Folge 699: "Horrormovies"
(25.04.1999)
1. Szene: Tiger Tom sitzt nächtens in eine Decke eingemümmelt im dunklen Wohnzimmer und
starrt gebannt auf den Fernseher. Anna wird durch die Geräuschkulisse geweckt und geht
nachsehen - Tom bringt zu seiner Entschuldigung vor, er könne nicht schlafen. Anna meint,
dies wäre kein Grund, sich derartigen Mist anzugucken, worauf Tom die Frage stellt,
weshalb sie es denn senden würden, wenn es solcher Mist wäre [tja, das Kind muss noch
viel lernen...]. Anna hat jedenfalls kein Einsehen und schickt ihren Sohn wieder ins
Bett. Ihr Frage, ob er sowas schon mal gemacht hätte, beantwortet er nicht. Anna legt
sich wieder schlafen, ganz wohl scheint ihr dabei nicht zu sein.
2. Szene: Eine seltsame Gestalt taucht vor dem Akropolis auf, gekleidet in cremefarbene
Military-Klamotten, Sonnenbrille, Palästinensertuch vor dem Gesicht, Seesack. Wer könnte
DAS wohl sein?
3. Szene: Im Café Bayer. Anna spricht an der Theke mit Gabi. Im Hintergrund sehen wir
Andy als Kellner. "Egal wie lange sie ihn einsperren, den Maxl bringt's euch nicht
zurück" sagt Anna, und Gabi antwortet, dass der Mörder zumindest in eine geschlossene
Anstalt verfrachtet würde. Anna zeigt sich wenig beeindruckt, da er dort ohnehin nach
wenigen Jahren freigelassen würde. Gabi meint, das wäre nicht mehr so einfach, da die
Gesetze verschärft wurden. Andy bringt mit hängenden Schultern und ebensolchen
Mundwinkeln ein leeres Tablett und holt ein volles, Anna komplimentiert, er würde gut
ausschauen, Rostock und das Meer müssten ihm gut bekommen sein [klar, er war ja auch
beinahe ganze 6 Tage dort!]. Andy bleibt wortkarg, geht weiter seiner Arbeit nach. Anna
fragt Gabi, ob sie denn ernsthaft glaube, dass das gutginge - die meint, sie wäre froh,
dass er überhaupt etwas tue, denn selbt wenn er sich nur ärgere, wäre das zumindest ein
Gefühl. Dumm sei nur die anhaltende Führerscheinlosigkeit, da er sonst Taxi fahren
könnte. Anna möchte wissen, ob er denn noch immer an das autofahrende Skelett glauben
würde. Inzwischen ist der Vermummte von vorhin vor dem Café aufgetaucht.
4. Szene: Bepackt mit Taschen und Koffern verlassen Käthe und Carsten im Erdgeschoss den
Lift. Käthe beschwert sich, dass die Grünen, einst DIE pazifistische Partei, bald dem
Einsatz von Bodentruppen zustimmen würden, anstatt mit dem Rückzug aus dem Parlament ein
Signal zu setzen - "das wär' meine Lieblingspartei wie ich sie kenne." Carsten dagegen
ist der Ansicht, dass dies Unsinn wäre und sie dadurch nur jeglichen Einfluss verspielen
würden. "Besser überhaupt nicht entscheiden als falsch entscheiden" meint Käthe, doch
Carsten erklärt, genau das wäre feige. Anstatt die Diskussion weiter zu vertiefen,
erinnert Käthe daran, dass der Berg ruft. Die beiden schleppen ihr Gepäck nach draussen,
wo in zweiter Spur (trotz freiem Parkplatz direkt vor der Haustür) ein Geländewagen
wartet. Der Vermummte beobachtet die Szene vorerst aus sicherer Distanz. Während Käthe
beginnt, den Kofferraum zu beladen, legt Carsten den Wohnungsschlüssel auf das Autodach
und geht noch einmal weg, um Ahmet den Ersatzschlüssel zu bringen, damit der nach dem
rechten sehen könne (Käthe: "Der schickt bestimmt sein Schwesterchen zum Blümchengiessen,
da wett' ich was!"). Die merkwürdige Gestalt tritt nun dazu, "Heinzelmännchen vom Dienst,
soll ich mal mit anfassen?" und geht Käthe zur Hand. Der "Unbekannte" meint, es sehe so
aus als ob sie auswandern würde, doch Käthe erklärt dem Mann, der offenbar einen Grund
hat, sein Gesicht nicht zu zeigen, bereitwilligst, dass dies in der Tat nur so aussehe,
sie aber tatsächlich nur für 14 Tage ins Ötztal fahren würden - als Belohnung, da sein
Partner sein Rigorosum bestanden habe. Während Käthe noch mit den Tücken einer
zweigeteilten Jeep-Heckklappe kämpft, greift sich der Mann unbemerkt den Schlüssel vom
Dach, um sich dann mit launigem Spruch zu verabschieden ("Wie sagt man denn daß Knöchel-
und Wirbelbruch... nee, lieber nich'.") Als Carsten wiederkommt und einsteigt, steckt
Else den Kopf zum Fenster raus - Carsten nickt ihr zu, sie grinst schelmisch?!
5. Szene: In Olafs Schuhstüberl. Pia meint, dass Frau Sperlings Schuhe wohl noch länger
rumstehen würden, da sie bei der Hetzkampagne sicher keinen Kopf dafür hätte.
"Sterbehilfe... Wir hatten mal einen, der hat mittendrin 'n Herzinfarkt gekricht. Ist das
auch Sterbehilfe?" Olaf fordert sie auf, sich lieber als Putzhilfe zu betätigen - sie
jedoch erinnert ihn daran, dass sie genaugenommen Fachkraft und Teilhaberin wäre, und als
solche bestimmt nicht putzen würde. So hätten sie nicht gewettet, meint Olaf, und seine
Busenfreundin gibt ihm sogar recht: "Richtig. Gewettet ham wer nich' - aber der
Pachtvertrag für den Salong hier, der gehört mir. Und der nette Herr Wassily von neben an
ist ganz scharf auf mich und meine Papierchen." Indes betritt der nette Herr Wittich von
gegenüber gutgelaunt den Laden, in der Hand ein paar Schuhe. Auf diese (Onkel Franz:
"Vorkriegsware. Nicht kleinzukriegen. Sowas wird heutzutage gar nicht mehr hergestellt")
stürzt sich Pia mit Begeisterung. Sie kokettiert mit Onkel Franz und etwas Einsatz
ihrer...äh... weiblichen Attribute schafft sie es mühelos, ihm, der seine Schuhe
wahrscheinlich sein Lebtag noch nie mit etwas anderem auf Hochglanz gebracht hat als mit
Geduld und Spucke, eine Dose Politur anzudrehen.
6. Szene: Der mysteriöse Militarist begibt sich in der Lindenstrasse 3 auf leisen Sohlen
treppauf. Als er jedoch am Halbstock innehält, gleitet ihm der Schlüsselbund aus der
Hand, das so verursachte Geräusch ruft Else auf den Plan ("He! Sie! Wos suacha's denn?
Mia kaffa nix! Wos renna's denn aso? I woas jo goa nit, wer sie san!"), er läuft weiter.
7. Szene: Inzwischen hat er gefunden, was er sucht, und schliesst die Türe auf. Er
betritt die Wohnung, und vor dem Spiegel nimmt Olli schliesslich Kappe und Sonnenbrille
ab.
8. Szene: Wiederum im Schuhladen. "Tja. Da sieht man wieder, wieviel Umsatz man mit
Sex-Appeal machen kann." freut sich Pia. Das Telephon läutet, Olaf geht dran - und als er
erkennt, wer am anderen Ende der Leitung ist, verfliegt die gute Laune schlagartig. Er
droht Olli an, ihm jede Gräte einzeln zu brechen, sollte er ihm nicht vom Leib bleiben.
9. Szene: Nachdem der bereits aufgelegt hat, beschwert sich Olli noch bei Olaf, dass man
so aber nicht mit einem alten Kumpel spräche. Er holt sich ein Bier aus dem Kühlschrank,
nimmt vor dem Spiegel auf dem Flur einen tiefen Schluck, geht weiter ins Badezimmer, wo
er den Kosmetika einen missbilligenden Blick schenkt. Er schaltet die Höhensonne ein und
erschreckt dann sein eigenes Spiegelbild mit lautem "buh!"... [?!?]
10. Szene: Mary schaut mit Spendenbüchse und Flugzetteln in der Hand bei Anna vorbei, da
sie gemeinsam die Sammlung für die Versteigerung starten wollten. Auch hier läutet das
Telephon - Anna wird ersucht, Tom aus der Schule abzuholen und erfährt, dass er offenbar
völlig grundlos einen Mitschüler verprügelt und anschliessend den Lehrer, der ihn zur
Rede stellen wollte, angespuckt haben soll. Als Mary ihr beipflichtet, dass dies Tom gar
nicht ähnlich sehe, erzählt Anna ihr von ihrer nächtlichen Entdeckung und fragt ob sie
sich vorstellen könne, dass dies etwas mit der Schwangerschaft zu tun haben könnte, mit
dem Down-Syndrom. Mary fragt nach, was sie damit meinen würde, woraufhin Anna ins Detail
geht, dass Tom vielleicht glauben würde, DS-Kinder sähen aus wie Zombies. Mary erfährt
dadurch erstmals von der wahrscheinlichen Behinderung von Annas Kind - "Bei uns sagt man,
dass diese Kinder ein besonderes Geschenk sind. God will help you."
11. Szene: Olli ist inzwischen zum Verzehr irgendwelchen Dosenfutter übergegangen und
greift sich nun das Telephonbuch. "S-s-so leid's m-m-mir tut, mein Lieber. Ich glaube,
ich m-m-m-muss dich m-mal ein bisschen er-sch-sch-sch-sch-schrecken." Er findet Hajos
Nummer und stellt fest, dass es doch immer gut wäre, irgendwo eine halbe Niere
herumlaufen zu haben - die jedoch ist telephonisch gerade nicht zu erreichen.
12. Szene: In der Tat telephoniert Scholz bereits - er erzählt seinem Rehlein vom
Backhaus'schen Leserbrief, der ein paar ganz gute Gedanken enthielte, etwas dass es sich
bei den Krankenhäusern nur noch um Intensivstationen handeln würde, wenn alle technischen
Errungenschaften zum Einsatz kämen. "Kluger Mann. Der erste, der Frau Doktor Sperling
beisteht." Da es an der Türe schellt, beendet Hajo das Gespräch und verlässt seine
Bastelarbeit. Er bittet Mary herein und und überlegt einen Moment, wie er ihrer
Initiative helfen könne. Schliesslich überreicht er ihr ein fertiges Modellhaus, dessen
Auftraggeber abgesprungen ist. Mary fragt ihn darüberhinaus, ob er nicht den Auktionator
machen könne, er hätte so eine freundliche Art - Hajo ist zunächst skeptisch ("Aber die
reden doch w-w-wie M-mm-Maschinengewehre"), lässt sich dann aber doch zu einer Zusage
hinreissen. Er fragt dann noch, wieso Nigeria denn nicht reich wäre, wenn es dort so viel
Öl gebe, woraufhin Mary erklärt, dass dies nicht nütze, wenn die Ausbeutung von der
ganzen Welt unterstützt wird und das Geld woanders hin fliesst. Erneut läutet das
Telefon, Hajo geht dran - und erstarrt. Mary sieht ihn beunruhigt an, ehe sie das Modell
am Fussboden abstellt und geht. Erst als sie die Wohnung verlassen hat, findet Knatterton
wieder Worte - "Al-also wenn du mich erpressen willst, d-da bist du sch-ief gewickelt,
ja. Und komm mir ja nicht moralisch, da-das zieht bei mir nicht mehr."
13. Szene: Olli hat es sich nun auf dem Bett gemütlich gemacht. "Bleib mal locker Scholz.
Das schadet der gesunden Niere. Und, tut sie's noch? So'n Ding hat 'ne begrenzte
Haltbarkeit, weisst du ja. Was? Wie du willst nichts mehr mit mir zu tun haben? Immer
schön verdrängen, wer einem das Leben gerettet, hä? Dummes Zeug? WAS ist hier dummes
Zeug, Scholz? Ach... dann war das mit meiner Spenderniere dummes Zeug, oder was? Ah...
wann haben sie eigentlich ihren letzten Geländemarsch bei dreissig Grad im Schatten
gemacht, Monsieur Scholz? Bei Kilometer 10 geht's uns beiden gleich mit einer Niere!
Kollaps, Junge, Kollaps!!! ... Scholz? Bist du noch dran?" Schnitt auf Hajo, der fragt,
was er von ihm will, Gegenschnitt zurück auf Olli: "Was ich will? Nichts... gar nichts.
Da staunt der gute Scholz, was? Ich wollte einfach mit dir reden, dich sehen, ist doch
nicht zuviel verlangt, oder? ... Wo ich bin ist erstmal secret, compris? Ich komm zu
dir... Schiss wegen Berta, was? Hehe... in einer Stunde."
14. Szene: Hansemann erkundigt sich im parkenden Auto bei Tom nach dem Grund für die
Auseinandersetzung - denn ohne Grund würde er ja wohl niemanden schlagen. Tom quengelt
herum, dass er ihn Mongo genannt hätte, alle würden ihn Mongo nennen, weil Söphchen
überall erzählt, dass sie "so ein Baby" bekommen würden. Hans muss erstmal schlucken,
meint dann, dass man das Wort in der Familie nicht mehr benutzen würde, wenn es sonst als
Schimpfwort für behinderte Kinder gebraucht wird. "Richtig heisst es ja auch Down
Syndrom." Tom: "Das Baby wird doch ein Mongo, ein Zombie, ein Alien". Hans: "Das Baby
wird ein Mensch. Wie du. Mit Gefühlen wie du, das man liebhaben kann." Tom: "Du verstehst
NULL! Du musst ja nicht in die Schule! Ich will das Mongo-Baby nicht. Nicht nicht nicht!"
- er will abhauen, Hans hält ihn zurück, sein Sohn beisst ihn in die Hand, woraufhin Hans
ihm eine klebt. Tom springt aus dem Auto und wetzt davon, verursacht dabei die
Notbremsung eines "Fahhrad"-Kuriers und wird schliesslich von Backhaus aufgehalten, der
gerade aus dem Supermarkt kommt. Er fragt Tom, wo es dann hingehen solle, sie wären doch
erst in einer halben Stunde verabredet und das auch nur, wenn sein Vater (Seitenblick auf
den herbeigeeilten Hans) nichts dagegen hätte. Der erklärt nichts davon zu wissen und
bezweifelt, dass es an diesem Tag möglich wäre, da er sich mit seinem Sohn zu unterhalten
habe. "Ich will nicht labern!" quäkt Tom, doch Backhaus meint, dass labern wohl kaum das
richtige Wort wäre, und wenn er seinen Vater höflich bitten würde, mit ihm zusammen
fernsehen zu dürfen, gebe es vielleicht eine Chance. Hans: "Ich mag ihre Kumpeleien
nicht! Tom hat Mist gebaut, ich habe Mist gebaut, darüber müssen wir erstmal reden, und
danach gibt es vielleicht eine Chance, wie Sie das nennen." Tom nervt rum, zuerst den
Film bei Herrn Backhaus sehen zu wollen, den gebe es nur über Satellit, was sie ja
zuhause nicht hätten, und Herr Backhaus wäre schon gewesen, wo der Film gedreht wurde.
Backhaus ergänzt, dass es sich um einen Film über das Familienleben von Delphinen
irgendwo vor Neuseeland handeln würde. Hans ist zwar alles andere als überzeugt, stimmt
aber schliesslich zu, nachdem er seinem Sohn das (überaus halbherzige) Versprechen
abgerungen hat, danach sofort nach Hause zu kommen und miteinander zu reden. Backhaus
nimmt Tom bei der Hand und zieht mit ihm ab.
15. Szene: Olli statte Hajo den angekündigten Besuch ab. Er erzählt, dass er in der
Legion eine echte Chance gehabt hätte, wenn er nur voll fit gewesen wäre - bis zum
Offizier hätte er es bringen können. Hajo weiss nicht so recht, was er damit zu tun hat.
Olli: "Mit einer Niere trockneste aus im Tschad!" Hajo: "Gibt's denn da keine B-Bürojobs
bei der Legion?" [für mich Spruch der Woche!] Olli führt weiter aus, dass er die
Grundausbildung nicht geschafft hat, uns dass dies an seiner Niere gelegen habe, die Hajo
spazierenträgt. Hajo fragt, ob er sie sich etwa wieder rausreissen solle, doch Olli
beruhigt, es würde ihm schon genügen, für die nächste Zeit seine Füsse unter den Tisch
stecken zu können. Hajo meint, dies käme überhaupt nicht in Frage. Olli: "Ich habe alle
Bahnhofswartehallen von hier bis Marseille durch. Ich brauch 'ne Bleibe. Ausserdem habe
ich Zahnschmerzen". Hajo: "Ich kann ja mal sehen, ob ich 'ne Schmerztablette finde. Oder
auf Nelken kauen, das hilft auch." Olli, gänzlich humorlos, drängt Hajo in die Ecke:
"Hey! Ich brauch 'n warmes Plätzchen, 'n Zuhause. Ausserdem habe ich keine müde Mark
mehr. Nicht mal 'n Zehner um mir 'ne Tüte Milch zu kaufen."
16. Szene: Onkel Franz kehrt noch mal in den Schuhladen zurück - er gibt an, vorhin
vergessen zu haben, Schnürsenkel zu kaufen. Pia gibt ihm welche, verlangt vier Mark.
Franz gibt ihr einen Hunderter, sie nimmt ihn, lässt ihn in der Kasse verschwindet, nimmt
einen Zehner, hält ihn hoch, "Ihr Zehner" - und gibt ihm sechs Mark raus. Der so geneppte
verabschiedet sich mit einem Honigkuchenpferdgrinsen und verlässt den Laden. Als er
draussen ist, stellt Olaf, der die ganze Szene mitangesehen hat, seine Teilhaberin zur
Rede - was das denn gewesen sein solle - "mir zocken hier keine Freier ab, mir san a
Schuhreparatur" - und fordert sie auf, das Geld stehenden Fusses zurückzubringen.
17. Szene: Tom und Backhaus spielen Tipp Kick und sehen... keine Delphin-Doku, sondern
Fussball. Als der Schiri gerade einen Elfer gibt, läutet es an der Türe. Backhaus bittet
Hans herein - der erinnert Tom daran, dass er versprochen hatte, nach dem Delphin-Film
heimzukommen. Tom: "Der Film war supa! Einer der Delphine war auch behindert, der hatte
einen riiiiesigen Buckel". Backhaus pflichtet ihm bei - "mhm, und war trotzdem Boss der
Truppe." Hans räumt ein, dass dies sicher interessant gewesen sei, doch Backhaus würde
sicher auch finden, dass man halten muss, was man versprochen hat. Backhaus: "Das muss
jeder für sich entscheiden. Gibt sicher Gründe, das wissen Sie doch sicher auch, wo man
das heiligste Versprechen nicht halten kann. Nehmen Sie zum Beispiel einen Soldaten, der
versprochen hat, seinem Vaterland zu dienen und der einen Befehl verweigert - aus
Gewissensgründen." Hans meint, dass die Lage zwischen ihm und Tom glücklicherweise nicht
so kompliziert sei, es ginge schlicht und einfach um Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit.
Tom: "Okay. Das hab ich versprochen. Aber ich wollte noch mit Herrn Backhaus kochen. Und
er hat auch nichts dagegen, wenn ich bei ihm übernachte." Angesichts der letzten Aussage
ist Backhaus selbst etwas überrascht, er bietet jedoch sofort an, auf dem Sofa ein
bequemes Lager für eine Nacht zu errichten. Die Entscheidung läge aber natürlich bei
Hans, der sich in seiner Haut nun doch sehr unwohl zu fühlen scheint. Im Fernsehen wird
unterdessen der Elfer sicher verwandelt.
18. Szene: Pia und Onkel Franz sitzen im Café Bayer und schlürfen Sekt. Andy kellnert
immer noch, Franz bestellt eine weitere Runde - den Hunni hätte er per saldo eh
abgeschrieben. Er fragt Pia, ob sie ihren fabelhaften Körper mit Sport fit hielte - sie
bejaht, und als er sich nach der Sportart erkundigt, läuft sie zu einer Glanzleistung
auf: "Spezialgymnastik. (...) Liegestützen, Kniebeugen, Lockerungsübungen,
Ausdauertraining... aber wir machen auch kompliziertere Sachen. (...) und man fühlt sich
danach auch unheimlich erfrischt."
19. Szene: Hans und Anna kommen von einem Spaziergang nach Hause. Zwar sind Hans' Sorgen
wegen Tom nicht ganz weggeblasen, doch ist er halbwegs erleichtert darüber, endlich zu
wissen, was seinen Sohn die ganze Zeit so umtreibt. Anna meint, sie könnten die Sache mit
Backhaus zwar gerne noch ein paar mal hin und her diskutieren, doch Tom würde sich wohl
mit Recht verarscht vorkommen, wenn Hans ihn jetzt noch holen würde. Hans fragt seine
Schöne, ob sie gar keine Angst hätte, dass Backhaus Tom irgendwie sexuell belästigen
könne - sie meint, dazu gebe es gar keinen Grund, obwohl man es andererseits auch nicht
gänzlich ausschliessen könne. Um Toms Vertrauen zurückzuerobern wäre es jedoch
unumgänglich zu zeigen, dass sie ihm ihrerseits vertrauen. Welcher Junge in Toms Alter
würde überdies nicht bei Freunden übernachten wollen. Hans: "Bei Freunden, ja. Aber ist
dieser altgewordene Tramp denn ein Freund?" Anna: "Zumindest hat er Tom noch nie sexuell
oder kriminell oder sonstwie belästigt. (...) Man muss einfach glauben können, dass Tom
uns das sagen würde. Und ansonsten ist Backhaus zwar ein merkwürdiger, aber auch
nachdenklich machender alter Tramp." Hans betont, dass er darüberhinaus auch ein
ausgesprochener Unsympath wäre, für ihn zumindest. Für Tom sei aber anscheinend das
krasse Gegenteil der Fall, meint Anna, weswegen es vielleicht falsch wäre, immer
Verständnis von Tom zu erwarten anstatt ihm welches entgegenzubringen.
20. Szene: Pia steht mit Sack und Pack vor der Kling'schen Wohnungstür. Else macht auf
und freut sich sichtlich, sie zu sehen. Pia eröffnet ihr, Ärger mit ihrem Vermieter
gehabt zu haben, woraufhin Else sie hineinbittet und bekräftigt sich natürlich zu freuen,
wenn Pia ein paar Tage bliebe. Während Else in der Küche verschwindet, um etwas zu Essen
zu holen, erklärt Pia Olaf, dass in ihrem Appartement jetzt eine Bohnenstange aus der
Karibik wohnen würde. "Kein Wort deutsch, aber am Tag soviel Umsatz wie ich in 'ner
Woche. Weiss ist out. Der Trend geht jetzt zum Karibischen." Else kommt mit Olafs
Federbett unter dem Arm in die gute Stube und kündigt an, sein Lager auf dem Sofa
aufzuschlagen - er würde ohnehin immer beim Fernsehen einschlafen und möge doch einmal
Kavalier sein. Olaf: "Na wega wos?" Else: "Sei doch net deppert, du wirst do so a saubers
Madl nit links liegn lossn!"
21. Szene: Olli futtert schon wieder aus dem (ohnehin fast leeren) Kühlschrank, als er
hört, dass die Wohnungstüre geöffnet wird. Das Licht ist ohnehin nicht an, also verzieht
er sich nur hinter die Küchentür. Der Doc hat in der Tat sein Schwesterchen zum
Blümchengiessen geschickt, denn Canan kommt vom Flur aus in die Küche, sieht sich kurz
um, schaltet das Licht jedoch nicht ein und geht wieder hinaus. Olli bewaffnet sich in
seinem Versteck mit einer Weinflasche aus dem Regal neben ihn. Canan ist die Situation
offensichtlich nicht geheuer, sie schaut immer wieder über die Schulter. Im Wohnzimmer
(oder Schlafzimmer?) findet sie eine Giesskanne, mit der sie in die Küche zurückgeht. Sie
fragt, ob da jemand sei, als sie die Küche zum zweiten Mal betritt. Olli hat die Flasche
bereit zum Schlag hochgenommen. Zoom auf Olli, Schlussmusik, Abspann.
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