tags zuvor ausreichend darüber diskutiert und sich klar dafür entschieden, alle gemeinsam zur Prozession zu gehen und anschliessend in den Biergarten - die Kinder könnten dann auch in der Isar baden, so sie das wollen. Ihr Vater wäre jedenfalls ausgesprochen gut gelaunt und voller Vorfreude auf einen richtigen bayrischen Tag. Dann stellt er fest, das er vergessen hat, die Eier überzustellen und Sarah nützt die so entstandene Atempause um zu betonen, dass sie wirklich zu ihrer Freundin Anja müsse - einen "sogenannten bayrischen Tag" könnten sich schliesslich auch am Sonntag machen: "Biergärten gibt's da immer noch." Auch Tom zeigt sich nicht kompromissbereit - er nämlich müsse mit Walter zu den 60ern, die trainieren würden, wobei man zuschauen dürfe. Seine Mutter betritt mit Söphchen die Küche und zeigt sich wohlinformiert: "Das wissen wir, Tom. Sie trainieren von halb elf bis eins - aber ohne dich. Das Kapitel hatten wir echt abgehakt." Dann fragt sie, was die restlichen Familienmitglieder von Söphchens Sonntagsfrisur hielten, doch die nehmen keine Notiz davon. Sarah erklärt trotzig, dass die Eltern das Thema vielleicht abgehakt hätten, sie und Tom jedoch nicht. Hansemann scheint die gute Laune mittlerweile über Bord geworfen zu haben - den Kindern aus der Küche folgend verkündet er: "Wenn ihr meint, dass das unfair ist, wenn ich euch bitte mitzukommen, dann sage ich euch, dass es mindestens genauso unfair und extrem egoistisch ist, wenn ihr immer nur an eure eigenen Interessen denkt. Ihr könnt uns ruhig auch mal ne Freude machen - wäre ja vielleicht mal ganz spannend, zur Abwechslung.". Söphchen beobachtet unterdessen mit Spannung den Kochtopf und erkundigt sich, wo denn die viele Luft herkäme, wenn das Wasser kocht. 4. Szene: Tanja verlässt im Pyjama und mit einem Tablett in der Hand die Küche und stolpert in der Türe beinahe über eine Mülltüte. Lautstark ersucht sie Ludwig, seine Müllsäcke etwas genauer zu plazieren. Der rollt an und möchte genervt wissen, was er denn nun schon wieder falsch gemacht hätte. Als er das Malheur erblickt, fragt er Tanja, ob er sein Mädchen denn wenigstens zur Wiedergutmachung zum Frühstück einladen dürfe. Sie jedoch verbittet sich nur, immer noch und immer wieder so genannt zu werden, ehe sich beginnt, den verstreuten Müll einzusammeln. Dabei entdeckt sie einen zerknüllten Brief, in dem Ludwig Professor Heinemann über das Zustandekommen der Dissertation seines Doktoranten informiert. Wütend folgt sie dem Doc ins Wohnzimmer, wo sie ihm den Schrieb auf den Teller knallt und wissen will, ob es sich dabei um einen Entwurf oder aber eine Kopie handle und ob er so einen Brief bereits abgeschickt hätte. Dressler sagt kein Wort. 5. Szene: Hans kommt zur Wohnungstür hereingestürmt - er hat seine gute Laune zwischenzeitlich wiedergefunden und berichtet seiner Schönen, dass Vasily natürlich nicht könne, Mary sich aber sehr gefreut hätte und um eins in den Biergarten nachkommen würde. Er ruft nach Sarah und Tom, und als diese auch noch nicht aufgetaucht sind, als Anna bereits zur Türe draussen ist, macht er sich auf die Sache. Dabei muss er feststellen, dass sich die Kinder in ihrem Zimmer eingeschlossen haben. Sie stellen klar, dass sie nirgendwo hingingen, wenn sie nicht zu ihrer Freundin bzw. mit Backhaus auf den Fussballplatz dürfen. Hans befindet, dass sie sich damit eindeutig einen Schritt zu weit vorgewagt hätten: "Ich warne euch! Wir können auch anders mit einander reden. Ihr kommt da jetzt sofort raus und macht ein freundliches Gesicht, aber sofort!" Anna ist inzwischen in die Wohnung zurückgekehrt und versucht, beruhigend auf ihren Mann einzuwirken - er möge die Streiterei doch lassen, sie hätte da echt keinen Bock darauf und schliesslich könnten sie die Kinder auch schlecht zur Prozession hintragen. Hans erklärt, gar nicht daran zu denken, klein bezugeben, lässt sich zunächst aber trotzdem von Anna aus der Wohnung schieben. Dann jedoch macht er kehrt und droht an, sich eine Strafe auszudenken, die so leicht nicht zu vergessen sein werde, falls Tom und Sarah auf drei nicht herauskämen. Tatsächlich geht auf drei... 6. Szene: ...die Türe auf, aber es ist jene zur Zenker'schen Wohnung, durch die Gabi und Röschen eintreten. Da Gabis Frage nach Andy unbeantwortet bleibt, mutmasst Rosi, dass er schon losgefahren sein könnte, um Valerie abzuholen, "das arme Kind". Gabi meint, dass sie das laut sagen könne, sie wisse gar nicht wie man ihr wieder Mut machen könne, sie wäre fast ein bisschen wirr. Rosi: "Wirr? Entschuldige, Spätzchen, sind wir das nicht alle? Denk doch mal an den bekloppten Pfarrer heute morgen mit seiner Predigt. Sag mal, hast du vielleicht kapiert, was der sagen wollte?" Gabi beginnt in den Schubladen der Kommode im Schlafzimmer zu durchsuchen und pflichtet ihrer Mutter bei: "Das war allerdings ein bisserl merkwürdig. Also wie das noch einmal... wir sollen nachdenken, ob wir wirklich wir sind oder ob wir die Toten sind und ob die Verstorbenen, also die Toten, die eigentlich Lebendigen." Rosi lässt keinen Zweifel daran, was sie von diesem Gedankengang hält: "Ach hier, meschugge!", dazu die passende Handbewegung. Gabi findet schliesslich, wonach sie gesucht hat - ihren Rosenkranz. Unterdessen kommt Andy zurück und erkindigt sich, ob sie denn auch schön im Duett gebetet hätten. Auf Gabis Frage, wo er denn gewesen sei, gibt er zur Antwortet, sich von Flip eine Flachzange geborgt zu haben, da er seine nicht finden könne. Gabi will daraufhin wissen, ob Kurt denn noch da wäre, doch Andy meint, er hätte doch keine Ahnung ob der Arsch noch da sei. 7. Szene: Anna hat sich mittlerweile auf dem Sofa hingelegt, während Hansemann genervt auf dem Flur steht. Erbost will er wissen, wo Söphchen denn den Gameboy herhätte - sie würde im Auto sitzen bleiben wollen, auch wenn es noch Stunden dauere, denn dort hätte sie zumindest ihre Ruhe. Sarah verlautbart durch die noch immer verschlossene Tür, sofort herauszukommen, sofern sie zu Anja dürfe. Hans geht gar nicht darauf ein, sondern betont nur, dass sie es bisher doch standhaft hätten verhindern können, dass die Kinder "sowas" ins Haus schleppen [aber einen Pager zum Geburtstag gab's schon, ja?]. Anna erklärt, dass sie ihn sich über den Feiertag von einer Freunding geliehen hätte und stellt die Frage in den Raum, ob es nicht vielleicht doch ein Fehler gewesen wäre, die Dinger ganz zu verbieten. Doch davon will Hans nichts wissen: "Was war denn noch alles falsch? Meine gesamten Erziehungsprinzipien, oder was? Dass ich mir von den Kindern nicht auf der Nase rumtanzen lasse und dass ich jetzt nicht nachgebe, dass das alles falsch war, hast Du mir ja schön 'n paar Mal gesagt." Anna versucht ihn zu beruhigen, doch Hans erklärt gereizt, dass es ihm gar nicht darum ging, recht zu haben, sondern darum, dass die Kinder auch mal etwas tun müssten, was ihnen "die Begeisterung nicht gerade aus den Rippen schleudert." Anna ist ob dieser letzten Formulierung etwas irritiert und lässt Hans auch wissen, dass er sich mal reden hören sollte. Der ortet darin sofort unterschlagene Loyalität und als Anna erklärt, dass sie ihm mitnichten in den Rücken fallen wolle, jedoch Sturheit nicht für das beste Mittel halte, um verstockte Kinder zur Einsicht zu bringen, gibt er zur Antwort, dass sie sich doch darum kümmern möge, wenn ihr seine Mittel nicht gefielen. "Macht doch was ihr wollt, mir reicht's!" Er lässt die Tür hinter sich ins Schloss fallen, Anna lehnt sich aus halbaufrechter Position - offensichtlich unter Schmerzen - wieder zurück ans Sofa. 8. Szene: Ein Mädchen und ein Junge, beide mit etwas dünklerer Hautfarbe, schleichen hinter einem Vorhang auf der Säuglingsstation hervor und betrachten durch eine Glasscheibe ein Baby in einem Gitterbett. Zur gleichen Zeit nähern sich Lisa und Valerie von der anderen Seite. Die Kinder gehen in Deckung, und während Valerie drinnen das Kind in den Arm nimmt, sagt draussen das Mädchen zu seinem kleinen Bruder, dass es sich dabei um Nancy handle und er Mama holen solle. Lisa teilt Valle mit, dass es streng verboten sei, fremde Babies anzufassen. Sie legt das Kind zurück und die beiden gehen wieder, wobei Valles Blick sich kaum von dem Baby lösen will. Lisa rät Valerie, doch auch Kinderschwester zu werden: "dann kannst du das jeden Tag tun." Doch Valerie erklärt, nicht Kinderschwester, sondern Mutter werden zu wollen - "und wenn ich genug Geld habe, dann fliege ich zu Zorro." Lisa will wissen, wer denn Zorro sei, und das Mädchen wirft den beiden einen argwöhnischen Blick nach. 9. Szene: Bei Zieglerbeimers klingelt's Sturm, weshalb Anna Hans auffordert die Türe aufzumachen - es würde nerven und ihr ginge es nicht gut. Hans geht als zur Türe und sieht sich natürlich Backhaus gegenüber, der sich anzumerken erlaubt, dass die 60er bereits seit einer Stunde trainieren würden - sollte Tom also noch ein bisschen zusehen wollen, wäre es vonnöten, sich subito auf die Beine zu machen. Sein Sohn würde zwar wollen, dürfe aber nicht, erklärt Hans, und will Backhaus schon die Tür vor der Nase zumachen, überlegt es aber doch anders und spricht ihn darauf an, was er Tom über die Frohnleichnamsprozession gesagt habe. Backhaus meint, er hätte ihm eben beibringen wollen, welchen Sinn Frohnleichnam ursprünglich gehabt habe - nämlich gegen die Reliquienverehrung zu protestieren. Tom eilt herbei und will zu Backhaus, wird jedoch von seinem Vater abgefangen, der ihn daran erinnert, dass das Thema durch sei. Backhaus: "Tom, du weisst doch, dass es keinen Sinn hat, sich gegen die, die die Macht haben, aufzulehnen. Man muss sie erst entmachten. Ham wer doch erst darüber geredet." Backhaus geht und Tom fragt, wie er es denn anstellen solle, Hans zu entmachten. Der meint, dass er am besten entmachtet würde, indem ihm Tom mit klugen Argumente erkläre, was er denn wolle. Anna verkündet, dass es ihr wieder besser ginge und dass sie nun endlich gehen wolle. 10. Szene: Valerie hat Lisa währenddessen anscheinend darüber in Kenntnis gesetzt, wer Zorro ist. Lisa fragt nach, ob sie ihn denn wirklich seit Oktober nicht mehr gesehen hätte und Valle antwortet, dass dies seit "dem Wahnsinnstag" tatsächlich nicht mehr der Fall gewesen sei. Sie würden sich auch nicht schreiben, das sie ja gar nicht wisse, wo er im Augenblick sei. Lisa: "Und du hast nur ein einziges Mal mit ihm geschlafen?" - Valle: "Das ist ja gerade das wunderbare dran. Er war plötzlich mitten in meinem Leben drin. Und ich wusste auch sofort, dass ich ein Kind von ihm haben will und dass es auch klappen wird." Mit ihrem Mann dagegen sei es nie so gewesen. 11. Szene: Hans drängt seine Kinder zur Eile, um die Prozession nicht gänzlich zu verpassen. Söphchen steigt aus dem Auto, um Tom hineinzulassen - voll und ganz auf den Gameboy konzentriert, läuft sie mit dem Kopf gegen den Bauch ihrer Mutter. Die Wehen scheinen einzusetzen. 12. Szene: Gleichzeitig mit Valerie verlassen auch die beiden Kinder von vorhin das Krankenhaus, hinter ihnen eine Frau und ein Mann mit einem Baby im Tragekorb. Die vier werden von einem weiteren Mann abgeholt. Valle bleibt stehen und blickt dem Baby sehnsüchtig nach. Andy tritt von der Seite zu ihr und fragt nach dem Grund für die Tränen beim Abschied aus dem Krankenhaus. Sie sagt nichts, sondern lehnt sich weinend an seine Schulter. 13. Szene: Hans hat Anna zurück in die Wohnung gebracht. Auch wenn es nur falscher Alarm war, möchte sie nun doch nicht mehr weggehen, da ihr der Kleine zu sehr rumoren würde. Sarah und Tom orten ihre Chance, nun doch wegzukönnen. 14. Szene: Valerie und Andy kommen nach Hause, wo sie von Gabi, Rosi und Chris begrüsst werden. Sie singen "For She's a Jolly Good Fellow" und Röschen winkt dazu mit dem Arm des Skeletts, doch bei Valerie mag sich keine rechte Freude über das Begrüssungskommando einstellen. Chris verabschiedet sich, und wir erfahren, dass er zu 7.600,- DM oder einer entsprechenden Haftstrafe verurteilt wurde und sich dafür zu entschieden hatte, lieber zu zahlen, wofür eine Sammlung in seinem gesamten Freundeskreis nötig war. Andy findet, dass es sich um eine hohe Strafe handelte, dafür dass Chris vom Unfall gar nichts mitbekommen hatte. Chris sagt, dass er Andys Grossmut nie vergessen werde, und Andy erwidert, dass seinerseits nie "meine Skelett neben Dschiesas" zu vergessen. 15. Szene: Jesus Chris will das Haus gerade verlassen, als ihm durch die Tür Else entgegenkommt, die den unverschämten Kerl, den unverschämten umgehend lautstark auffordert, doch aufzupassen. Sie sieht sich um und erschrickt angesichts des vor der Lifttür stehenden Skeletts beinahe zu Tode. Chris erklärt, nicht mit böser Absicht gehandelt zu haben, sondern nur seine Instrumente ins Freie bringen zu wollen "und mich selbst auch." Als er mit Gitarre und Trommel zur Tür draussen ist, geht Else neben dem Skelett in die Knie und betrachtet es eingehend mit grossen Augen. 16. Szene: Carsten stellt gerade einen Karton mit Altpapier vor die Wohnungstür als Tanja vorbeikommt. Er erklärt ihr, dass er keineswegs flüchten wolle, wie von ihr angenommen, sondern dass Käthe im Theater sei und er die Chance nütze, ein wenig zu entrümpeln, da Käthe sich nicht trennen könne sondern getrennt werden müsse. Tanja gibt ihm Dresslers Brief und meint, den könne er gleich mit wegwerfen - Ludwig hätte ihn zwar geschrieben, aber nicht abgeschickt, auch wenn es ihn wahnsinnig mache, dass Carsten seine Tat noch nicht einmal bereue. Carsten erklärt, die Tat durchaus zu bereuen, sie allerdings nicht mehr ändern wolle. Tanja erzählt, dass Ludwig wieder mit Frau Horowitz tauchen sei und dass sie selbst eine Therapie machen wolle, zu welchem Behufe sie schon mit drei Frauen gesprochen hätte, jedoch noch nicht wisse, für welche sie sich entscheiden solle. Carsten rät ihr zu hässlichsten - "damit du dich nicht verliebst. Sonst ist die ganze Therapie im Arsch." 17. Szene: Backhaus montiert eine neue Türklingel wobei ihm Tom zur Hand geht. Er fragt, ob die alte kaputt gewesen sei und Backhaus meint, dies sei zwar nicht der Fall gewesen, sie hätte aber nur geklingelt, während die neue digitalerweise eine Vielzahl von Stücken draufhätte. Er müsse nur noch rauskriegen, wie das Ding zu programmieren sei. Backhaus' Bemerkung, er hätte gar nicht gewusst, dass das Baby jetzt schon käme, veranlasst Tom, von neuem über den Mongo zu motzen, wegen dem er in die ehemalige Rumeplkammer umziehen müsse. Backhaus sieht sich um, schliesst die Wohnungstür, fasst Tom an den Schultern und ersucht ihn, nie wieder "Mongo" zu seinem Brüderchen zu sagen, da dies seit der Nazizeit schlimmer als ein Schimpfwort sei. Tom fragt nach, warum denn dem so sei. 18. Szene: Carsten: "Es klingt vielleicht sehr arrogant, wenn ich sage, dass ich unter Einsamkeit nicht wirklich leide. Aber ich habe ja mich. Mein Spiegelbild, meine Stimme, meine Phantasie, meine Gedanken... meine Hände, mit denen ich aufschreiben kann, was ich denke, wenn ich niemanden habem der mir zuhört." Mit denselben Händen massiert er Tanja, die erzählt, immer ziemlich schnell in Panik zu geraten, wenn sie alleine ist, was möglicherweise der Grund sei, dass sie sich immer von einer Beziehung in die nächste gestürzt hätte. Carsten meint, im Moment würde sie doch trotz der Trennung gut klarkommen, doch sie widerspricht dass sich gut klarkommen anders anfühlen würde. Jedenfalls hätte sie gerne einen Job, in dem sie unter Leuten wäre und sich ausdrücken könnte - "etwas Kreatives eben." Carsten fragt, ob sie denn etwa in die Fussstapfen ihres Vaters treten wolle, doch davon kann keine Rede sein. Tanja: "Ich dachte eher an sowas wie Maskenbildnerin. Stylen kann ich mich ja ganz gut.". Carsten: "Das kann ich nur bestätigen." Tanja will wissen, was er denn an ihrer Stelle in den Lebenslauf schriebe: "Zeugnisse: null. Ausbildung: null. Als Hostess gearbeitet und als Eso-Tante versagt." Carsten meint, dass er die Wahrheit schreiben würde - "bisschen erweitern... bisschen weglassen..." 19. Szene: Backhaus hat es inzwischen offenbar geschafft, der Gebrauchsanweisung einigermassen Sinnvolles abzuringen, denn als Tom den Knopf drückt, ertönt tatsächlich Beethovens "Ode an die Freude". Tom fragt, wer denn das sei. Backhaus: "Beethoven. Berühmter Musiker. 200 Jahre tot. Berühmter als die Spice Girls. Und besser." Als Tom wissen will, wie "der Song" denn weiterginge, summt Backhaus zunächst, meint dann aber, Toms Vater hätte sicher die Platte, er möge am Abend doch einfach danach kucken. Tom: "Heute Abend will ich aber bei dir bleiben." Backhaus: "Na dann kuckste eben morgen." Tom: "Morgen will ich aber auch bei dir bleiben." Backhaus bezweifelt, dass Hans das erlauben würde. Er erzählt dann, dass Beethoven taub war, als diese Musik schrieb, was Tom doch überrascht: "Echt? Wie geht denn das - Musik machen und nichts hören?" Backhaus: "Es war alles in ihm. Die Musik war in seiner Phantasie. Das ganze Orchester. Alles Instrumente, jedes mit seinem Klang. All die Trompeten und Harfen und Celli... Beethoven war behindert, Tom." 20. Szene: [Sie sehen einen Werbespot für die Europawahlen am 13.Juni.] Mary hängt gerade ein Plakat für die Europawahlen an die innere Tür des Akropolis als Carsten hereinkommt. Er wirft einen Blick darauf: "Ach ja, zur Europawahl. Hätte ich fast vergessen. 13. Juni." Mary: "Und der Oberbürgermeister von München wird auch gewählt. Und trotzdem vergessen viele die Wahl. Genau wie sie." Carsten: "Oder sie sind zu faul." Er bestellt ein Moussaka. Mary meint, dass vor allem die Jungen zu faul wären, obwohl Demokratie etwas so wichtiges wäre, was sie etwa am Beispiel ihres eigenen Landes Neitschiria sehe, wo man seit einer Woche endlich sagen könne, offiziell eine Demokratie zu haben. Carsten: "Stimmt. Aber Europapolitik ist für viele noch etwas Schwammiges. Dabei werden die wichtigesten Entscheidungen längst nicht mehr national getroffen. Sieht man doch am Kosovo. Wenn die Amis Bodentruppen schicken wollen, muss Deutschland wohl oder übel mitziehen. Und genau deshalb brauchen wir auch starke Europapolitik. Um vielleicht auch einmal etwas gegen die Amerikaner durchsetzen zu können." [Sie sahen einen Werbespot für die Europawahlen am 13.Juni.] 21. Szene: Frau Horowitz bringt Dressler nach Hause, seinen Neoprenanzug Arm. Sie legt ihn weg und meint, dass sie "dieses Ding" auch irgendwo im Schwimmbad deponieren könnten, doch Ludwig erklärt, diese zweite Haut ganz gerne in der Nähe zu haben - schon der Anblick würde ihm Freude verschaffen. Er erblickt das Messgerät und fragt, ob sie ihm das erklären könne - "vielleicht bei einem kühlen Gläschen Wein?". Er fragt, ob ihr schon einmal die Luft weggeblieben sei, und Frau Horowitz meint lachend, dies wäre schon öfter der Fall gewesen und ob er es genauer wissen wolle. Der Doc winkt ab - nicht dieses Luftwegbleiben hätte er gemeint, sondern ob sie je in einer Situation gewesen wäre, in der sie richtig Angst gehabt hätte. Frau Horowitz wird ernst und erzählt, dass dies in der Tat der Fall gewesen sei, als sie sich von ihrem Mann getrennt habe und befürchtet hatte, dass er durchdrehen würde. Zwar wäre er nicht gewalttätig gewesen, höchstens gegen sich selbst, doch das Beängstigende sei seine abgöttische Liebe gewesen und die Tatsache, dass sie alleine für sein Unglück verantwortlich gewesen wäre, indem sie sich jahrelang nur eingeredet habe, ihn zu lieben. Die Kinder, ein Sohn von 19 und eine Tochter von 18 Jahren, wären nun beide aus dem Haus und sie hoffe, sie seien glücklich. 22. Szene: Anna verkündet, dass Söphchen eingeschlafen sei, und Hans freut sich, zumindest eine gute Nachricht zu vernehmen. Sarah darf unterdessen bei ihrer Freundin übernachten, was Hans die Konsequenz in der eigenen Linie vermissen lässt, doch Anna meint, darauf doch zu pfeifen, wenn sie sehe, dass es anders viel besser ginge. Sarah wäre am Telefon so happy gewesen und würde überdies nicht bei halslosen Monster schlafen, sondern bei anständigen Leuten. Hans meint schmollend, dass Anna sie dennoch quasi für die Unverschämtheiten vom Vormittag belohnen würde, doch Anna erzählt, dass sie sich vorhin noch entschuldigt habe, und zwar bevor sie darum gebeten hätte, bei Anja übernachten zu dürfen. Ausserdem solle Hans das Aufbegehren der Kinder nicht immer so persönlich nehmen, es sei vielleicht ganz wichtig, dass sie das machten. Dem stimmt Hans zwar prinzipiell zu, meint allerdings, dass es immer auf das Wann und Wie ankäme - "und heute hatte ich mich jedenfalls auf 'n richtigen bayrischen Tag gefreut." Anna erkundigt sich wann, Tom nach Hause hätte kommen sollen, und Hans bemerkt, dass er schon längst überfällig ist. 23. Szene: Valle errichtet in ihrem Zimmer geradezu einen Altar für Zorro. Gabi kommt, um sie zum Fernsehen zu holen und fragt, was sie denn da aufgebaut hätte. Sie bemerkt das alte Photo vom Pichelsteiner (Valle: "Mhm. Als ich 14 war."), und erkundigt sich nach einem Stein, den sie vom Bord aufhebt. Valerie nimmt ihn ihr hastig aus der Hand und erklärt, dass sie ihn beim Spazierengehen aufgelesen hätte: "Zorro ist wie dieser Stein. Man kann sich auf ihn verlassen." [?!?]. Schliesslich entdeckt Gabi noch einen Brief an Zorro. Valle: "Ja, auch das mach ich jetzt jeden Tag. So eine Art Tagebuch. Und wenn ich Zorro dann gefunden hab, dann kann er alles lesen. Und erfahren, was für mich wichtig war." Gabi: "Bleibt nur zu hoffen, dass er sich dann auch dafür interessiert, Dein Zorro." 24. Szene: Anna liegt bereits lesend im Bett, Hans sitzt neben ihr auf der anderen Hälfte des Doppelbetts und bemerkt, dass es erst halb neun sei und damit noch zu früh, um nach Tom zu sehen. Anna meint, Backhaus hätte zumindest anrufen können. Hans: "Ach der doch nicht. Erstens hat er kein Telephon und zweitens pfeift der doch sowieso auf sämtlichen gesellschaftlichen Regeln." Anna wehrt sich gegen die unausgesprochene Vorverurteilung - "nur weil Backhaus mal im Knast war, muss er nicht gleich ein Kinderschänder oder sonstwas Schreckliches sein." Sie erzählt, dass ihr selbst alles, aber auch wirklich alles verboten worden sei, als sie ein Kind war, weswegen sie sehr lange gebraucht hätte, um selbständig zu werden. Hans nickt an ihrer Schulter ein, wird jedoch gleich wieder geweckt: "Unsere Kinder sollen mehr Freiheit haben und früher selbständig sein und selber entscheiden können, was das Leben lebenswert macht, okay?" 25. Szene: Backhaus ist gerade dabei, Tom ins Bett zu schicken, als die Ode an die Freude ertönt. Er will aufmachen, doch Tom zieht ihn ins Wohnzimmer und schliesst die Türe hinter sich. Backhaus: "Aaaaahja. Du denkst das selbe, was ich denke. Ich denke nämlich, dass da dein Vater vor der Tür steht und möchte, dass du schleunigst mit ihm kommst." Tom bittet Backhaus, ihn nicht hereinzulassen und verschwindet unter der Decke auf dem Sofa. Backhaus: "Nö, ich muss ja nicht aufmachen. Aber du solltest ihm wenigstens Gute Nacht sagen." Tom [<quietsch>]: "Sag ich nicht!" [</quietsch>]. Backhaus: "Goooott, was hat er dir denn getan?" Tom: "Er mag dich nicht. Er will überhaupt nicht, dass ich zu dir komme, weil du im Gefängnis warst." Backhaus, gelassen: "So. Sagt er das?" Im Off ist Hans zu hören, der nach Tom ruft. Tom: "So ungefähr. Und damit du dich nicht immer mit ihm streiten musst, bleib ich lieber gleich hier." Backhaus: "Ist das dein letztes Wort?" Zoom auf Backhaus, Schlussmusik, Abspann. |