XcapeetXs Rückblick

Für alle Chatter, die die Lindenstraße nicht sehen konnten

Folge 702: "Vatertag"
(16.05.1999)

1. Szene: Boris liebkost im Bett Valle im allgemeinen von ihren Bauch im besonderen.
Dabei erkundigt er sich, ob denn "unser kleiner Buddha" schon wach wäre. Valles Frage
nach der Uhrzeit veranlasst ihren Gatten dann nach einem Blick auf den Wecker dazu, die
Streicheleinheiten einzustellen und stattdessen Frühstück machen zu gehen -
Buchweizenpfannkuchen mit Ahornsirup, "das gibt Power für Mutter und Kind". Er macht sich
auf den Weg in die Küche, hält aber kurz inne, um ihr einen Kuss zuzuhauchen. Valle
haucht zurück, als Boris jedoch zur Türe draussen ist, verdunkelt sich ihre Miene rasch -
ganz so, als ob ihre Situation Anlass zur Sorge gäbe...

2. Szene: Klausi liegt frühstückend im Bett und erkundigt sich durch die offenen Türen
bei Flip im Zimmer nebenan, ob es irgendeinen Grund gäbe, früh aufzustehen. Flip
entstoppelt seine Ohren des Walkman-Kopfhörers [hat der keine Stereoanlage??] und schlägt
augenzwinkernd "Vatertagskampftrinken mit ein paar Einheimischen im Englischen Garten"
vor, was der Hase jedoch als zu spiessig ablehnt. Er würde sich lieber ein paar
potentielle Mitbewohner ansehen - immerhin hätten sich 17 Leute auf die Anzeige in der
Mensa gemeldet. Als Flip erklärt, darauf wenig Lust zu haben, bohrt Klausi nach: "Auch
nicht die kastanienbraune Germanistin? Die mit den Wahnsinnsjeans und dem Silberblick?"
Flip verdreht die Augen und wirft dann die Frage auf, ob sie nicht doch Canan aufnehmen
hätten sollen - zumindest wäre es keine gute Nummer gewesen, sie einfach abzuweisen.
Klausi: "Damit du hier ewig die verschmähte Leberwurst spielen kannst? Nee. Canan mit
ihrer Sippe und dich jeden Morgen, den Stress tu' ich mir nicht an." Darauf Flip: "Aber
wenn sie heute noch mal mit Sack und Pack vor der Tür stehen würde, also ich weiss
nicht... ich glaub dann würde ich sie nicht mehr abweisen." Wie es der Zufall bzw. die
Seriendramaturgie so will, schellt es natürlich in diesem Augenblick an der Türe,
woraufhin beide blitzartig ihre Zimmer verlassen. Gemeinsam gehen sie zur Türe, glauben
aber selbst nicht so recht daran, dass es tatsächlich Canan sein könnte. Flip macht auf -
und kann es kaum fassen, plötzlich seinem wortlosen, aber milde lächelnden Vater
gegenüberzustehen.

3. Szene: Boris ist gutgelaunt dabei, im Innenhof den Lieferwagen zu beladen. Als er ein
paar Schritte weitertänzelt, um eine unlackierte hölzerne Wiege zu begutachten, hören
wir, wie Valle im Haus telephoniert. Boris ruft nach mehrmals nach ihr, und als eine
Antwort ausbleibt, geht er nachschauen. Dabei sieht er nicht nur, wie Valle in der
telephoniert und gleichzeitig Schokoladeneis aus einer Literpackung löffelt, sondern hört
auch, wie sie sich bei Anna erkundigt, ob sie was von Zorro gehört hätte, und dass sie
sie sofort informieren möge, wenn es etwas Neues gebe. Boris erkundigt sich zunächst,
warum sie "diesen Synthetikscheiss" essen würde ("Weil's mir schmeckt. Ich sag ja auch
nix, wenn du dein Geselchtes isst.") und erinnert sie dann daran, dass sie die Wiege
fertigbemalen wollte. Als sie erklärt, den Farbgeruch an diesem Morgen nicht zu
vertragen, wendet Boris ein, dass er die Wiege extra draussen aufgebaut hätte, damit der
Farbgeruch sie eben nicht stören würde, doch Valle zeigt sich weiter lustlos. Boris
erkundigt sich nun nach dem Telephonat, fragt wer "dieser Zorro" sei, ob er ihn kennen
würde. Valle überlegt einen Moment, dann: "Zorro ist der Vater meines Kindes."

4. Szene: Flip teilt Kurt mit, dass er mit ihm am allerwenigsten gerechnet hätte, wenn
ihn jemand danach gefragt hätte und weist dann darauf hin, dass ein Anruf auch nicht das
Schlechteste gewesen wäre. Kurt erklärt, dass er nicht gewollt hätte, dass sich jemand
seinetwegen Umstände macht [Türe fest abschliessen, z.B.....]. Er zieht ein Bündel
Zeitunsgsseiten aus der Tasche, erzählt, dass er "das hier" in den deutschen Zeitungen in
Addis Abeba gelesen und sich in den nächsten Flieger gesetzt hätte. Dann bringt er eine
bunte Strickmütze zum Vorschein, will sie Flip aufsetzen. Als der abwehrt, erinnert Kurt
ihn daran, dass er sie in Addis mit Begeisterung getragen hätte, wäre sie doch seine
Eintrittskarte gewesen, mit den farbigen Kindern zu spielen. Flip möchte wissen, weshalb
Kurt nun genau hier wäre - der meint, Eva-Maria würde vielleicht Hilfe brauchen. Flip, um
Fassung ringend: "Von dir?". Kurts mimische Reaktion ist nicht eindeutig, aber durchaus
zustimmend.

5. Szene: Boris quetscht ein Ei mit blosser Hand in eine Rührschüssel [rohe Kartoffel war
wohl gerade keine in Griffweite... :P] und fordert Valle auf, noch einmal zu wiederholen,
dass das Kind nicht von ihm sei. Valle, zaghaft: "Das Kind ist nicht von dir. Es hat ja
nicht geklappt mit uns... es hat ja ganz lange nicht geklappt." Dabei fängt sie an zu
heulen und läuft aus der Küche, Boris schreiend hinterher, bis er sie auf der Treppe zu
fassen kriegt.

6. Szene: Bei Dagdelens. Ahmet nimmt eine kleine gläserne Schatulle in Herzform aus einem
Holzkästchen, betrachtet sie mit einer gewissen Verzückung und fordert seine lustlos in
ihrem Joghurt rührende Schwester auf, sich das Ding zumindest anzusehen - es wäre
schliesslich ein Geschenk von ihrem Bräutigam, das so schlecht nicht sei und ihn sicher
eine schöne Stange Geld gekostet hätte, weswegen man es nicht einfach so zurückweisen
könne. Als Canan nur insofern reagiert als sie ihm einen abschätzigen Blick zuwirft, ist
mit Ahmets guter Laune Schluss und er herrscht sie an, ihm dann zumindest neuen Tee zu
bringen. Wortlos steht Canan auf, geht zu ihm in die Küche, schenkt ihm wortlos ein Glas
Tee aus der neben ihm stehenden Kanne ein. Währenddessen monologisiert Ahmet
folgendermassen: "Was hat Mutter über den Vater immer gesagt? Die Liebe kommt nach der
Heirat. Da wirst du dich fügen müssen, nach deinem Auftritt letzte Woche. Was hast du
geglaubt? Das Klaus und Philip dir vielleicht die Familie ersetzen? Gekniffen haben sie,
deine deutschen Freunde. Aber das ist ja gerade Mode in Deutschland. Als es darum ging,
Öcalan vor Gericht zu bringen, haben die Deutschen gekniffen. Beim Atomausstieg haben sie
wieder gekniffen. Wer weiss, vielleicht kneifen die Grünen heute auf ihrem Parteitag
sogar noch vor der Regierungsverantwortung. Wieso hast du geglaubt, dass Klaus und Philip
da soviel anders sind?"

7. Szene: Lauthals lachend und mit Taucherbrille auf der Stirn rollt Ludwig Dressler ins
Vorzimmer seiner Wohnung und proklamiert die These, in seinem vorigen Leben ein Lurch
gewesen zu sein, nicht ohne hinzuzusetzen, dass wir ohnehin alle Lurch gewesen wären in
unseren vorigen Leben - entwicklunggeschichtlich gesehen. Als es an der Türe klopft,
lässt die anscheinend ebenfalls sehr gut aufgelegte, da mit Lu lachende, Tanja Frau
Horowitz herein. Der Doc fragt sein Mädchen, ob es dem "historischen Moment" wirklich
nicht beiwohnen wolle, doch Tanja erinnert nur daran, wie schnell ihr doch im Wasser
immer kalt werde. Frau Horowitz hält vorsichtshalber schon einmal die Verabschiedung per
Polaroid fest und gibt Tanja das Bild, ehe sich die beiden auf den Weg machen. Nachdem
sie weg sind, zieht Tanja die Tür hinter sich zu, lehnt sich an den Türrahmen und wirkt
plötzlich nicht mehr so gut gelaunt, als sie das Polaroid mit nachdenklichem Blick
betrachtet.

8. Szene: Während Valle ihren Koffer packt, regt sich Boris lautstark darüber auf, dass
alle ausser ihm offenbar diesen Zorro kennen würden und seine Frau so über ihn spricht,
als hätte sie während der letzten 5 Jahre regelmässig mit ihm telephoniert. Er erwartet
eine Antwort, doch Valle stellt nur nüchtern fest, dass dies keine Frage gewesen sei,
sondern eine Behauptung. Daraufhin stellt Boris tatsächlich eine Frage in den Raum, und
zwar wie Valle nur so cool bleiben könne... Valle: "Cool... ich weiss nur, dass Reden
nichts hilft. Und Schreien noch mehr wehtut." Boris: "Das ist doch mein Baby... und da
soll ich nicht SCHREIEN??" Valle: "DANN SCHREI DOCH, VERDAMMT NOCH MAL! ICH WEISS, DASS
ICH DIR WEH GETAN HABE, ES TUT MIR LEID!! Aber besser jetzt... als wenn das Baby erstmal
da ist." Boris geht zu ihr, fasst sie unsanft am Arm und will wissen, ob es denn das Baby
von ihnen beiden sei, oder jenes von ihr und diesem Zorro. "Wenn dieser Zorro bloss so
'ne Art... Zuchtbulle gewesen wäre... Gott, damit könnte ich irgendwie leben, zur Not...
liebst du den? Liebst du den?" Valle, verzweifelt: "Ich weiss es doch nicht... vielleicht
hab ich ihn geliebt, unbewusst... aber eigentlich... tu' ich ihn erst lieben... seit dem
Tag... an dem wir zum ersten Mal zusammen waren." Boris, plötzlich ruhig: "Wie? Du hast
mit dem beim ersten Mal unser Kind gezeugt?" Valle, hysterisch: "Es tut mir leid! Wir
können uns doch scheiden lassen! Das geht doch ganz schnell, wenn wir das beide wollen!"
Boris schmeisst nun endgültig die letzten verbliebenen Nerven über Bord, greift sich
seine Frau, schubst sie in die Ecke: "Ja super! Das stinkt doch zum Himmel... das würd'
dir passen... du kriegst das Kind und ich verschwind gefälligst."

9. Szene: Ludwig und Frau Horowitz bewegen sich in ihren Neoprenanzügen auf das grosse
Becken eines Hallenbades zu und versichern einandern, wieviel Spass das zu erwartende
machen würde.

10. Szene: Wiederum in Giesenbach. Valle hat ihren Koffer inzwischen zu Ende gepackt.
Boris: "Hat's denn wenigstens Spass gemacht mit dem Zorro, ha? ... Ouh, keine Antwort!
Hey! Ich hab ' Dich was gefragt!" Valle hievt den Koffer vom Bett und verlässt das
Schlafzimmer: "Wieso fragst du mich das noch alles? Ist doch auch egal jetzt!" Boris, ihr
nachgehend: "Nein, des is überhaupt nicht egal... wieso ist das egal? Des ist überhaupt
nicht egal... weil wenn's dir keine Spass gemacht hat könnt' ich mir wenigstens
einbilden, dass du's nur wegen dem Kind gemacht hast... [packt sie an den Schultern]
HAT'S DIR SPASS GEMACHT?" Valle: "JA! MEHR ALS JE MIT DIR!" Boris lässt los, sagt nichts,
holt plötzlich aus und versetzt ihr mit dem Rücken der rechten Hand eine schallende
Ohrfeige, tritt nach und versetzt ihr einen Stoss, so dass Valle die enge Treppe
hinabstürzt. Aus einem Cut über dem rechten Auge blutend bleibt sie am Treppenabsatz
liegen, doch als Boris zu ihr eilt und entsetzt fragt, ob sie okay wäre, rappelt sie sich
auf und läuft aus dem Haus, Boris ihr hinterher bis er sie vor dem Haus einholt, wo sie
sich bereits in den Lieferwagen gesetzt hat. Ihren verzweifelten Ehemann auf dem Hof
stehenlassend braust Valle davon.

11. Szene: Unter der fachkundigen Anleitung von Frau Horowitz am Beckenrand und einem
Trainer im Wasser [übrigens der Sportartikelhändler aus dem Marienhof, wenn mich nicht
alles täuscht...] begibt sich Lahmi Lou sachte in die chlorierten Fluten und fühlt sich
dabei wohl, wie er deutlich zu verstehen gibt: "Kinder, ich schwebe, ich schwebe, habt
ihr das gesehen? Könnt ihr das sehen? Ich schwebe, herrlich...". Frau Horowitz
konserviert auch den schwebenden Doc per Polaroid für die Nachwelt, während wir ihn uns
noch kurz aus anderer Kameraperspektive, nämlich vom Boden des Beckens aus, ansehen
dürfen.

12. Szene: Gabi und Andy verlassen das Haus und schlendern die Lindenstrasse entlang [im
Hintergrund die unvermeidlichen, seppelhutbewährten Vatertagsgestalten... *gähn*] Andy
liest aus der Zeitung vor, dass es einen neuen Inder geben, den sie beide doch nach dem
Kinobesuch aufsuchen könnten [Wie? Ins Kino?? Ins Astoria gar???] und freut sich überdies
darauf, in ein paar Tagen seinen Führerschein zurückzubekommen und wieder hinter dem
Steuer sitzen zu können - als mit quietschenden Reifen ein Auto um die Ecke biegt und
schliesslich auf der Lindenstrasse zu stehen kommt. Gabi fragt, ob dies nicht Boris sei,
doch Andy korrigiert und eilt zu seiner Tochter. Während Andy losläuft, um einen Arzt zu
holen, kümmert sich Gabi um Valle, die unter Schmerzen erklärt, dass sie gestürzt sei,
Boris sie geschlagen habe und sie glaube, dass das Baby käme.

13. Szene: Unter der Dusche [Szenenphoto auf der Offiziellen] bringt Ludwig seine Freude
zum Ausdruck, sich erstmals seit 10 Jahren ohne Krücken ein paar Meter "von da nach dort"
fortbewegt zu haben "So muss sich der alte Lilienthal gefühlt haben, als er das erste Mal
mit seinem Flugapparat abgehoben hat!"

14. Szene: Auf der Lindenstrasse fährt ein Rettungswagen vor. Nicht nur ihr Vater und
Gabi, sondern auch Hajo Scholz und Berta Griese sind bei Valle, die inzwischen auf die
Stiegen vor dem Eingang der Nummer 3 gelegt wurde. Die Leute vom Roten Kreuz betten sie
auf die Tragbahre um, während auch andere Leute merken, dass was los ist in der Strasse -
Else Kling etwa: "Mei, 's war do da Notarztwagen. Hob i mi do net teischt... wen hot's 'n
jetz wieder dabreslt? I war jetz in da Kirch... 3 Stunden lang, mei war des schee...
soviel schee... und die Prozession hob i ma a no ohg'schaugt. Jaja, es is halt schee in
der Kirch'... an Fronleichnahm." [besteht der Regiefehler jetzt darin, dass die beiden
Feiertage verwechselt wurden oder aber darin, dass Else ohne vorherige Anzeichen
mittlerweile völlig hinüber ist? =)]. Gabi steigt zu Valle in den Krankenwagen, als Else
zu Hajo und Berta tritt, die die Szene besorgt betrachten. "Mei, sie Frau Griese, wenn i
g'wusst hätt', dass ihr so schlecht geht, dann hätt' i Kerzn für sie anzündt... oder
hätt' für des Wuzzerl 'bet... des kann jo nix dafir, 's Wuzzerl in ihrem Bauch." Darauf
Berta: "Jetzt halten sie doch bitte ihren Mund, Frau Kling. Ich kann es nicht mehr
hören." Else zieht ab, dafür kommt Andy, um sich Hajos Auto zu leihen. Der gibt ihm zwar
gleich den Schlüssel, doch Berta fragt nach Andys Führerschein und bietet ihm an, ihn zu
fahren. Andy jedoch erklärt, es alleine machen zu müssen, und überdies seinen
Führerschein ohnehin wieder zu haben, womit sich Berta und Hajo zufriedengeben.

15. Szene: Valerie erkundigt sich im Krankenwagen nach ihrem Baby. Der Arzt und Gabi
versuchen sie zu beruhigen.

16. Szene: "Des woas i gwiss, das von dena kana in da Kirch' woar. Und no'an wundern's si
no, wenn's von niemand beschützt wern, von koan und Gott und koa gar nix." O-Ton Else,
wer sonst. Der Krankenwagen verlässt die Lindenstrasse unterdessen mit Blaulicht und
Martinshorn.

17. Szene: Eva und Kurt treffen sich in einem Café. Er möchte sie umarmen, doch sie wehrt
ab und begrüsst ihn mit förmlichem Handschlag. Die beiden setzen sich an die Bar, Eva
will wissen, ob denn stimmen würde, was Flip gesagt hat - dass Kurt nur wegen der
Zeitungsberichte gekommen wäre. Er bejaht und fragt, ob sie darob überrascht wäre. Eva
meint, sie wäre eher gerührt... oder beeindruckt. Kurt: "Sie haben geschrieben, dass du
mit diesem alten Mann ein Verhältnis hattest?." Eva: "Kurt... das ist es doch nicht etwa,
was dich wirklich interessiert?" Sie drängt auf einen Themenwechsel und erkundigt sich,
wie es ihm denn ergangen sei. Er meint, sie würde das Leben in der Fremde ja kennen -
ständig fehlt einem was, immer müsse man etwas besorgen, sie erinnere sich doch noch an
ihre Dringend-Liste. Eva: "Oh ja, ganz obenauf stand immer Roggenbrot. Merkwürdig... alle
Deutschen im Ausland haben ständig dunkles Brot im Kopf." Eva fragt, wie lange er bleiben
würde - Kurt stellt sofort die Gegenfrage, wie lange sie wolle dass er bleibe.

18. Szene: Valle wird in den OP gefahren, Gabi muss natürlich draussen warten.

19. Szene: Ludwig ist inzwischen wieder im heimatlichen Trockendock und berichtet seinem
Mädchen euphorischen und mit grossen Gesten von der "aufgehobenen Schwerkraft". Tanja
zeigt sich weniger beeindruckt und will die Bouillabaise aus der Küche holen, Lu gibt ihr
eine Videocassette, die er von Frau Horowitz bekommen hatte. Sie legt das Band ein, wir
sehen Unterwasseraufnahmen von bunten Fischen. Ludwig: "Wenn ich mir das vorstelle... wir
beiden, eines Tages zwischen leuchtenden Korallen und exotischen Fischen, frei und
gemeinsam, schwebend, in Tiefen und Untiefen, zwischen felsen und gigantischen
Unterwasserlandschaften." Tanja reagiert, gelinde gesagt, verhalten: "Und je tiefer man
kommt, desto dunkler wirds auch. Und die schönen bunten Fische verwandeln sich in
Fratzen. [zu den Bildern einer Muräne] Höhnische Fratzen mit scharfen Zähnen." Doch diese
Bedenken lässt Ludwig nicht gelten: "Naja, so tief wollen wir ja auch nicht gleich, mein
Mädchen."

20. Szene: Flip sieht fern, Klausi werkelt in der Küche, als es wieder an der Türe
klingelt. Flip macht diesmal alleine auf und sieht sich zum Ausgleich nicht nur mit
einem, sondern gleich mit beiden Elternteilen konfrontiert. Seine Freude darüber hält
sich in Grenzen. Kurt erklärt, dass er vorhätte, die Familie zum Essen einzuladen und
dass Eva fragen wollte, ob sie von der WG aus versuchen dürfe, Momo zu erreichen. Flip:
"Momo?! Du glaubst doch nicht im Ernst, dass Momo jetzt... also dass der mit dir essen
gehen will... muss ich mir ja schon überlegen, sorry... seit dieser ganzen
Zeitungsschmiererei ist die Scheisse mit Iffi wieder so präsent und..." Eva meint, Flip
könne nicht einfach für seinen Bruder entscheiden, er wisse schliesslich noch gar nichts
von der Anwesenheit seines Vaters und sehen sollten sich die beiden auf alle Fälle, was
zusammen für beide leichter wäre als allein. Sie holt das Telephon um gleich darauf
festzustellen, dass Momo anscheinend nicht zuhause weilt. Just in diesem Moment
klingelt's schon wieder, Klausi macht auf und - siehe da, es ist Momo [wer hätte denn
jetzt DAMIT gerechnet... :P], der gar nicht erst in Richtung Wohnzimmer schaut (wo Kurt
sitzt), sondern gleich nach rechts zur Küche abbiegt. Er hält Klausi ein himmelblaues
Plastikei unter die Nase, das er von einem "bayrischen Schluckspecht" geschenkt bekommen
hat - "Hat mir ewige Freundschaft geschworen, wahrscheinlich weil ich ihm 5 Halbe
ausgegeben hab. Das vertreibt Vampire, Gerichtsvollzieher und andere Dämonen." Tja, gegen
Eltern wirkt das Ding jedenfalls nicht, denn genau die stehen plötzlich in der Küche, und
als Momo sich der Situation bewusst wird, fordert er seinen Vater sofort auf, zu gehen.
Der versucht ihn zu beruhigen - "Momo, hör mal, ich tu' doch gar nichts." - aber das hat
keine Wirkung, stattdessen greift sich Momo eine Dose vom Herd (Herdreiniger?
Schlagsahne? Rasierschaum?) und sprüht seinem Vater das Zeug ins Gesicht.

21. Szene: Andy fährt auf den Ecker-Hof, wo wir Boris lautstark, besoffen und falsch
"Everybody Loves Somebody, Sometimes" zum besten geben hören. Andy findet ihn im Stall
vor, packt ihn am Schlafittchen und will wissen, was passiert sei. Da Boris beim besten
Willen nicht mehr in der Lage ist, die Entwicklung der Ereignisse präzise zu schildern,
bleibt es dabei, dass Andy seinen Schwiegersohn ein bisschen schüttelt und mit markigen
Worten eindeckt: "Hör zu! Falls du noch in der Lage dazu bist... eigentlich bin ich
hergekommen, um dir die Knochen einzeln aus dem Leib zu prügeln. Aber ich mach mir nicht
die Finger schmutzig an einem Waschlappen, der sich an schwangeren Frauen vergreift. Ich
werde dich schlicht und einfach vor Gericht bringen, du..."

22. Szene: Ludwig ist inzwischen dicht vor den Fernseher gerollt und erklärt, sich an den
Farben und Formen der Tiefe gar nicht sattsehen zu können. Dennoch entgeht ihm nicht
völlig, dass Tanja auf dem Sofa sitzt, ein Kissen umklammert und seine Begeisterung
anscheinend gar nicht zu teilen vermag. Er erkundigt sich, was denn los sei da erklärt
sie, in der letzten Woche ebenfalls tief getaucht zu sein, und zwar in die Tiefen der
Seele - ihrer Seele. "Je tiefer man kommt, desto quälender wird alles. [Ludwig fragt, was
genau sie dort unten sehen würde] Meinen Vater zum Beispiel. Seine Bilder. Seine
Hoffnung, ein grosser Maler zu werden. Und die Hoffnung, die er in mich gesetzt hat. Und
jetzt? Jetzt bin ich auch 'ne Versagerin. Ich hab nichts aus meinem Leben gemacht.
[Ludwig protestiert - alleine die Tatsache, dass sie ihn so oft glücklich gemacht hätte,
wäre doch Beweis genug dafür, dass sie alles andere als eine Versagerin sei.] Nein, ich
hab versagt, das steht fest. Und ich deck dieses Versagen jeden Tag mit neuen Lügen zu.
Unsere Beziehung, Lu.. die war... die ist... eine Lüge. Ich hab dich nie geliebt. Ich bin
schwach... ich bin bequem... in hab in dir wie in den anderen Männern immer nur den Vater
gesucht. Schutz... Hilfe... den Sugardaddy eben... Kannst du mir verzeihen?" Ludwig sitzt
mit versteinerter Miene da, schaut sie nicht an. Er legt ihr jedoch die Hand auf den
Oberarm, sie wiederum streicht mit ihrer anderen Hand darüber. Schweigen.

23. Szene: Gabi wartet noch immer vor dem OP, als Andy endlich auftaucht. Sie fragt ihn,
wo er denn so lange gewesen sei - die Antwort: "Bei Boris im Schweinestall, dort wo er
hingehört." [Schweinestall? Mir hatte man mal beigebracht, dass die grossen Tiere mit den
Hörnern als "Kuh" firmieren...] Gabis erzählt, dass der Arzt nur mit dem Ehemann reden
wollte, woraufhin sich Andy gleich die aus dem OP kommende Krankenschwester greift um
sich nach dem Zustand seiner Tochter zu erkundigen. Die jedoch verweist auf den Doktor,
der auch tatsächlich kommt. Er erklärt [mit englischem Akzent], Frau Ecker hätte alles
gut überstanden - obwohl sie sicher eine lange Zeit brauchen würde, sich wieder
zurechtzufinden. Gabi, erschrocken: "Wieso? Was ist mit dem Kind? Ist das... Baby tot?"
Zoom auf Andy und Gabi, Schlussmusik, Abspann.


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