XcapeetXs Rückblick

Für alle Chatter, die die Lindenstraße nicht sehen konnten

Folge 692: "Sorgenkinder"
(07.03.1999)

1. Szene: Helga und Lea am Beimer'schen Frühstückstisch als es an der Türe läutet. Der
Besucher ist - für Helga ebenso überraschend wie für mich - Onkel Franz. Der verkündet,
sein Domizil an der Tauber sofort verlassen zu haben, als ihn die Nachricht vom Nachwuchs
in der Familie erreichte [wenn er sein Domizil "sofort" verlassen hat, kann das nur
bedeuten, dass er den Weg nach München zu Fuss zurückgelegt hat...]. Er betont, dass er
die Nachricht lieber von Helga gehört hätte, als von "der Türkin, der Du auch noch Dein
Reisebüro anvertraust" und betont weiters, dass er sich über einen Stammhalter mehr
gefreut hätte. Während Onkel Franz im Off weiterspricht zeigt uns die Kamera den sich im
Bett umherwälzenden und offensichtlich durch die Geräuschentwicklung geweckten Klausi,
der sich also tatsächlich wieder bei seiner Mutter einquartiert hat. Onkel Franz zeigt
Lea unterdessen, was er ihr mitgebracht hat - eine kleine Tambourtrommel, auf der er
sogleich fern eines jeden Rhythmus aber mit hohem Anspruch ("den Radetzkymarsch!")
herumzuklopfen beginnt.

2. Szene: Schnitt auf eine Zeitungsseite, deren Schlagzeile ("Sieben Jungen sexuell
missbraucht") unmissverständlich klar macht, wer sie in der Hand hält. Gabi erzählt Andy
sie hätte gelesen, dass Sterilisation doch rückgängig gemacht werden könne. Andy schenkt
ihren Worten keinerlei Beachtung sondern setzt erneut zu einer wutentbrannten Rede über
Kinderschänder und deren Behandlung durch Staat und Justiz an. Mit resignierendem Blick
taucht Gabi Ihr Frühstückskipferl in den Kaffee.

3. Szene: Schnitt auf die ebenfalls Kipferl-in-Kaffee-tunkende Helga, die Klausi
gegenüber ihrem Unmut über die mehrfache Belastung mit Ehrlich Reisen und Lea sowie den
häufigen Besuchen bei Maja Luft macht, während Onkel Franz im Wohnzimmer mit Lea
Bauklötzchentürme zum Einstürzen bringt. Klausi starrt ziemlich morgenmuffelig in seine
Tasse ("wie soll ich denn wach sein, wenn hier ab sieben Uhr morgens Radau ist?"), was
Helga zu der Bemerkung veranlasst, er müsse sich eben den Umständen anpassen, wenn er
schon dort wohnen will - sie könne schliesslich auch nichts dafür, dass er sich mit
Philip Sperling gestritten habe.

4. Szene: Während Gabi im Badezimmer vor dem Spiegel steht, stellt Andy entnervt die
Wohnung auf den Kopf. Gabi erklärt, dass er den gesuchten Klebstoff selbst verbraucht
habe und sie ihm für seine Schnipselsammlerei auch keinen mehr kaufen würde. Und wenn er
schon jeden Morgen in die Zeitung starren müsse ohne ein Wort mit ihr zu sprechen, möge
er sich zumindest den Stellenanzeigen zuwenden - denn mit einem Job könne er auch das
Geld zurückzahlen, dass er von Maxls Konto gestohlen habe. Andy reagiert ausgesprochen
gereizt und weist Gabi darauf hin, dass Maxl am nächsten Tag Geburtstag gehabt hätte, was
Ihr aber anscheinend vollkommen egal wäre. Sie entgegnet, dass ihr Maxl keineswegs egal
wäre, sie aber auch Andys ewiges Selbstmitleid nicht mehr hören könne, und verlässt die
Wohnung.

5. Szene: wiederum in Beimers Küche. Klausi erklärt, Lea nicht mehr so oft hüten zu
wollen („nur weil ich hier wohne, bin ich noch lange nicht dein Sklave"), was Helga nicht
gerade begeistert zur Kenntnis nimmt. Er weist darauf hin, dass er sein Studium
vernächlässigt hätte, und dass Helga doch nicht wollen könne, dass er wegen Lea keinen
einzigen Schein sammelt. [unerwähnt bleibt weiterhin, WAS Klaus eigentlich studiert.]
Onkel Franz beschäftigt sich inzwischen weiterhin geradezu reizend (d.h. tatsächlich ohne
irgendwelche braunen Untertöne) mit seiner Urgrossnichte (?) woraufhin der Hase die Frage
aufwirft, warum seine Mutter nicht ihn wieder einziehen liesse. Onkel Franz wäre doch
schon lange scharf darauf und das Babysitterproblem wäre dadurch auch erledigt. Helga ist
von der Idee (wohl zurecht) nicht unbedingt angetan ("Erinnere dich doch an damals, als
er dich schiessen liess!"). Während sie ins Wohnzimmer eilt, um nach Lea zu sehen,
betritt Onkel Franz die Küche und zeigt einen Brief vor, der unter der Tür durchgeschoben
wurde - parfumiert und rosa. Klausi schafft es, ihm den Brief ("Bitte melde Dich endlich.
Canan") abzunehmen. Onkel Franz, von Helga bestens über den Stand der Dinge in Kenntnis
gesetzt, zieht den messerscharfen Schluss, dass es sich dabei wohl um ein Schreiben von
jener Frau handeln müsse, wegen der sich sein Grossneffe mit dem jungen Sperling
überworfen hat. ("Laß dich bloß nicht unterkriegen von dem Physikstudenten! Zeig ihm,
dass du ein Mann bist.": Klausi zeigt sich von diesem Appell wenig beindruckt und rauscht
ab.

6. Szene: Vasily, Mary und Elena tragen diverse Möbelstücke am Akropolis vorbei zu einem
wartenden Umzugswagen. Aus dem beuntertitelten Griechisch geht hervor, dass Elena in eine
eigene Wohnung umzieht und dabei kein gutes Gefühl hat, obwohl sie sich jeden Tag im
Lokal sehen werden. Die "zufällig" vorbeikommende Else fragt "'s Griechenbürscherl, 's
windige", ob er sich denn gar nicht schämen würde, seine eigene Mutter "auf'd Strass" zu
setzen, nur weil sie "im Liebesnest mit dera Schwarzen" stören könnte. Sie zieht recht
schnell ab, jedoch nicht ohne auf ihren Olaf zu verweisen, der sowas nie täte - "des is
nämlich a lieber Bua".

7. Szene: Im Reisebüro. Canan arbeitet am Computer - als Klausi die Szenerie betritt,
springt sie auf und will ihn küssen, was er jedoch abwehrt. Sie fragt, ob ihm "das mit
uns" denn gar nichts bedeutet hätte, woraufhin er meint, sie sollten nicht mehr daraus
machen, als es wirklich war - auch wenn es für Canan vielleicht wirklich mehr war als für
ihn. Klausi will ihr die Hand auf die Schulter legen will, sie zieht zurück. Der Hase
meint, er hätte ein schlechtes Gewissen wegen Flip, und obwohl er sehr schön finden würde
was war, sollten sie es dabei belassen. Canan: "Machst du das eigentlich öfter? Mit
Frauen schlafen, einfach so?" Klausi: "Naja... manchmal... ist doch nichts dabei?" Als
sie darauf antwortet, dass für sie sehr wohl etwas dabei wäre, und er eigentlich wissen
sollte, dass es für ein türkisches Mädchen etwas ganz Besonderes ist, entgegnet Klausi,
dass er ihr nicht wehtun wollte - dass er gar niemandem wehtun wollte.

8. Szene: Valle stattet ihrem Vater einen Besuch ab - und fällt gleich mit der Tür ins
Haus: "Stell dir vor, es wird ein Junge! Und kerngesund ist er auch!" - Andy: "Was...?
Ach so..., dein Baby." Natürlich muss sich auch Valle Andys Schnipselsammlung ansehen -
"das sind die Typen, die dein Kind umbringen würden". Valle: "An, noch ist er ja in
meinem Bauch, und da kann ihm ja nix passieren. (...) Ach Daddy, ich bin doch so
glücklich." Andy erkundigt sich dann noch, was Boris denn so sagen würde, worauf Valle
nachdenklich meint, er wäre total happy... sie könne ihn sich aber gar nicht so richtig
als Vater vorstellen. [so... und jetzt kommt's:]

9. Szene: Schnitt auf Dschannan und Klausi im Reisebüro! Zufall - oder reine Spekulation
von mir?! Canan jedenfalls sagt, dass sie Freunde brauchen würde - gerade jetzt. Klausi
versichert ihr, dass sich nichts ändern würde, und sie jederzeit kommen könne, egal was
ist. Canan meint, dass sie beide das nicht hätten machen dürfen und zerreisst den Brief.
Als sie Flip draussen vorbeigehen sieht und dies Klausi mitteilt, verlässt der Hals über
Kopf das Reisebüro.

10. Szene: Im "Drahtesel" - es ist kaum zu fassen, aber der Typ von letzter Woche hält
Momo tatsächlich Entwürfe für das Lindenstrassen-Fahrrad unter die Nase! Typ: "Zumindest
bei uns in Bayern müsst es sich gut verkaufen, mit dem weiss-blauen Design.". Flip
betritt den Laden, dicht gefolgt von Klausi, der offensichtlich mit ihm sprechen will.
Flip: "Momo, würdest Du bitte Klaus Beimer sagen, dass ich an einem Gespräch mit ihm
nicht interessiert bin, weder jetzt noch irgendwann in der Zukunft!" Momo weiss nicht
recht, wie ihm geschieht und erklärt, damit nichts zu tun zu haben. Klausi zieht
verärgert ab.

11. Szene: Vasily und Mary betreten die "neue" Wohnung, die in der Tat einen grösseren
(leereren) Eindruck macht. Entgegen Marys Bedenken ("Vasily, nicht! Wir müssen ins Lokal,
das Mittagessen...") sinken die beiden recht rasch unter Zärtlichkeiten gemeinsam zu
Boden.

12. Szene: In Zieglerbeimers Küche. Valle erzählt Anna zum wiederholten Male, dass sie
ständig an Zorro denken muss und fragt, ob die sie denn auch nichts von ihm gehört
hätten. Daraufhin zeigt ihr Anna eine Postkarte, auf der Zorro nicht nur Valle grüssen
lässt ("Liebste Grüsse auch an Valerie, ist sie denn schwanger? Wäre ja Klasse, wenn ich
Vater würde, oder?") sondern auch bekanntgibt, dass er als Schiffsjunge unterwegs nach
Australien ist. Die Karte wird allerdings von Valle vorgelesen, und nicht etwa von Zorros
Stimme aus dem Off.

13. Szene: Im Akropolis. Mary erhält ein R-Gespräch (Vasily: "R-Gespräch für Mary Dankor?
Die gibt es nicht. Hier gibt es nur eine Mary Sarikakis.") - aus dem Benin. Sie übernimmt
es - und natürlich ist es John. Sie notiert sich seine Nummer und sagt, gerade nicht
reden zu können - während Vasily neben ihr sichtlich Höllenqualen leidet. Nachdem sie
aufgelegt hat, wirkt sie völlig weggetreten und verlässt das Lokal.

14. Szene: Wieder bei Zieglerbeimers. Die (sichtlich) schwangere Anna muss sich nicht nur
um die eigenen Mäuse kümmern, sondern auch um die ebenfalls (aber nicht sichtlich)
schwangere Valle, die mittlerweile dazu übergegangen ist, sich aus Sehnsucht nach Zorro
die Augen rot zu heulen, als es vehement an der Türe schellt - es ist natürlich Mary, die
dringend mit Anna reden muss.

15. Szene: Im Reisebüro. Helga klagt Canan ihren Stress mit Onkel Franz, Lea und Klaus.
Für den Spruch "Kleine Kinder, kleine Sorgen - grosse Kinder, grosse Sorgen" wären
eigentlich 5,- DM fürs Phrasenschwein fällig, aber zu Helgas Glück sind wir ja noch immer
in der Lindenstrasse und nicht in "Offensiv. Das Magazin". Jedenfalls meint Helga, zwar
versprochen zu haben, sich nicht mehr einzumischen "aber seinen Lebenswandel in letzter
Zeit, diese ganzen Frauengeschichten kann ich natürlich nicht gutheissen. (...) Und diese
ganzen Krankheiten, die man sich dabei holen kann. Also ich hoffe, der Junge passt auf.
Man weiss ja nie, was für Mädchen er da ins Haus bringt." Tja, Dschannan muss sich in
diesem Moment so richtig toll fühlen...

16. Szene: Zieglerbeimers Wohnzimmer. Mary erzählt Anna vom Telephonat mit John - die
sozialkritisch-aktuelle Sequenz der Woche, da John weiterkämpft, nicht an die Wahlen in
Nigeria glaubt, sie für ein Manöver der Kapitalisten hält. Mary weiter: "Ich weiss nicht
mehr, was ich machen soll. John zu hören, Vasily steht neben mir. Ich liebe ihn." Aber
wen denn nun? Anna rät, auf ihr Herz zu hören, sich die nötige Zeit zu nehmen.

17. Szene: Oma Beimer kommt schwungvoll nach Hause,wird aber von Onkel Franz abgefangen
um Lea nicht zu wecken - nachdem ihr der selbsterklärte "alte Haudegen" mit einer ganzen
Schachtel Schokoladeneis doch gerade die nötige Bettschwere beschert hat...

18. Szene: In Dagedelens Wohnung. Canan liest in einer Zeitschrift und isst Pistazien,
als ihr Bruder nach Hause kommt - "was für ein Tag. Es fällt mir wirklich schwer im
Moment ohne Carsten (...) Was hast Du denn heute Schönes gekocht?" Sie gibt ihm zu
verstehen, dass er sich die Rest vom Vortag warmmachen kann... Ahmet bezieht diese
"Unwilligkeit" auf die in Aussicht gestellt Heirat - und reagiert ähnlich wie Klaus
letzte Woche: "er ist ein ganz netter, junger, intelligenter Mann. Und das Haus der
Familie ist so toll. Direkt am Bosporus. Du wirst sehen, das ist alles gar nicht so
schlimm."

19. Szene: Mary steigt in einen städtischen Autobus und fährt damit bis zur Endstation am
Nordfriedhof. Sie steigt dort nicht aus, sondern bejaht die Frage des Fahrers, ob sie
denn etwa wieder zurückfahren wolle.

20. Szene: Wieder in Zieglerbeimers Wohnzimmer. Hans (mhm, in dieser Folge spielen
richtig viele Leute mit...) versucht Valle zu vermitteln, dass Zorro quasi unerreichbar
ist, und das Boris bestimmt der bessere Vater ist als der chaotische Pichelsteiner.
Valle, bedeutungsschwanger [;-)]: "Hans.... ich glaube, ich muss nach Australien".

21. Szene: Im Akropolis, die letzten Gäste schicken sich gerade an, das Lokal zu
verlassen. Vasily: "Aber warum lässt sich mich einfach so stehen? Ohne eine Antwort?".
Paolo: "Frauen sind so. Sie sind eben anders. Anders als wir. (...) Wir können sie nicht
verstehen. Das habe ich schon lange aufgegeben. In Italien sagt man, du kannst dich im
Leben nur auf eine Frau verlassen, und das ist Deine Mamma. Sie weiss was Du willst, sie
weiss was sie will - alle sind glücklich." Als Vasily Paolo gerade erklären will, warum
der ihn mit seiner Mutter in Ruhe lassen soll, kommt Mary zurück. Sie erklärt, Vasily
auch zu lieben, aber John wiedersehen, und zu diesem Zweck nach Afrika fahren zu müssen.
Zoom auf Vasily, der es kaum glauben kann/will, Schlussmusik, Abspann.

back