Folge 697: "Schlüsselkind"
(11.04.1999)
1. Szene: Im halbdunklen beimerschiller'schen Schlafzimmer schmiegt sich Helga an ihren
Erich - die beiden sind nackt, aber (weitgehend) bedeckt. "Aaaaaaah, mein Gott... was
hab' ich das vermisst!" lässt Erich verlauten, was Helga auch hoffen will. Sie erkundigt
sich nach den schicken, eleganten, jungen Damen, die im Claronbridge doch sicher zuhauf
herumliefen und erhält zur Antwort, dass es die tatsächlich gebe, alle wie von Hand
gemalt - jedoch leider nicht von Erichs. Helga fragt, ob er denn nichts bemerkt hätte und
weist - nachdem er passen muss - stolz auf anderthalb abgespeckte Kilos hin. Sie solle
das doch lassen, meint Schiller, er möge sie so wie sie sei ("..je mehr desto besser!").
Pummelchen sildert, dass das von ganz alleine gegangen wäre, da Lea sie so auf Trab
gehalten hätte, "sie ist so ein süsses Engelchen". Dies erfreut Erich nun weniger - "eher
so ein süsser kleiner Quälgeist". Grossmutter Beimer führt diese Antipathie darauf
zurück, dass Erich seiner Stiefenkeltochter noch fremd ist, was sich bei kleinen Kindern
jedoch schnell gebe - "du wirst sehen, du wirst viel Spass mit ihr haben." Erich: "Ja,
genau wie gestern Abend, als sie meine ganzen Unterlagen mit Strichmännchen bemalte."
2. Szene: Vasily betritt das Akropolis mit einer Kiste Salat in Händen durch den
Hintereingang und wird von mißgelauntem (und untertiteltem) Griechisch empfangen. In der
Gaststube fischt er ein Paar von Marys Schuhen aus dem Mistkübel und fragt seine putzende
Mutter, was dies zu bedeutenden habe. Die erläutert knapp, daß sie "ihre Sachen
rausgelegt" hätte. Vasily will wissen, wer ihr das Recht gebe, Marys Sachen wegzuwerfen -
sie käme schliesslich wieder. Die Antwort lautet lapidar, dass sie nur einmal angerufen
hätte - einmal in zwei Wochen. Vasily fordert seine Mutter erneut auf, sich nicht weiter
in sein Leben einzumischen, woraufhin sie beklagt, dass sein falsches Spiel mit Alexía,
in der sie sich im übrigen sehr getäuscht habe, gemein gewesen wäre. Ob sie ihr deshalb
gleich kündigen hätte müssen, will Vasily wissen - und erinnert Elena daran, dass
immerhin sie selbst es war, die ihn verkuppeln wollte. Elena erklärt es doch nur gut
gemeint zu haben und dass es mit einer Griechin keine Probleme gebe, was Vasily wiederum
zur Frage veranlasst, ob sie tatsächlich glaube, dass seine Liebe zu Mary so schwach sei.
Das glaubt Elena nicht, doch sie sieht Vasily blind vor Liebe - Mary hätte mit John
geschlafen, und er würde es auch noch verstehen. Woraufhin Vasily entnervt geht.
3. Szene: Eine Stauwarnung für den Raum Köln sowie vehementes Klopfen wecken Gabi, die
über dem Küchentisch eingeschlafen war - Iffi steht mit großem Rucksack vor der Türe und
fordert Einlass. Gabi bedankt sich für ihr Kommen und erzählt, dass sie die ganze Woche
nach Andi herumtelephoniert habe, dabei jedoch bereits seit einer Woche erfolgslos sei.
Es wäre aber wichtig, ihn vor Prozessbeginn ausfindig zu machen. Iffi meint, dass Andy
doch irgendwo übernachten und daher naheliegenderweise in einem Hotel untergekommen sein
müsse. Gabi wirft ein, dass sie daran auch schon gedacht hätte - es aber aufgrund der
Anzahl der Münchner Hotels [kann bitte mal jemand erheben, wie viele das ca. sind?
Julie?] hoffnungslos sei, ihn dort aufzustöbern. "Nicht, wenn man bei A beginnt", meint
Iffi - wenn es sein müsse, würde sie auch jedes einzelne Hotel anrufen. Gabi scheint
nicht gerade überzeugt...
4. Szene: Erich steht in der Küche und wischt unter lautem Gezeter mit einem Lappen an
der tropfnassen Brust seines blauen Hemdes herum. Jeden Morgen würde er das nicht mehr
mitmachen, er wollte sie doch nur mit dem Schlüssel ablenken und schon hätte sie ihm das
Getränk [wird nicht näher spezifizert] über das Hemd gekippt. Helga versucht ihn zu
beruhigen, Lea wäre schliesslich noch ein kleines Kind - doch dies veranlasst Erich nur
zu der Frage, ob es denn keine arbeitslose Kindergärtnerin gebe, die sich um das kleine
Kind kümmern könnte. Helga erzählt zögernd, dass Maja sie ja zu sich ins Gefängnis nehmen
würde - was bei Schiller auf vollste Zustimmung stösst. Er geht aus der Küche, Helga ist
ganz begeistert über die gegenwärtige Idylle ("Das kann ja heiter werden, wenn das jeden
Morgen so losgeht.")
5. Szene: Iffi hat sich mittlerweile ans Telephon geklemmt, vor sich das Telephonbuch und
ein Photo ihres Vaters. Zweimal fragt sie sich erfolglos nach Andy. Gabi kommt in die
Küche, schlüpft im Gehen in den Mantel, den sie unterwegs vom Haken genommen hat. Sie
erkundigt sich nach dem Stand der Dinge, Iffi sagt, sie solle sich keine Sorgen machen,
sie wäre erst durch die Hälfte - was Gabi jedoch nicht beruhigt. Sie kündigt an, ihn
suchen zu gehen und verlässt die Wohnung.
6. Szene: Schiller unterhält sich im Reisebüro angeregt mit seinem Computer, der ihm
jedoch die gewünschten Inklusivpreise nicht verraten möchte. Canan sieht ihrem Chef eine
Weile erheitert über die Schulter, ehe sie ihm dann erklärt, eine neue Datei angelegt zu
haben, und ihm den Umgang damit demonstriert. Erichs Ungeduld führt Canan vollkommen
zutreffend auf Leas Anwesenheit im Beimerschiller'schen Haushalt zurück ("ganz schön
anstrengend mit der kleinen Lea, nicht wahr?"), worauf Erich ihr beipflichtet und
erzählt, dass gerade Klaus auf sie aufpasst, während Helga ihren sagen-wir-mal
Knastbesuch macht.
7. Szene: Im Akropolis. Marcella und Giovanna streiten sich um irgendwelche
Autogrammkarten und fegen im Zuge der Auseinandersetzung die Sektflöte eines am selben
Tisch sitzenden Gastes um, was auch Vasily nicht entgeht und ihn Paolo erinnern lässt,
dass es sich beim Akropolis um ein Lokal und nicht etwa ein Wohnzimmer handeln würde.
Paolo beseitigt die Scherben und schlägt seinen Töchtern vor, Irina bei Urzula abzuholen
und mit ihr in den Zoo zu gehen. Giovanna wendet ein, dass Urzula sie nicht sehen wolle,
und Marcella will wissen, was sie überhaupt im Zoo sollen - etwa Känguruhs gucken? Paolo
meint Urzula sei kein Unmensch, im Zoo gebe es Affenbabys und als er Marcella Geld in die
Hand drückt, ziehen die beiden ab.
8. Szene: Auf der Strasse. Giovanna gibt ihrer Schwester gegenüber zu, Angst zu haben zu
Urzula zu gehen. Marcella sagt, sie hätten es Paolo [sie nennt ihn tatsächlich beim
Vornamen!] versprochen. Als Giovanna meint, Marcella solle doch reingehen und Irina
holen, fragt die, wer denn die Kerze hätte brennen lassen. Während von hinten Gung auf
die beiden zukommt, stellt Giovanna die Gegenfrage, wer denn den Ausflug am Abend
vorgeschlagen hätte. Gung tritt zu den beiden, begrüsst sie und fragt, wie es Urzula
ginge, womit er jedoch nur ein schroffes "woher soll ich das wissen?" von Marcella
erntet.
9. Szene: Gabi überquert im Laufschritt eine Strasse - sie geht auf den bekannten
Taxistandplatz zu, wo sie einer Taxifahrerin erzählt, seit Montag nichts von Andy gehört
zu haben. Die verweist sie auf den Willi, der dem Andy einen Gefallen hätte tun wollen.
Gabi eilt weiter, begrüsst Willi, fragt nach dem Gefallen - woraufhin der gute Mann
kurzerhand die Heckklappe seines Fahrzeugs öffnet, ein Tuch über einem Werkzeugkoffer
lüftet und dadurch den Blick auf mehrere Schiesseisen freigibt. Willi meint, es wäre nur
zur Selbstverteidigung gewesen, Gabi fordert ihn auf, ihr sofort beim Suchen zu helfen,
ehe Andy mit der Waffe Unsinn anrichten kann. Sie steigen ins Taxi - da bei der Waffe
keine Munition dabei war, möchte Willi herausfinden, wo Andy selbige gekauft hat.
10. Szene: Urzula bei der Arbeit im Salon. Gung betritt den Laden und berichtet, dass
draussen 2 Mädchen stehen, die sich nicht trauen würden, zu ihr zu kommen, aber mit Irina
in den Zoo gehen wollten. Urzula meint, sie wären nur darauf aus, ihr Gewissen zu
beruhigen, doch Gung ist anderer Ansicht. Irina äußerst den Wunsch, in den Zoo zu gehen
und Gung bietet an, auch mitzugehen. Urzula ist ratlos - sie sagt, sie hätte Angst vor
den beiden. Doch schliesslich erlaubt sie ihrer Tochter doch zu gehen, mit der Auflage,
dass Gung die Mädchen begleitet.
11. Szene: Maja geht durch die Gänge des Gefängnisses, in Händen einen selbstgebastelten
Hampelmann. Der "leitende Angestellte" [naja, Wärter ist es jedenfalls keiner...], der
sie führt, fragt sie angesichts einer anderen Mutter mit Kind und einer daneben wartenden
Aufseherin, ob sie es sich wirklich gut überlegt hätte, Lea hierher zu holen. Maja ist
sich sicher: "Schlüsselkind. Meine Tochter wird ein Schlüsselkind."
12. Szene: Paolo telephoniert mit Urzulina, kritisch beäugt von Elena - allerdings ist
das Gespräch nicht von langer Dauer, da sie auflegt. Vasily erinnert ihn an das kalt
werdende Essen der Gäste, Paolo beklagt sich darüber, dass sie ihn nicht einmal mehr
ausreden lässt. Er legt die Geldbörse auf den Tresen und entschuldigt sich. Elena
beschwert sich, dass nun endgültig alle machen was sie wollen und drückt ihrem Sohn die
Brieftasche in die Hand. In diesem Moment betritt Mary (mit neuer Frisur - viele
Zöpfchen, noch mehr Glasperlen) das Lokal, Vasily sieht für einen Augenblick so aus, als
sehe er eine Fata Morgana, doch dann fallen die beiden einander unter Elenas
fassungslosen Blicken in die Arme.
13. Szene: Maja sitzt im Besuchsraum - sie spielt mit dem Hampelmann, die
Wiedersehensfreude ist ihr bereits ins Gesicht geschrieben. Helga tritt ein, als Maja
bemerkt, dass Lea ihr nicht folgt, verdunkelt sich ihre Miene schlagartig. Sie fragt was
mit ihrer Tochter wäre, ob sie denn krank sei. Helga verkündet, dass es ihr ausgezeichnet
ging, dass dies aber auch der Grund sei, weshalb sie das Kind nicht mitgebracht hätte.
Sie setzt sich zur ihr an den Tisch, schiebt ihr eine Tafel Schokolade zu, die Maja
jedoch mit einer unwirschen Handbewegung zurückweist. "Lea hat sich gerade an ihre neue
Umgebung gewöhnt und ich möchte nicht, dass sie erneut emotional verunsichert wird. Das
ist nicht gut für sie." Maja beharrt auf ihrem Recht ihre Tochter zu sehen, worauf Helga
meint, dass es für das Kind besser wäre, nur eine Bezugsperson zu haben. Maja: "Was soll
das denn? Lea braucht keine Bezugsperson, Lea braucht ihre Mutter". Helga meint, es ginge
um etwas ganz anderes... Lea hätte eine so kleine, verletzliche Seele. Maja fordert, ihre
Tochter regelmässig zu sehen, andernfalls käme sie zu ihr.
14. Szene: Mary und Vasily betreten ihre Wohnung, fallen einander erneut in die Arme.
Mary sagt sie hätte solche Sehnsucht gehabt und öfter anrufen wollen, doch das
Telephonieren sei schwierig gewesen. Also habe sie sich letztlich auf die Warteliste für
einen Flug setzen lassen um Vasily zu überraschen. Als die beiden (mal wieder) aufs Bett
sinken, stürmt Elena in die Wohnung - "oh, ich hatte dich gar nicht erkannt mit dieser
Frisur" - um darauf hinzuweisen, dass unten die Hölle los und sie mit Larissa alleine
sei, da Paolo ja zu Urzula gegangen war. Vasily meint, er käme gleich, woraufhin der
Gyrosdrachen tatsächlich abzieht.
15. Szene: Helga und der "leitende Angestellte" von vorhin begeben sich im Knast treppab.
Der Mann meint, er hätte selten eine junge Mutter erlebt, bei der der Wunsch, ihr Kind
bei sich zu haben, so stark wäre. Helga sagt, sie wäre eigentlich auch froh darüber, dass
Maja ihr Enkelkindchen so sehr liebe, schliesslich müsse Lea ohne Vater aufwachsen. Die
Kleine müsse aber wissen, wo es hingehört, sie als Grosseltern hätten eine gewisse
Verantwortung für das Kind. Er beruhigt sie damit, dass in der Mutter-Kind-Abteilung
derzeit ohnehin kein Platz frei wäre - sie müsse sich jedoch auch darüber klar sein, dass
sie alle die Entscheidung zu akzeptieren hätten, wenn Maja das Kind bei sich haben
wollte.
16. Szene: Elena beschwert sich in der Küche bei Vasily auf Griechisch darüber, dass Mary
sich ausruht, während sie im Lokal schuftet. Weiters will sie wissen, was sie denn
erzählen würde. Vasily berichtet auf Deutsch, dass die Leute in Nigeria von Demokratie
noch nichts gemerkt hätten, dass viele weder Lesen noch Schreiben können. Elena fragt,
warum er deutsch mit ihr spricht und ob Mary etwas von John erzählt hätte. Vasily bleibt
die Antwort schuldig und darf sich dafür aus dem Mund seiner Mutter anhören, nichts von
Frauen zu verstehen. "Sieh ihre Frisur an, die sagt alles."
17. Szene: Mary ist inzwischen bei Anna eingetroffen von der sie gleich einmal um die
Frisur beneidet wird. Anna fragt jedoch auch, ob Vasily nicht eifersüchtig sei, wo doch
eine neue Frisur oft ein verstecktes Signal für einen Seitensprung wäre. Da Mary darauf
nicht antwortet, sondern ihren Blick abwendet, fragt Anna direkt nach. Mary: "Am ersten
Tag als ich angekommen bin, war fast alles so wie früher. Die Sonne, die Farben, John,
der Geruch, der Geschmack von den Melonen auf dem Markt - back to the roots. Auch der
Geschmack von Johns Küssen. Ja, Anna, ich habe noch einmal mit ihm geschlafen. Er war
meine erste Liebe, weisst Du. Und ich wollte wissen, ob es so ist. Aber John ist anders
geworden, wie ein Krokodil. Ich komme mir vor wie seine Beute, ein Gegenstand den er
braucht für seinen Kampf. Wie seine... Kalashnikov. Ich habe geglaubt, alles ist so wie
früher, aber wir hatten uns nichts mehr zu sagen. Ich will auch kämpfen für mein Land,
aber ich will auch Leben. Aber John redet von nichts anderem, wie wichtig Arbeit für
Organisation ist."
18. Szene: Erich blättert im Reisebüro vor einem Kunden in einem Prospekt und meint, dass
dies alles sehr schön wäre. Er kündigt an, ihm gleich ganz genau zu sagen, wieviel
Buchungen nach Magdeburg schon vorhanden wären. Erich setzt sich zum Computer - und
scheitert natürlich, ehe es zum Wutausbruch kommen kann, ist jedoch Canan zur Stelle um
das "Problem" durch das Drücken einer einzigen Taste zu beheben. Gerade als Canan das
Resiebüro verlässt, um eben zur Post zu gehen, tritt Helga ein - und erkennt in dem
vermeintlichen Kunden sofort Dr. Willi Polte, den weltberühmten Oberbürgermeister von
Magdeburg. Er erklärt für einige Tage in München zu sein und bei der Gelegenheit
Stippvisiten in Reisebüros zu machen um nachzusehen, ob diese mit hinreichend Material
über die Bundesgartenschau bestückt wären. Mit Ehrlich Reisen zeigt sich Herr Polte
vollauf zufrieden, und er verabschiedet sich auch schon wieder, jedoch nicht ohne eine
Einladung nach Magdeburg auszusprechen. Schiller lobt die Idee, auf ehemaligem
militärischen Übungs- und Kasernengelände eine friedliche Gartenlandschaft entgehen zu
lassen, förmlich über den grünen Klee. Polte macht sich nun endlich vom Acker, von Helga
untertänigst verabschiedet, und selbst als er zur Türe draussen ist und in seinen dicken
Schlitten steigt, wird mitnichten über ihn gelästert, sondern nachgewunken und bewundernd
hinterhergeblickt ("ein netter Mann!"). Nach ihrem Besuch bei Maja befragt berichtet
Helga dann von ihren Bedenken hinsichtlich dem seelischen Wohlbefinden von kleinen
Kindern, deren Kontakt zur Aussenwelt immer nur mit einem Schlüssel hergestellt wird.
Erich meint, er hätte gehört, dass solche Kinder diese Situation glänzend verkraften, was
sein Pummelchen mit Entsetzen aufnimmt: "Erich! Eine Kindheit unter den Augen von
schlüsselklappernden Gefängniswärtern! Ich bitte dich!". Erich jedoch bittet sie
seinerseits darum, mehr Zeit im Reisebüro zu verbringen. Helga: "Ich tu's für Benny. Ich
bin sicher, er wäre nicht einverstanden, wenn sein Kind im Gefängnis aufwächst."
19. Szene: Im gleichen Moment, in dem Mary das Akropolis durch den Vordereingang betritt,
kommt Franceso durch die Hintertür. Er begrüsst sie erfreut und berichtet, schon zum
dritten Male in einer Woche auszuhelfen. Mary versteht nicht, warum Francesco überhaupt
aushelfen müsse, wo doch Paolo da wäre - sie erfährt nun von Francesco von Paulas
tragischem Tod, woraufhin sie sofort in die Küche eilt, um dem weinenden Paolo Trost zu
spenden.
20. Szene: Gabi und Willi fahren in der Lindenstrasse vor - obwohl sie 8 dubiose
Waffenhändler abgeklappert haben, blieben sie erfolglos. Nicht ohne Bewunderung bemerkt
Willi, das Andy seine Spuren grossartig verwischen würde. Bemerkenswert Gabis Antwort auf
die Frage, ob sich denn jemand ("von der Familie oder so") um sie kümmern würde: "der
Andy is mei Familie."
21. Szene: Erich macht beim Abendbrot den tollkühnen Vorschlag, Onkel Franz die "ständige
Aufsicht über das Wunderkind" zuzuteilen, wenn er schon da wohne. Der ist natürlich
hocherfreut - "als Familienmensch ist es mir eine wesenhafte Pflicht, meine
[Ur-]Grossnichte so oft wie möglich zu hüten." - doch Helga ist von der Idee ganz und gar
nicht angetan und will Onkel Franz das Kind nur im äussersten Notfall anzuvertrauen. "Er
wird Lea ins Unglück stürzen - so wie Klausi damals".
22. Szene: Hans schleppt sich selbst und 2 Getränkekisten stöhnend in die Wohnung um dann
über seine Bandscheiben zu klagen und sich am Bauch seiner am Boden sitzenden Schönen
anzulehnen. In dieser Position entdeckt er die Kette, die Mary vorhin Anna umgehängt hat,
und über deren Herkunft in Kenntnis gesetzt erkundigt er sich, was es in Neitschiria
Neues gebe. Anna berichtet vom Ölreichtum, von dem die Bevölkerung recht wenig mitbekäme,
dass Mary aber ein Wunder sei, da sie sich - eben erst zurückgekehrt - bereits erkundigt
hätte, wo sie sich denn melden müsse, um albanische Flüchtlinge aufzunehmen. Nachsatz:
"vielleicht sollten wir das auch machen." Hans meint, dass Milosevic nun endlich hätte,
was er schon immer wollte - nämlich die Albaner aus dem Kosovo zu vertreiben, alle
anderen umzubringen und sich selbst als grossen Märtyrer des serbischen Volkes feiern zu
lassen - und als Anna gerade zu einem Kommentar über die NATO ansetzt, läutet das
Telephon. Gabi erzählt von ihrer Angst, dass Andy jemanden umbringen könnte - Hans
verspricht, sofort zu kommen.
23. Szene: Mary sortiert Wäsche und Gefühle - sie erzählt Vasily, dass sie Herz und
Verstand ordnen musste. Der Verstand würde für ihre Landsleute weiterarbeiten und
Verbündete brauchen, wie zum Beispiel Vasily - das Herz jedoch gehörte Vasily und der
Familie, die sie sein werden. Sie beginnen, einander auszuziehen, wobei Vasily fragt, ob
sie mit John auch das gemacht habe, was sie nun mit ihm machen würde. Mary verneint.
24.Szene: Krisensitzung bei Gabi. Neben Hans und Anna ist auch Valle eingetroffen. Hans
versucht, sich in Andys Lage zu versetzen. Iffi weist daraufhin, dass Andy sogar seine
Uhr zurückliess, was er noch nie getan hätte. Hans äussert die Überlegung, doch zur
Polizei zu gehen, was Gabi jedoch vehement ablehnt, das wäre unverzeihbarer Verrat. Gabi
erzählt von einem Traum den sie hatte, als sie in der Früh in der Küche eingeschlafen
war: darin ging sie durch den Flur im Gericht, und als sie durch die Türe wollte, stand
Andy plötzlich da. Sie wollte ihn festhalten, doch ihre Hand glitt an ihm hinunter wie an
einem nassen Fisch. Anna stellt fest, dass es die einzige Möglichkeit wäre, ihn vor dem
Gerichtssaal aufzuhalten. Gabi: "Ja, du hast recht. Wir alle zusammen müssen ihn daran
hindern. Der Andy darf einfach nicht an uns vorbei." Zoom auf Gabi, Schlussmusik,
Abspann.
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