XcapeetXs Rückblick

Für alle Chatter, die die Lindenstraße nicht sehen konnten

Folge 703: "Geben ist schöner als nehmen"
(23.05.1999)

1. Szene: Beim Zähneputzen im Badezimmer hört Irina ihre Mutter schluchzen - sie geht in
die Küche und sieht dort Urzula, wie sie Paulas Diabetikerutensilien umklammert hält.
Irina bemerkt, dass ihre Schwester das doch jetzt nicht mehr brauchen würde, und Urzula
stimmt ihr unter Tränen zu: "Ja... es geht ihr jetzt viel besser... und sie braucht auch
keine Angst mehr zu haben von den vielen Spritzen." Sie stopft die Spritzen hastig in
einen Beutel, nimmt dann ihre Tochter in den Arm. Irina: "Paula ist doch jetzt im Himmel,
hast du gesagt?" - Urzula: "Ja... bei ihren beiden Opas... und bei Uroma.". Sie drückt
Irina an sich, entschudligt sich bei ihr und verspricht, bald wieder lachen zu können.

2. Szene: In der WG. Während Klausi mit nassen Haaren und über die Schulter geworfenem
Handtuch in der Küchentüre stehend Zähne putzt, regt sich Flip lautstark über die
Rückkehr seines Vaters auf. Alles würde sich rückwärts bewegen, seit Kurt wieder da ist,
eindeutig unbearbeitete Vergangenheit würde ihre Krallen nach einem ausstrecken. Von
seinem Mitbewohner auf das eindeutig unbearbeitete Geschirr angesprochen, erklärt Flip,
sich momentan auf nichts konzentrieren zu können, da sich überall "dieser Typ" dazwischen
drängeln würde. Gereizt regt Klausi an, sich doch einfach einzubilden, er würde gar nicht
exisitieren, doch Flip erklärt, dass dies schlecht möglich sei, wenn Kurt vor ihm stünde
und ein Gespräch anfangen wolle. "Eltern sind einfach ätzend" befindet Klaus,
bekanntermassen mit ausreichend einschlägigen Erfahrungen gesegnet, doch Flip geht noch
etwas weiter: "Ach Quatsch, sie sind auf krasse Weise einfach überflüssig." - "Nur wegen
der Kohle nich" setzt Klausi hinzu, doch Flip erklärt, dass er schon lange kein Geld von
ihm brauche, spätestens seit dem Zivildienst nicht mehr. "Ich hasse ihn... da ist Momo
gerade wieder so'n bisschen über den Berg und sieht wieder Land... da kommt dieses
Arsch... und macht alles wieder zur Sau."

3. Szene: Urzula und Irina laufen die Strasse entlang bis Urzula stehenbleibt und Irina
die letzten Meter alleine zum Bus rennen lässt, den sie jedoch mühelos erreicht, da der
Busfahrer ein herzensguter Mensch zu sein scheint und wartet. Urzula winkt dem Bus nach
[In dem sich ausser Irina übrigens ca. 4 Fahrgäste befinden... also bei uns sind Busse um
diese Zeit im allgemeinen wesentlich voller, insbesondere wenn ihre Strecke an einer
Schule vorbeiführt.] und eilt dann die Lindenstrasse zurück, wo ihr aus dem Hause Nr.3
Isolde entgegenkommt. Als Urzula klagt, sich nach der anstrengenden Reise nach Polen
schon wieder so hetzen zu müssen, meint Isolde nicht einer gewissen Berechtigung
entbehrend, dass Irina mittlerweile doch alt genug wäre, um die paar Meter zum Bus
alleine zurückzulegen. Doch Urzula meint, sie hätte eben Angst um sie, nach allem was
passiert sei, zumal diese Strasse das Unglück irgendwie zu lieben scheine. Dabei läuft
sie beinahe in ein sich näherndes Auto, doch Isolde kann sie gerade noch an den Armen
packen. Sie fragt, ob Urzula denn glaube, dass es anderswo besser wäre - und ausserdem
müsse sie doch noch gar nicht wieder arbeiten. Urzula jedoch ignoriert diesen dezenten
Wink, erklärt, dass ihr andernfalls die Decke auf den Kopf fiele und macht sich bereits
daran, den Salon aufzusperren. Isolde erkundigt sich mit gewisser Besorgnis, ob dies denn
bedeute, dass sie den Termin einhalten wolle. Urzula erinnert daran, dass dies doch so
vereinbart gewesen wäre, und entgegnet auf Isoldes Einwurf, Vereinbarungen könnten doch
geändert werden, nur "Wenn beide einverstanden sind, schon." Sie betritt den Salon,
Isolde folgt ihr und eröffnet, dass sie Urzula anbieten wollte, es noch für einen Monat
zu machen "...oder vielleicht auch zwei." Urzula erkundigt sich, ob Isolde denn nicht mit
Fausto das Casarotti wieder eröffnen wollte. Isolde: "Ach, der Arsch ist spurlos
verschwunden... vielleicht können wir den Salon auch zusammen machen. Sie nachmittags,
ich vormittags... oder vielleicht auch umgekehrt? Sie hätten dann Zeit für Irina... und
für's Leben überhaupt." Doch Urzula fragt nur, was dass denn wäre, Zeit für's Leben. 

4. Szene: Momo stellt im Laden gerade das Radio an, und als er sich umdreht steht seine
Mutter in der Türe und grüsst ihn freundlich. Er erwidert den Gruss nicht, sondern fragt,
ob "er" es denn bereits geschafft hätte, sie zu einer Schleicherin zu machen. Eva-Maria
weiss im ersten Augenblick nicht, was er meint, fragt dann, warum er keine Türglocke
hätte. Momo gibt nur schroff zur Antwort, dass er eben keine Glocke habe, und als sie den
nächsten Satz mit "Ich habe mit Kurt geredet und..." beginnt, kommt die Antwort geradezu
mechanisch, als hätte Momo stundenlang nichts anderes getan, als diesen Satz zu
memorieren: "Jeder oder jede, der mit Kurt Sperling redet, macht sich mit einem
amoralischen Verbrecher gemein und zum Komplizen eines Verbrechers!" Eva fordert ihn auf,
mal langsam zu machen, sein Vater wäre... "ER IST NICHT MEHR MEIN VATER!" Eva meint, er
hätte ihm Schlimmes angetan und wisse das auch, weswegen er auch wolle, dass Momo ihm
verzeiht - und Momo könne diesen Willen nicht einfach mit Backofenspray abwehren.
Zumindest dem letzten Punkt stimmt Momo zu: "Salzsäure wäre wirksamer gewesen." Weiters
erklärt er, es als sehr deutlichen Angriff gegen sich und als absoluten Verrat von Eva
aufzufassen, dass sie sich eine Woche lang mit ihrem Ex-Gatten in der Stadt
herumgetrieben hätte. Eva erinnert ihn daran, dass sie noch nicht geschieden wären -
ausserdem habe sie Kurt seit letztem Donnerstag nicht mehr gesehen, wäre jedoch
tatsächlich später mit ihm verabredet - er würde sie, Flip und Momo noch einmal sehen
wollen, ehe er zurückfliegt. Momo greift zum Telephon und streckt es seiner Mutter
entgegen: "Dann wirst du dieses Treffen wohl absagen müssen."

5. Szene: Andy stürmt gutgelaunt ins Café Bayer und rennt dabei beinahe Gabi über den
Haufen und hält ihr seinen Führerschein unter die Nase. Sie scherzt ein wenig
("Führerschein... Bollmann Josef"), ehe sie ihm dann gratuliert - er wisse nun endlich
wieder, wo er hingehöre. Andy: "Rein jobmässig, ja. Ansonsten weiss ich doch ganz genau
wo ich hingehöre." Er öffnet die Türe, deutet auf das an der Ecke parkende Taxi - "der
beste Wagen der Firma" - und kündigt dann an, dass ihn die erste Fahrt zu Valerie fürhren
würde.

6. Szene: Im Salon. Isolde beschwert sich darüber, dass Polinnen so stur wären, doch
Urzula erklärt, sie wäre nunmal sie, ob das nun polnisch wäre oder menschlich oder
unmenschlich. "Ich habe Ihnen versucht zu sagen, dass ich Sie sehr mag, Isolde. Aber
selbst das darf nicht der Grund sein, dass ich auf die Arbeit verzichte, von der ich
leben muss." Isolde meint, sie hätte das längst verstanden, aber sie werde darüber doch
noch ein bisschen traurig sein dürfen. Dann überreicht sie Urzula die Geschäftsunterlagen
- "und immerhin den Adressen von sieben neuen Kundinnen!", wie sie natürlich nicht zu
betonen vergisst. In diesem Moment betritt Oma Rosi die Szene grusslos. Sie entschuldigt
sich bei Frau Pavarotti, sie müsse Urzula nur eben mitteilen, dass es so nicht
weiterginge. Isolde bemerkt, dass dies ja hochdramatisch klänge, doch Rosi überhört die
feine Ironie und stellt fest, dass es in der Tat so wäre. Isolde empfiehlt sich, rät
Urzula im Gehen noch, "diese Ute" zu entlassen ("sie kann es nicht und wird es nie
lernen.") und Urzula fragt Rosi, was denn los wäre, ob etwas mit Irina passiert sei.
Unter den neugierigen Blicken "dieser [übrigens sehr blonden] Ute" verkündet Rosi: "Sie
ist das ungezogenste, unerzogenste und unverschämteste Kind, das mir jemals begegnet ist.
Ich will dich nicht weiter stören, aber wir müssen heute Abend sprechen. Jedenfalls stehe
ich für die Aufischt über dieses Kind nicht mehr zur Verfügung." Sie macht auf dem Absatz
kehrt und verlässt den Salon ohne ein weiteres Wort.

7. Szene: Mit einem riesigen grünen Pappzylinder auf dem Kopf (Aufschrift: "Hier kommt
der beste Taxidaddy der Welt") kommt Andy in Valles Krankenzimmer. Seine Tochter freut
sich, ihn zu sehen, und er erzählt freudestrahlend, ein neues Taxi zu haben und sie damit
eigenhändig nach Hause chauffieren zu können.Valle, nach einer Weile: "...aber allein,
ohne mein Baby. (...) mir wäre fast lieber, ich wäre auch tot." Sie solle sowas doch
nicht sagen, meint Andy, dazu wäre sie noch viel zu jung, doch Valerie weist darauf hin,
dass ihr Baby auch jung gewesen wäre, aber trotzdem tot sei. Vorsichtig erkundigt sich
Andy, ob sie sich denn von Boris scheiden lassen wolle, und seine Tochter bejaht - "ich
hoffe, er macht keine Schwierigkeiten." Andy fragt ob sie wisse, dass er ihn angezeigt
hätte - Valle erwidert, dass das blöd gewesen sei. Andy: "Blöd? Der Kerl muss bestraft
werden, er hat dein Baby auf dem Gewissen. Wieso war das blöd?" Er wäre sicherlich
genauso traurig wie sie selbst, meint Valle. Andy: "Ja das will ich doch wohl hoffen.
Schliesslich war es auch sein Kind, dass er getötet hat." Valle beginnt zu weinen und
sagt, dass sie ja alle keine Ahnung hätten, ehe sie ihr Vater nimmt in den Arm nimmt.

8. Szene: Im Akropolis echauffiert sich Else derweil darüber, dass Eva innerhalb von zehn
Minuten drei Zigaretten geraucht hätte - "und des is a Doktorin!". Die Kellnerin hilft
Else in den Mantel, kassiert und bemerkt, dass Else bestimmt auch nervös wäre, wenn sie
unschuldig wäre, aber öffentlich angegriffen würde. "Geh geh geh, die werd unschuldig
sei... wenn die nämlich unschuldig war, dann tat de net so vui raucha. I woas ganz genau,
dass alles stimmt, was in der Zeitung steht, über ihren Mann und über sie." Kurt hat
inzwischen das Lokal betreten und setzt sich zu Eva an den Tisch. Else wünscht ihm beim
Hinausgehen guten Appetit - "dass ihna jeder Brocka im Hals stecken bleibt. Pfui Teifl!"
Eva fragt, ob er lieber wo anders hingehen würde, doch Kurt meint nur, man könne
schliesslich nicht immer davonlaufen.

9. Szene: Wiederum in Valles Krankenzimmer. Lisa steckt den Kopf zur Türe herein,
präsentiert sich dann in Schwesterntracht und fragt, ob Valerie sie in diesem Aufzug
erkennen würde. Die sieht von ihrem Buch auf und scheint über den Anblick nicht gerade
begeistert. Sie fragt Lisa, ob sie denn jetzt Krankenschwester werden wolle, und Lisa
erzählt, dass sie bereits seit 4 Monaten in der Ausbildung sei - normalerweise auf der
Babystation, doch als gehört hätte, dass Valerie hier läge, hätte gefragt, ob sie
vorübergehend auf dieser Station mitarbeiten könne. Von ihr erfahren wir, dass Valle eine
Rippenfraktur mit Lungenriss hat - "...und dein Baby hast du auch verloren?". Sie bejaht
und stellt säuerlich fest, dass Lisa ja bestens informiert wäre. Sie fragt, ob's Spass
machen würde - Lisa: "Aber wie! Eigentlich untypisch für's Krankenhaus, oder? Aber echt
krass wird's erst immer nachts, wenn hoffentlich alles ruhig bleibt und man trotzdem wach
bleiben soll. Oft kichern wir uns die Lunge aus dem Hals, so lustig isses hier... naja...
ich... komm dann später noch mal." Valle, nachdem Lisa weg ist: "Naja... wenn um einen
soviel Leid drumherum ist, vielleicht ist es ja ganz gut, dass man ab und zu mal KICHERN
kann."

10. Szene: Flip betritt das Wartezimmer und grüsst. Else: "Jessasna, do is scho wieder so
a Sperling. Wia die Spatzn fliegens umeinander, und nirgends is ma sicher vor denen."
Flip gibt zurück, er würde liebend gerne fliegen können, wenn er sich dadurch zumindest
in Ruhe ein Rezept holen könne. Else: "Jo, dann fliag doch glei nach Afrika, zu die Affn,
und do kannst die Schimpanski glei mitnehmen. A Schand' is des scho, da kummt a so a
Frauenzimmer aus der DDR und will bei uns Bundespräsident werden." Flip: "Frau Kling,
Schipanski heisst die Frau, Schi-pan-ski! Und das ist eine sehr ehrenwerte Dame, und sehr
intelligent - im Gegensatz zu manch anderen." Else: "A so, du manst wohl, des i bled bin,
gell? Jaja, letzte Woch' do hob i ma denkt es is Christi Himmelfahrt... und net
Fronleichnam, aber do...". Letzte Woche wäre ja auch Christi Himmelfahrt gewesen und
nicht Fronleichnam, erwidert Flip und verlässt das Wartezimmer in Richtung Anmeldung.

11. Szene: Im Akropolis erkundigt sich Kurt unterdessen, ob Flip tatsächlich so stur
gewesen sei wie Momo. Eva meint, er käme wohl Momo zuliebe nicht. Kurt: "Es wäre also
besser gewesen, ich hätte mich nie mehr gemeldet?". Wenn er irgendwann einen Brief
geschrieben hätte, erklärt Eva, dann hätte er bestimmt Antwort bekommen... zumindest von
ihr selbst, vielleicht auch von Philip, aber sicher nicht von Momo. Kurt: "Meine
Verurteilung heisst also lebenslänglich?". Eva sagt, er möge an dieser Stelle nicht
erwarten, dass sie Mitleid hätte - auch wenn sie es "ganz okay" fand, dass er sich wieder
einmal blicken liess. Als sie hinzufügt, dass sie bei dieser Gelegenheit die Scheidung
einreichen möchte, reagiert Kurt entsetzt und fragt nach, ob sie sich denn verliebt
hätte. Eva geht gar nicht darauf ein, sondern meint nur, dass es keine Probleme gebe,
wenn sie sich einig wären. Kurt: "Ja für dich nicht, vielleicht für dich nicht, aber für
mich ist es ein riesiges Problem! Hast du dich verliebt?" Eva will wissen, wie er denn
darauf käme, und Kurt meint, dass da doch ein Anderer sein könne, wenn sie so leicht über
die Scheidung zu reden im Stande wäre. Eva: "Ein Anderer... selbst wenn es so wäre, dass
was du mir und den Kindern angetan hast, ist tausendmal ein Grund für eine Scheidung.
Hast du denn noch immer nicht kapiert, was du getan hast?". Natürlich hätte er das
kapiert, erwidert Kurt, doch sie selbst hätte schliesslich gesagt, dass sie eines Tages
vielleicht verzeihen könne - und Flip vielleicht auch.

12. Szene: Irina öffnet Paolo die Wohnungstür und lässt ihn herein. Als er sie fragt, ob
sie denn schon etwas gegessen hätte, erzählt sie, das Oma Rosi eine Pizza für sie
bestellt habe. Paolo: "Oh, das ist fein. Du weisst doch, dass du jederzeit zu mir kommen
kannst, wenn du Hunger hast oder irgendwas brauchst, gelt?" Er gibt ihr einen Strauss
gelber Rosen und ein Brief, und ersucht sie, die Blumen und den Brief ihrer Mutter zu
geben und ihr zu sagen, dass er jede Minute an sie beide denke. 

13. Szene: Da es mittlerweile zu schütten begonnen hat, macht sich Momo daran, die vor
dem Laden stehenden "Fahhräder" hineinzutragen. Kurt und Eva treten in diesem Moment aus
dem Akropolis auf die Strasse - Kurt hält Eva jedoch zurück. Er meint, es wäre nicht
nötig, dass sie auch noch nass werde, es wäre ihm lieber alleine zu gehen - er selbst
müsse es schaffen, schliesslich wären es sein Sohn und seine letzte Chance. Er eilt über
die Strasse, greift sich das nächste Rad, doch als Momo von drinnen zurückkommt, herrscht
der ihn an, es stehenzulassen. Momo läuft wieder hinein, Kurt ihm hinterher. Er bittet
seinen Sohn, ihm doch zumindest 5 Minuten lang zuzuhören, doch Momo ruft zurück er möge
Eva in den Schoss kriechen und abhauen. Er wirft die Ladentür ins Schloss, was sich nicht
eben positiv auf Kurts Hand auswirkt, die sich noch zwischen Tür und Türstock befunden
hatte. Eva eilt zu ihrem Noch-Gatten, der presst unter Schmerzen hervor: "Er ist immer
noch krank. Er wäre in der Lage, mich zu töten! Mich, seinen eigenen Vater!" 

14. Szene: Urzula erhält im Salon inzwischen Besuch von Marcella und Giovanna. Sie wendet
sich von einer Kundin ab und nimmt die Mädchen beiseite, fragt brüsk, was sie denn
wollen. Als Giovanna meint, dass sie sich nur ein bisschen um Irinia kümmern wollten,
erklärt Urzula schroff, das sie nicht wolle, dass sie sich um irgendetwas kümmern, was
mit ihr zu tun habe. "Ihr wollt versuchen, wieder gutzumachen, was ihr verbrochen habt.
Aber das geht nicht. Paula ist tot... und sie bleibt tot. Wenn ihr nicht auf dieses blöde
Konzert gegangen wärt, dann würde sie noch lebendig [sic!]. Und dann könntet ihr euch
auch gerne um Irina kümmern. Aber leider... ist das nicht so... und deswegen vertraue ich
euch nicht mehr. Und wieder gutzumachen... geht auch nicht. Das kann euch nur der liebe
Gott vergeben, nicht ich schwache Mensch. Und kommt bitte NIE! WIEDER!"

15. Szene: Kurt beklagt sich im Auto bei Eva darüber, dass er doch nicht einfach zu sich
sagen könne "du wirst deine Söhne nie wieder sehen" wenn er in einer Stunde im Flieger
sitzt - schliesslich würde er sie doch lieben. Eva zeigt sich eher durch den,
offensichtlich durch einen Unfall verursachten, Stau beunruhigt, in den sie gerade
geraten sind, doch davon nimmt Kurt keine Notiz. "Ich bin ja selber schuld. Ich bin ja
selber schuld! Hunderttausend mal war ich in meinem Appartement in Addis Abeba und habe
gegen die Wand geschrien und mich verflucht. Und dann wieder gehofft, dass ich vielleicht
doch noch ne Chance kriege. Ein Verbrecher sitzt doch auch seine Strafe ab und darf dann
wieder zurück in die Gesellschaft und ein eigenes Leben beginnen. Warum darf ich das
nicht?!". Eva fordert ihn genervt auf, mit dem Selbstmitleid aufzuhören, falls er weiter
mit ihr reden will. [Am Beginn dieser Szene schwenkt die Kamera über die Fassade eines
Hauses, auf dem auch ein eindeutig lesbares Strassenschild angebracht ist. Die Strasse
"Am alten Ufer" exisitiert in München nicht, wohl aber in Köln... :P]

16. Szene: Marcella und Giovanna kommen Urzulas Aufforderung nach und beten. Giovanna:
"Lieber Gott. Ich hoffe, du kennst uns noch - auch wenn du so lange nichts von uns gehört
hast. Wir müssen dir was sagen. Wir sind schuld daran, dass unsere kleine Stiefschwester,
Paula, tot ist - weil wir nicht zuhause geblieben sind, sondern heimlich auf ein
Konzert." Marcella: "Und jetzt... jetzt tut es uns furchtbar leid. Wir können sie nicht
wieder lebendig machen. Wir wachen oft in der Nacht auf. Wir weinen auch sehr viel.
Und..."

17. Szene: Kurt und Eva sind mittlerweile aus dem Auto ausgestiegen. Ein Krankenwagen
fährt vorbei, Hubschraubergeknatter ist zu hören. Eva bemerkt, dass Kurt Flieger in
diesem Moment abheben müsste. Er eröffnet ihr, gar nicht so traurig darüber zu sein,
nicht fliegen zu können. "Ich hab nur sehr wenig von dir erfahren. Ich weiss noch nicht
einmal, was du mit diesem Herrn Ade nun wirklich gemacht hast." Sie erzählt, dass er zu
jenen Menschen gehörte, die den Tod in ihr Leben einbeziehen, und er sie ersucht hätte,
ihm dabei zu helfen, seine Würde zu bewahren und seinen Tod selbst zu bestimmen. Dafür
dürfe sie nicht bestraft werden, befindet Kurt, und Eva berichtet weiter, dass sie von
Herrn Ade Junior angezeigt und von ihrem Chef gekündigt wurde und dass ihr Anwalt ihr vor
Gericht keinerlei Chancen einräumen würde, sofern sie nicht ein Schreiben von Ade Senior
vorlegen könne, in dem er ausdrücklich um Sterbehilfe bittet - ein solches Schreiben habe
sie aber nicht. Trotzdem, fügt sie hinzu, würde sie es sofort wieder tun.

18. Szene: Urzula trifft bei Oma Rosi ein und erzählt, dass sie Irina gefragt hätte, was
sie denn Böses angestellt habe: "Sie hat mir gesagt, dass du sie nicht magst, und dass
sie nicht mehr bei dir sein will." Röschens Antwort: "Naja, dann haben wir doch kein
Problem mehr... sie will mich nicht - und ich will sie auch nicht!" Urzula erklärt, dann
nicht zu wissen, was sie tun solle. Rosi rät ihr, Wanda zu fragen - "du, ich finde es
nämlich ausgesprochen ungerecht, dass ihre Lust, sich mit einer alten Liebe in Polen
herumzutummeln, ausschliesslich zu meinen Lasten geht." Gung kommt, begrüsst Urzula und
setzt sich an den Tisch. Urzula: "Gut, Tante Rosi. Deine Last ist es aber auch, dass du
niemand hast, der sich um dich kümmert. Ich könnte es aber ändern." Rosi fragt erstaunt,
seit wann Urzula denn an sie denken würde un erhält die Antwort, dass es Urzulas Wunsch
wäre, das sie wieder zu einer "richtigen kleinen Familie" würden, in der jeder auf jeden
aufpasst - weswegen sie gerne wieder bei Rosi einziehen würde. Rosi: "Du willst hier
wieder einziehen?" Urzula: "Ja, bitte." Rosi: "Nein, danke."

19. Szene: Zwei Polizisten betreten Valles Zimmer, um ihr ein paar Fragen zu stellen -
sie sei schliesslich gewissermassen die Hauptzeugin, und der Arzt hätte gemeint, sie wäre
durchaus vernehmungsfähig. Valle: "Sie kommen, weil mein Vater meinen Mann angezeigt
hat?". Der Polizist stimmt zu, doch als er Valle fragt, ob es stimmen würde, dass ihr
Mann betrunken gewesen wäre und sie die Treppe hinuntergestossen hätte, wiederspricht
Valerie energisch. "Mein Mann war nicht betrunken und hat mich auch nicht die Treppe
hinuntergestossen." Der Polizist meint, der Kläger hätte das aber so ausgesagt, und der
Kläger wäre immerhin ihr Vater. Valle, ausgesprochen ruhig und sachlich: "Mein Vater war
ja nicht dabei. Wir waren allein. Wir haben uns gestritten, ich bin gestolpert und dann
die Treppe runtergeflogen. Mein Mann war völlig nüchtern und hat mich auch nicht
angefasst." Die vom Polizisten angesprochenen Blutergüsse, die der Arzt festgestellt
hatte, würden vom Sturz stammen - so wie auch die Rippenbrüche. Ihr Mann hätte sie nicht
geschlagen und würde sie auch niemals schlagen - weswegen sie auch herzlichst darum
bitten würde, die Anzeige zurückzuziehen. Die könnten sie nicht, meint der Herr in grün -
sollte alles stimmen, was Valerie ausgesagt hat, müsste sie zuerst mit ihrem Vater
sprechen. Wenn überhaupt, könnte er als Kläger etwas machen - aber zurückziehen könne er
die Anzeige dennoch nicht so ohne weiteres.

20. Szene: Beim Essen. Gung: "Konfuse sagt... das sagen auch andere weisen Leute, sogar
aus Abendland... und Christentum." Rosi, ungeduldig: "Hm, was sagense denn so alle?"
Gung: "Ach ja, habe ich noch nicht gesagt? Alle klugen Menschen sagen 'Geben macht viel
mehr Spass ans nehmen'." Rosi stimmt prinzipiell zu, merkt aber an, dass es manchmal auch
umgekehrt wäre. Dies lässt Gung jedoch nicht gelten: "Es ist nie umgekehrt. Wenn sie viel
mehr Spass haben, zum Beispiel Urzula wegzuschicken ans ihr wieder Heimat su geben...
dann sind sie gar nicht gute Menschen. Da brauche ich Konfuse gar nicht su fragen. Dass
weiss ich selber!"

21. Szene: Eine Krankenschwester führt Gabi und Andy zu Valle. Aufgrund zu hohen
Blutdrucks und zu schnellen Pulses dürfte sie ihnen zwar nicht mehr als 5 Minuten
erlauben, macht jedoch eine Ausnahme unter der Auflage, dass Valle schön ruhig
liegenbleibt und sich nicht aufregt. Als Gabi sich erkundigt, wie es Valerie denn ginge,
erwidert diese, dass es ihr am nächsten Tag bestimmt viel besser ginge, sobald sie nun
gesagt hätte, was sie sagen müsse. Andy vermutet hinter diesem Orakelspruch "fast sowas
wie eine Beichte", und Valle kommt nicht umhin, ihm rechtzugeben. Sie bittet ihren Vater,
die Anzeige gegen Boris zurückzuziehen - Gabi und Andy wollen das natürlich nicht einfach
so hinnehmen, doch Valle bremst die beiden sofort. "Nein, hat er eben nicht. Ich bin
genauso viel schuld wie er auch. Wir haben uns furchtbar gestritten an dem Tag. Ich hab
ihn einfach provoziert und im Gerangel dann bin ich gestolpert und die Treppe
runtergeflogen. Und dass er so wütend war..." - Gabi: "Wieso, hast ihm vielleicht
erzählt, dass du ihn verlassen willst?" - Valerie: "Nicht direkt... viel schlimmer. Ich
hab ihm gesagt, dass das Baby nicht von ihm ist... sondern von Zorro." Andy springt
entsetzt vom Bett auf und auch Gabi kann es kaum fassen: "Sag amal, spinnst du jetzt?
Zorro! Fanz-Josef Pichelsteiner! Seit Jahren weiss doch kein Mensch, wo der steckt!" -
Valle: "Doch, er war da. Er war heimlich da. Wir haben uns heimlich getroffen... Ich
liebe ihn."

22. Szene: Urzula bringt ihre Tochter ins Bett. Irina erinnert sie daran, dass sie den
Brief von Paolo noch lesen müsse. Urzula verspricht dies, und sieht gleichzeitig, wie ein
Brief unter der Wohnungstür durchgeschoben wird. Sie nimmt ihn, wirft ein Blick darauf
und öffnet die Tür dann ruckartig - ihr gegenüber hockt jedoch nicht etwa Paolo, sondern
Gung, der sie auffordert, den Brief gleich zu lesen. Sie betrachtet sieht Gung eine
Weile, wünscht ihm dann eine gute Nacht und will die Tür schliessen. Gung stösst sie noch
einmal kurz auf, und wünscht auch ihr eine ebensolche. Urzula liest sich den Brief dann
selbst laut vor: "Liebe Urzula, Frau Koch hat gesagt sie hat eingesehen, dass es für sie
besser und schöner ist, Wohnung zu geben, als alleine zu sein mit Gung. Sie möchte nun
genau wissen, wann Umzug sein soll. Gung." Sie freut sich einen Ast ab, kommt dann vor
der Vase mit Paolos Rosen zu stehen, nimmt sie aus der Vase und lässt sie schliesslich
mitsamt Paolos ungelesenem Brief im Mistkübel verschwinden.

23. Szene: Andy und Gabi liegen bereits im Bett und sprechen über die unglaublichen
Neuigkeiten. Gabi bedauert Boris und wundert sich, dass er nichts gemerkt hat und sich
vorführen liess. Andy: "Männer sind oft blöder als du denkst. Der hat sich so auf das
Kind gefreut, war total happy!" Gabi fragt, was er denn jetzt mit der Anzeige machen
würde, woraufhin Andy ankündigt, sie natürlich zurückzuziehen, sofern das möglich sei.
Andernfalls werde man eben für Boris aussagen müssen - vor allem Valle müsse vor Gericht
die Wahrheit sagen. Gabi glaubt, dass Valerie das auch tun werde, und Andy pflichtet ihr
bei - "sie weiss doch, was sie Boris angetan hat." Gabi stellt allerdings die Frage in
den Raum, ob sie auch wisse, was sie sich selbst angetan hätte.

24. Szene: Eva fährt vor einem Hotel vor und lässt Kurt dort aussteigen. Sie kündigt an,
ihm am nächsten Morgen nicht abzuholen, er möge sich doch ein Taxi zum Flughafen nehmen.
Sie lässt den Wagen bereits an, und als sich Kurt weiter daran festhält, fragt sie, ob
denn noch etwas wäre. Kurt: "Es ist noch so viel. Ich will dich damit ja nicht belämmern,
aber mir geht's verdammt beschissen in Addis Abeba. Ich will da eigentlich nicht mehr hin
(...) Weil ich allein bin, einsam." Eva meint, er möge doch sie einmal fragen, wie
beschissen sie sich fühle - "Kein Job, keine Wohnung, von Liebe überhaupt keine Spur."
Kurt sieht seine Chance gekommen: "Das liegt vielleicht aber auch an uns." Eva will nicht
recht glauben, was sie da hört: "An uns? An dir vielleicht... oder vielleicht auch an
mir.. aber an... an uns?? (...) Wir haben uns mit gutem Grund getrennt. Wir haben eine
gemeinsame Vergangenheit, aber die Gegenwart sieht ganz anders aus." Kurt spricht die
Zukunft an, doch Eva will davon nichts hören. Sie fährt los uns. Kurt ruft ihr hinterher:
"Ich dachte, du kommst mit nach Afrika!!" Zoom auf Kurt, Abspann, Schlussmusik.

[Bemerkenswert: nicht nur "diese Ute" (Ute Weigel/Ulrike Scheel) findet im Abspann
Erwähnung, sondern auch Pat, die in der ganzen Folge nicht zu sehen war. Langsam aber
sicher ist es nur noch ärgerlich, dass anscheinend allwöchentlich Szenen rausgeschnitten
werden, um krampfhaft einen aktuellen Bezug herzustellen - diese Woche der
"Schimpanski"-Dialog - ohne den die Serie auch ganz gut auskäme. So sehe ich das
zumindest...]

(ACHTUNG: Der Rückblick auf Folge 704 kommt wegen XcapeetXs wohlverdienten Urlaubs mit größerer Verspätung!)

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