XcapeetXs Rückblick

Für alle Chatter, die die Lindenstraße nicht sehen konnten

Folge 701: "Kein Weg zurück?"
(09.05.1999)

1. Szene: In der WG. Klausi und Flip lesen einander am Frühstückstisch heitere
Begebenheiten aus der Zeitung vor - etwa von dem Kölner Studenten, der 17.000 Bücher
geklaut hat. Momo sitzt dazwischen und fragt seinen Bruder ungeduldig, ob er nun an den
Computer könne. Flip erinnert an die Zeitverschiebung und meint, dass Dani daher bestimmt
noch schlafen würde. Mehr für sich selbst erzählt Momo, dass das "Chatting-Date" mit Dani
am Vortrag eine Katastrophe gewesen wäre: "Sie ist total cool, plötzlich. Ich schicke ihr
3 Mails, sie schickt mir eine. Ich sitze vor dem Computer, total hilflos. Ich sehe ihr
Bild, ich begehre sie, aber ich krieg sie nicht zu packen. Das ist Folter." Darauf Flip:
"Nee, Momo. Das ist Dani so wie wir sie kennen." und Klausi nickt zustimmend.

2. Szene: Urzula liegt matt im Bett, ihre Tochter macht ihr kalte Umschläge. Es läutet an
der Türe, Irina geht und öffnet der blendend gelaunten "Tante Isolde". Sie kündigt an,
Irina gleich zur Schule zu bringen und sieht dann nach Urzula. Sie rät ihr, mit den
vielen Tabletten aufzuhören und sich stattdessen zur Entspannung in die heisse Wanne zu
legen. Urzula meint, alles wäre so unwirklich, worauf Isolde verspricht, Doktor Dagdelen
Bescheid zu sagen, dass er vorbeischauen möge. Urzula: "Dass er es... in dieser Nacht mit
dieser Schlange getrieben hat... und Paula ist hier im Rauch erstickt..." - Isolde:
"Totale Unperson, diese reiche kleine Hure mit ihrer nöligen Piepsstimme."

3. Szene: Helga brutzelt in der Beimerschiller'schen Küche Frühstück, Olli sitzt bereits
bei Tisch und futtert. Im Vorzimmer freuen sich Onkel Franz und Erich auf gebackene
Bohnen und Würstchen - bis sie des verhinderten Legionärs ansichtig werden. Erich
erkundigt sich, wie er sich denn sein Leben weiter vorstellen würde, ob er etwa gleich
noch eine Woche Vollpension buchen wolle. Helga ersucht Erich ruhig, den "armen Jungen"
doch in Ruhe zu lassen, niemand würde hier verhungern. Onkel Franz, vorwurfsvoll: "Ein
deutscher Mann versteckt sich nicht feige, sondern blickt seinem Schicksal ins Auge -
los, stell dich endlich der Polizei, du Lump! Das ist die sauberste Lösung." Schiller
pflichtet Franz bei, doch Helga will davon nichts wissen. Sie berichtet, dass Olli
überlegt hätte, bei Erich in Irland einen Job zu finden - wovon der jedoch nichts wissen
will: "wenn er meint, wir müssten ihm unbedingt unsere Dankbarkeit erweisen, dann stelle
ich ihm gerne ein Blankoticket aus - und zwar zum Mond!"

4. Szene: Das Klatschgeräusch, das Erichs letzte Worte der vorhergehenden Szene
unterstreicht, stammt von vier schreiendgelben Mousepads mit grünem Rand, die auf einem
Tisch landen. Es handelt sich dabei um den WG-Küchentisch, und Canan hat sie dort
plaziert - sie erklärt, Schiller hätte sie weggeworfen, da ihn Computerkram nervös mache
- und ehe sie weggeschmissen werden wollte sie nun eben Flip fragen, ob er sie brauchen
könne. Der jedoch reagiert ausgesprochen gereizt, will wissen ob er sich von der
"optischen Umweltverschmutzung" vielleicht "ein Augenleiden" holen solle und verfrachtet
die Dinger - Klausis energisch gezischeltes "Flip, jetzt nimm sie schon!" gekonnt
ignorierend - kurzerhand in den Mülleimer. Er lässt Dschannan in der Küche stehen, der
Hase eilt hinterher und gemahnt ihn, seinen Frust nicht Canan auszulassen - "als
verschmähter Liebhaber bist du nicht gerade ein Brüller." Flip: "Danke, ich werde daran
arbeiten!" Er möge sich doch bitte beherrschen, fährt Klausi fort, und ob er denn nicht
merke, dass Canan nur mit ihnen quatschen wolle, wofür die Pads doch nur ein Vorwand
wären. Flip: "Ach ja, und dafür soll ich mir dann die Augenfolter neben die Tastatur
legen, oder was?". Er verschwindet auf sein Zimmer und Klausi geht zurück in die Küche -
Canans EDV-Schulung würde sicher noch eine Weile dauern und niemand merken dass sie hier
wäre, meint er und setzt sich neben sie. Er erkundigt sich, ob sie denn noch immer Ärger
mit der Familie hätte. Sie erzählt daraufhin, dass die Hochzeit für den 28.Oktober
anberaumt und der Saal bereits gemietet wäre. [da der 28.10. justament auf einen
Donnerstag fällt, ist es nicht völlig auszuschliessen, dass es sich bei dem angemieteten
Saal um ein Studio in Köln handelt...] Flip sitzt unterdessen vor seinem Computer - ohne
Mousepad.

5. Szene: Helga bringt ihren Erich zur Tür, der erneut verkündet, dass sie beide ein
echtes Problem miteinander bekommen würden, sofern sie den "Schmarotzer" nicht
ehebaldigst hinauswerfe, woraufhin sein Pummelchen verspricht, mit Olli zu reden. Auch
Onkel Franz empfiehlt sich - "zum Selbstkostenpreis" - und erinnert Helgalein daran, zu
lüften [etwa in der Hoffnung, dass diesmal der böse Olli aus dem Wohnzimmerfenster
purzelt? ;-)]. In der Küche fragt Helga ihren noch immer frühstückenden Gast dann
zunächst, wie lange er in der Fremdenlegion gewesen sei, und dann, ob der "schmucke
Junge", der er doch sei, in den dreieinhalb Monaten nie "irgendeine nette Bekanntschaft"
gemacht hätte [glaubt Oma Beimer etwa, die Fremdenlegion sei sowas wie ein Robinson
Club??] - "es gab Gutscheine für'n Puff, falls Sie das meinen, aber mir war nie danach.
Ich hatte ungefähr seit einem Jahr keine Frau mehr." bekennt Olli freimütig, und auch
wenn Helga es "so genau auch wieder nicht" wissen wollte, hat sie Olli damit scheint's
einen guten Ansatzpunkt für die nächste Schmeichelei geliefert. Denn welche Frau würde
sich auch mit einem Assi wie him zusammentun ("vorbestraft, Lehre abgebrochen, Vater
Stütze, Mutter Alki, gesucht wegen Sprengstoffvergehen") fragt er, und zieht dann ein
schmuddeliges Notizbuch aus der Tasche. Das wäre eine Liste der Menschen, denen er noch
vertraue, erklärt Olli, und zeigt ihr eine Seite, die nur einen Namen enthält - na klar,
Helga Beimer. "Da steht ja nur mein Name." erkennt diese auch tatsächlich gerührt und
Olli setzt hinzu: "Aber ihrem liiieben Ehemann und dem alten Gartenzwerg vertraue ich
keinen Meter. Deswegen werde ich heute Abend die Biege machen. Versprochen." Und Helga
seufzt, wahrscheinlich zu gleichen Teilen aus Erleichterung und Unbehagen.

6. Szene: Im Salon. Isolde hat soeben Bertas Frisur "vollendet" und setzt sich noch auf
ein Pläuschchen zu ihr. Berta regt an, dass Urzula vielleicht einfach mal wegfahren
solle, ans Meer, in die Sonne... "womöglich noch nach Italien?" fällt Isolde ihr ins
Wort. Berta meint, sie würde die beiden noch vor sich sehen, frischt verliebt... Isolde:
"Kerle! Und besonders die Italiener. Ich kann ein Lied davon singen - Fausto betrügt mich
ja auch!" Bertas verblüfft-neugieriger Blick ruft Isolde ins Bewusstsein, was sie da
gerade zu Protokoll gegeben hat, weshalb sie rasch fortfährt:  "äh, spirituell. Eher
spirituell (...) Nun ja, Fausto ist ja nicht im klassischen Sinne mein Liebhaber...
obwohl, ja... eigentlich wär's ja Zeit, auch mal mit einem jüngeren Mann ins Bett zu
gehen (...zustimmendes Gekicher von Berta...) Ich hatte ihn überzeugt, seinen
Grössenwahnsinn etwas zu zügeln und sein Genie mehr in die Kochkunst zu investieren. Im
Juni soll das Casarotti im alten Stil wieder auferstehen." Als sich Berta nun erkundigt,
ob das Risiko dabei nicht ziemlich gross wäre, gibt Isolde zu, dass sie zunächst
überzeugt war, Fausto umgekrempelt zu haben, der Filou nun aber wie vom Erdboden
verschluckt sei. Berta: "Wahrscheinlich ist es ja wirklich so, dass Männer - ich meine,
entwicklungsgeschichtlich gesehen - nicht monogam sind. Sie müssen immer und immer wieder
auf die Pirsch gehen."

7. Szene: Wir sehen ein Photo von einem jungen Mann mit Gewehr. Canan erzählt Klausi,
dass die Familien bereits über die Vorspeisen für's Hochzeitsessen reden würden. Der Hase
wähnt sich darob im falschen Film, während Flip im Badezimmer mit wenig Begeisterung sein
Spiegelbild betrachtet. Canan erkundigt sich, was denn eigentlich mit ihm los wäre, sie
würde so gerne mit ihm Frieden schliessen. Als Flip nun die Szene betritt, rückt Klausi
sofort von Canan ab. Flip tritt zum Tisch, greift sich das Photo, betrachtet es
eingehend: "Weiss gar nicht was ihr habt. Sieht doch ganz passabel aus... vielleicht
verstösst er dich ja sowieso schon recht bald wegen Vernachlässigung der ehelichen
Pflichten." Er wirft das Photo zurück auf den Tisch und will sich wieder verziehen doch
Klausi ruft ihn zurück indem er meint, es wäre ohnehin er gewesen, der Canan durch die
ewige Rechthaberei bei ihrem Bruder überhaupt erst den ganzen Mist eingebrockt hätte.
Canan meint, dass es manche Türken tatsächlich so machen würden, um ihre Eltern zu
täuschen, und während der Hochzeit bereits die Scheidung vereinbaren. Flip fühlt sich
dadurch bestätigt und will nun wirklich abziehen, als Canan ein Versöhnungsmahl
vorschlägt - "auch wenn ihr es gar nicht verdient habt, so wie ihr euch aufführt."

8. Szene: Im Akropolis. Am Tisch links im Bild sitzt Hajo und verleiht seinem gespendeten
Modellhaus den letzten Schliff. Am Tisch rechts Isolde. Paolo bringt Hajo sein Essen und
wendet sich Isolde zu, die er freundlich begrüsst. Sie jedoch bestellt nur mit knappen
Worten und erkundigt sich dann bei Scholz, ob er Fausto heute bereits gesehen hätte, doch
der verneint. Paolo kommt aus der Küche zurück, tritt erneut zu Isolde und erzählt, in
der Früh vor Urzulas Tür gestanden zu haben um ihr etwas zu geben, ohne aber die Kraft
aufzubringen auch zu klingeln. Er berichtet, mit Marcella und Giovanna in eine kleine
Pension am Bahnhof gezogen zu sein - so lange er noch Arbeit habe, könne er sich das
leisten. Zum Glück hätte ihn Vasily noch nicht hinausgeworfen. Isolde fragt nach, ob er
ihr denn nun erzählen wolle, wie schlecht es ihm geht, da rückt er mit der Sprache
heraus. Urzula und hätten geplant gehabt, gemeinsam nach Italien zu fahren wenn die
Mimosen blühen - vielleicht nach der Hochzeit. Er zieht einen Strauss Mimosen hinter dem
Rücken hervor uns bittet Isolde, sie Urzula zu geben. Er legt sie auf den Tisch und
verschwindet wieder nach hinten ohne eine Antwort abzuwarten.

9. Szene: Canan erzählt, dass Ahmeds neueste Schikane darin bestünde, sie nur noch
türkisches Fernsehen sehen zu lassen, um sie an die Verhältnisse zu gewöhnen. Sie legt
mit einer Bauchtanzpop-Nummer los, im Zuge welcher ihr Blick auf die Uhr fällt, was sie
daran erinnert, ins Reisebüro zurück zu müssen. Sie verabschiedet sich von beiden mit
Küsschen links und Küsschen rechts (was Klausi mit Wohlgefallen, Flip mit gemischten
Gefühlen aufnimmt), verkündet freudestrahlend "am liebsten gar nicht mehr weg von euch"
zu wollen und huscht zur Tür hinaus.

10. Szene: Im Stiegenhaus läuft sie beinahe in Ahmet, der natürlich sofort wissen will,
weswegen sie bei "diesen Männern" hocken würde, anstatt in der Fortbildung zu sitzen.
Canan erklärt sie müsse ins Reisebüro und hätte es eilig, da erkundigt sich ihr Bruder
noch, ob sie denn bereits ihren Urlaub angemeldet hätte. Als verneint, meint er, sie
solle das für nächste Woche tun, das Warum würden sie am Abend besprechen. Canan sagt,
sie wüsste es lieber gleich, aber Ahmet ist anderer Ansicht: "Ich denke du hast es eilig,
also geh!"

11. Szene: Isolde hat sich mittlerweile zu Hajo an den Tisch gesetzt, als Pat ins
Akropolis rauscht. Isolde lässt den Auftritt nicht unkommentiert - "Wie unsensibel muss
man eigentlich sein, um hier so hereinzurauschen?". Pat gibt Contra: "Was sollte ich bei
Ihrer Meinung tun? Zu Hause sitzen und mir in die Nabel beissen?" Isolde: "Und wenn Sie
sich die Zunge abbeissen, das würde reichen." Pat: "Ich weiss Isolde, Sie sind die Engel
von die Lindenstrasse". Isolde: "Also auf jeden Fall renn ich nicht jedem Kerl hinterher
so wie 'nem Omnibus." Pat: "Sie warten lieber auf die nächste Bus, was? Oder vielleicht
kommt gar kein mehr?" Sie wendet sich Paolo zu und gibt ihm den Rat, dieser
Spiesserversammlung den Rücken zu kehren. Sie zieht ihn nach hinten auf den Gang zu den
Toiletten und erklärt, wenn er keine "Desischn" machen könne, würde sie das eben tun -
sie hätte ein Appartement gemietet, City-Lage und super möbliert, eine Erzieherin
bestellt und einen Flug zum Frühjahrsshopping nach Rom gebucht, natürlich ohne die
Kinder. "Supa?" Paolo lässt die Hände sinken, richtet den Blick nach oben und stösst
einen "Du-hast-gar-nichts-kapiert"-Seufzer aus.

12. Szene: Momo sitzt nun endlich vor dem Computer und überlegt in einem Anfall von
Optimismus, ob es sich vielleicht um einen ganz besonderen Tag handeln würde. Immerhin
hätte sich Flip mit Dschannan versöhnt, also würde ihm Dani vielleicht auch mitteilen,
vor Sehnsucht zu vergehen und daher den nächsten Flieger zu nehmen. [Am Monitor sehen wir
- soweit ich mir das zu beurteilen zutraue - einen Java-Chat mit Webcam-Bildern, der Text
den Momo vorliest deutet eher auf email hin, aber wir kennen ja das ausgezeichnete
Verhältnis der Listra-Autorenschaft zu den "neuen Medien"...] Schon bald verfinstert sich
Momos Miene, denn aus dem Text geht hervor, dass Dani sich in Robbie vferliebt hat und
nicht so bald nach München zurückkommen wird - "wenn Du jetzt schockiert bist, ist das
okay - ich hätt's Dir lieber auch persönlich gesagt." Momo springt auf, Flip liest
weiter: "Du kannst aber in meiner Wohnung bleiben - ist doch auch was. Das war's - grüss
den Rest der Welt und häng jetzt nicht wieder wochenlang depressiv ab..." In dem Moment
geht das Netz oder auch Flips Rechner in die Knie, jedenfalls ist Schluss mit lustig.

13. Szene: Unheilschwangere Musik, aus der Kastanienstrasse kommend fahren 2 dunkle
Limousinen in die Lindenstrasse und halten vor dem Haus Nr.3. Ihnen entsteigen einige
leger gekleidete Männer mittleren Alters, die sich vor dem Haus verteilen und einander
Handzeichen geben. Zu sich selber meint der in diesem Moment das Haus verlassende Momo:
"Das sind doch Bullen, jede Wette."

14. Szene: Im Beimerschiller'schen Badezimmer sitzt Lea angezogen auf der Toilette, am
Boden vor ihr sitzt Helga ebenso angezogen auf dem Topf. Als es an der Türe läutet,
mutmasst Helga, dass Erich sicher seinen Schlüssel vergessen hätte - sie eilt hinaus,
öffnet den Schnapper an der Tür ohne hinzusehen, dreht sich wieder um und geht zurück ins
Bad. Auf dem Weg verkündet sie "Erich, wir üben gerade, Pipi machen" - und bekommt daher
nicht im geringsten mit, dass hinter ihr 3 Männer mit Knarren im Anschlag in die Wohnung
schleichen, sich im Wohnzimmer vor dem auf dem Sofa schlafenden Olli aufbauen und ihn aus
den Träumen reissen. Sie nehmen ihn fest, er versucht kurz zu fliehen, wird jedoch
mühelos abgefangen und bekommt die Hände hinter dem Rücken gefesselt. Erst als sie schon
fast wieder zur Türe draussen sind, merkt Helga, das irgendwas nicht stimmt. Sie fragt
die Männer was sie wollen und wie sie hereinkämen (!) - die Antworten gibt Olli selbst:
"Sparen Sie sich Ihre Empörung. Mich mit gespieltem Verständnis einlullen und hintenrum
mit den Bullen telephonieren. Danke Frau Beimer, DANKE!" Helga ist die Verzweiflung ins
Gesicht geschrieben - "Aber das ist nicht wahr! Mein Ehrenwort!". Doch Olli hat seine
Meinung bereits gefasst: "Ihr Ehrenwort? Scheiss drauf!" In dem Moment kommt der Doc
vorbei, wundert sich und geht weiter.

15. Szene: Isolde ist wieder bei Urzula - sie zeigt ihr die Mimosen und berichtet mit
Genugtuung, dass Paolo aussehe wie das personifizierte schlechte Gewissen. Es schellt an
der Türe und Isolde ist die Begeisterung ins Gesicht geschrieben, als die Ahmet öffnet.
Er gibt ihr ein Gläschen mit Pillen und erklärt mit Verschwörermiene, normalerweise nicht
für diese Art von Psychopharmaka zu sein, doch in diesem Fall ginge das schon in Ordnung.
Es wären überdies nur 6 Tabletten. Isolde fragt, ob er später zu der Auktion käme und der
Doc sagt zu - "falls nicht irgendwo 3 Gallensteine oder 2 Blinddarme sind, gerne.
Übrigens... schön, wie Sie sich um Frau Winicki kümmern."

16. Szene: Helga sitzt im Wohnzimmer am Boden und sammelt mit verstörtem Blick die Blumen
ein, die im Zuge der Polizeiaktion vom Couchtisch gefegt worden sein dürften. Erich
erinnert an die Versteigerung im Akropolis, Helga erklärt noch Canan zu warten, die auf
Lea aufpassen wolle, doch im Grunde ist sie mit den Gedanken woanders - sie fragt nach,
ob die denn das einfach so dürften, ohne Durchsuchungsbefehl. Erich: "Bei Gefahr im
Verzug, da können sie das... also, das müssen sie sogar!" Helga: "Aber da war keine
Gefahr im Verzug, er hat ganz still dagelegen und geschlafen." Erich will das Thema
erstmal beiseite lassen und gibt zu Bedenken, dass sie froh sein könnten, nicht wegen
Beihilfe oder Vergünstigung dranzukommen.

17. Szene: Im Akropolis singt Chris griechische Lieder zur Gitarre und das Skelett tanzt
dazu [okay, das Skelett tanzt natürlich nicht, es ist auf ein Brett montiert und durch
Stricke können von der Rückseite dieses Bretts aus bestimmte Teile wie bei einer
Marionette bewegt werden] ehe Hajo seiner Aufgabe nachkommt und erst einmal über Sinn und
Zweck der Auktion berichtet. Der sozialkritische Spruch der Woche stammt von Flip, der
wissen möchte, weshalb ihn das Gerippe an den Bildungsetat erinnere. Paolo will durch den
Hintereingang nach draussen, als Vasily ihn fragt, wo er den hinwolle, verspricht Paolo
in einer Minute zurück zu sein. Paolo verschwindet und rennt dabei Backhaus über den
Haufen, der die Auktion an den Türrahmen gelehnt verfolgt. Als Vasily mit einer
ausladenden Handbewgung auf das innere des Lokals weist, erklärt der seltsame Alte: "Ich
steh lieber an der Tür. Platzangst. War mal verschüttet." Hajo eröffnet die Auktion
inzwischen mit einer bauchigen Vase in Listra-blau. Erich redet Helga währenddessen gut
zu, doch sie lässt  sich nicht beruhigen. Sie würde es hier nicht länger aushalten und
lieber nach Canan schauen - Helga steht auf, legt sich ein Tuch um den Hals - und
ersteigert durch diese Handbewegung zu ihrer grossen Überraschung die besagte Vase um
130,- DM [natürlich, dieser Gag musste ja kommen... :P]

18. Szene: Paolo eilt die Treppen hoch und versucht dann verzweifelt, die Wohnungstüre
aufzuschliessen, scheitert jedoch am ausgewechselten Schloss. Er ruft nach Urzulina, eine
Antwort bleibt jedoch aus. Stattdessen taucht Backhaus hinter ihm auf und gibt ihm das
Portemonnaie, das Paolo beim Zusammenstoss runtergefallen war. Mit Blick auf die Türe
fragt er: "Schlüssel vergessen?" und als Paolo nickt, zieht er ein Schweizermesser aus
der Tasche: "Wenn Sie wollen... ich krieg jedes Schloss auf." Paolo lehnt dankend ab,
verschwindet wieder nach unten und lässten den mysteriösen MacGyver-Verschnitt im
Treppenhaus stehen.

19. Szene: Die Auktion ist inzwischen bei Hajos Modellhaus angelangt, das um 300 Märker
weggeht. Flip, Klausi und Momo unterhalten sich an der Bar über das gescheiterte
Traumpaar - Flip: "Hat sich das denn irgendwie angekündigt? Das kam ziemlich plötzlich,
oder?" Momo jedoch meint, er hätte immer irgendwie damit gerechnet. Klausi: "Aber wieso,
sie hat sich doch nie über dich beschwert? Oder hast du irgendeine dunkle Seite, die wir
noch nicht kennen?" Momo: "Mensch, das ist kein Witz. Ihr habt ja überhaupt keine Ahnung.
Ihr wisst nichts von dem was ich durchmache, nichts" und rauscht angepisst ab. Isolde
fragt Dagdelen angesichts der vor ihm stehenden Weinflasche, ob ihm seine Religion nicht
den Genuss von Alkohol verbieten würde, woraufhin er erklärt, diesen edlen Tropfen für
sie ersteigert zu haben. Seine Schwester tritt hinzu und verkündet, keinen Urlaub nehmen
zu wollen. Als Ahmet fragt, was das denn heissen solle, empfiehlt sich Isolde - und Ahmed
erklärt Canan: "Die Familie hat entschieden. Also füge dich!" Canan möchte wissen, wer
ihr garantieren würde, dass sie wieder zurückkäme.

20. Szene: Urzula steht auf und tappst ziemlich groggy durch die Wohnung. Bei der
schlafenden Irina hält sie einen Augenblick inne, dann geht sie zurück, nimmt das Glas
mit den Pillen, setzt sich, leert alle 6 Tabletten auf die Hand, überlegt, knallt sie
dann auf den Tisch, nimmt die Blumen... "Mimosen... du Scheusal!" und wirft sie wütend in
die Ecke.

21. Szene: Hajo gibt strahlend bekannt, dass die Auktion das Ergebnis von "1800 Mark oder
920 Euro" erbracht hat. Chris beginnt wieder zu musizieren, dass Brett mit dem Skelett
dreht sich nun und wir sehen, dass es von Vasily bedient wird, der jedoch rasch von Andy
abgelöst wird, der nun unter dem Jubel des Publikums die Strippen zu ziehen beginnt.

22. Szene: Helga will im Schlafzimmer von Erich wissen ob er es war, der die Polizei
gerufen hatte - denn nur er, Onkel Franz und Doktor Dagdelen hätten von dem "Besuch"
gewusst. Erich weicht zunächst aus um schliesslich doch zuzugeben: "Natürlich war ich's.
Wer denn sonst?" Er verlässt das Zimmer und Helga schaut gar nicht glücklich drein.

23. Szene: Chris kündigt eine Überraschung an, die aus einer blonden Bauchtänzerin
besteht - im Schatten ihrer Darbietung droht die Situation zwischen Canan und ihrem
Bruder zu eskalieren. Canan: "Ahmet, ich kann das nicht. Du wirst diesen Jungen und mich
ins Unglück bringen." Ahmet: "Sei still, du wirst fahren." Canan: "Was soll das werden?
Eine Abschiebung?" Sie steht auf, laut: "Mein Bruder will mich abschieben. Gut, dann
werde ich untertauchen... kann ich bei euch in der WG einziehen?" [soviel zum
"untertauchen"...]. Ahmet, auf Türkisch und ohne Untertitel: "Canan, komm zurück. Wenn du
nicht zu mir kommst, geschieht ein Unglück!" [danke Tango! :-)]. Er will ihr nach, doch
Flip und Klausi stellen sich dazwischen, Flip packt ihn am Kragen. Zoom auf Flips
angestrengten Ich-bin-zu-allem-entschlossen-auch-wenn-ich-den-kürzeren-ziehe-Blick,
Schlussmusik, Abspann.


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